Neben Werken von Meistern wie Delacroix, Renoir, Morisot und Bonnard umfasste die Sammlung von Robert und Nadine Schmit, die bereits am 8. Dezember bei Sotheby’s in Paris versteigert wurde, auch sechs Arbeiten von Eugène Boudin. Angeboten wurden fünf Meeres- und Strandszenen, für die der Maler vor allem bekannt ist, sowie Deauville. Le champ de courses en 1866 („Deauville. Die Rennbahn im Jahre 1866“) von 1893, das das rege Treiben beim Pferderennen darstellt, welches seit den 1860er Jahren von der Pariser Aristokratie besucht wurde.
Das Motiv scheint die Herzen der Sammler im Sturm erobert zu haben, denn das Gemälde erzielte nicht nur den einzigen Millionenpreis der Offerte, sondern auch einen neuen Auktionsrekord für den Künstler. Vorab der Auktion auf 300.000 bis 500.000 Euro geschätzt, wurde das Leinwandgemälde schließlich für 2,37 Millionen Euro (inkl. Gebühren) versteigert, womit der bisherige Rekord in Höhe von 1,44 Millionen Euro, der 2013 mit Scène de plage („Strandszene“) aufgestellt worden war, weit hinter sich gelassen wurde.
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Mit Deauville. Le champ de courses en 1866 begab sich Boudin 1893 auf eine Reise in jene Zeit, als die meisten seiner Kollegen die Praxis der Erfassung einer Szene in ihrer Unmittelbarkeit, die an eine fotografische Reportage erinnert, noch nicht nutzten. Das Gemälde ist eine Fortsetzung von Boudins Stil der 1860er Jahre, der zunehmend raffinierter wurde.
Wie bei seinen bekannten Seestücken unterteilte Boudin auch hier die Komposition durch eine Horizontlinie, womit die beiden Schwerpunkte betont werden: der Himmel und die Menschenmenge, die die gesamt Breite des Werks einnimmt und den Maler offenbar weit mehr interessierte, als das Rennen selbst. Dieses „Meer“ von Männern und Frauen kontrastiert hervorragend mit dem Himmel, der den größten Teil der Komposita einnimmt und auf den der Maler viel Sorgfalt verwendet hat. Seine Faszination für das Firmament, für die er schon bei seinen Zeitgenossen bekannt war, brachte Boudin durch Jean-Baptist Camille Corot den Spitznamen Roi des cieux („König der Himmel“) sowie die Bewunderung von Courbet und Monet ein.
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Das vorliegende Werk vermittelt das gesamte Talent Eugène Boudins, dem es gelang, die Wirkung des Sonnenlichts auf die Menschenmenge und ein Gefühl für den Wind in den fließenden Stoffen einzufangen. Es sind diese bei Boudin oft anzutreffenden Qualitäten der Natürlichkeit und Unmittelbarkeit, die vor allem die impressionistischen Künstler nachhaltig beeinflusst haben.

Das gleich zu Beginn der Auktion präsentierte Gemälde war eine Zeitlang Teil der Rothschild-Sammlungen, bevor es in den Besitz von Robert und Nadine Schmit kam. Als herausragender Spezialist für Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts gründete Robert Schmit 1964 eine Galerie in der Rue Saint Honoré in Paris, die schnell zu einer bedeutendsten der Metropole wurde. 1984 diente Deauville. Le champ de courses en 1866 als Titelbild für den begleitenden Katalog zu einer Eugène Boudin-Ausstellung, die der bedeutende Händler organisiert hatte.
Das Gesamtergebnis der Versteigerung der Sammlung Schmit, die auch Werke von Kees van Dongen (zweithöchstes Ergebnis der Auktion), Pierre Bonnard, Odile Redon, Gustave Courbet und Eugène Delacroix umfasste, belief sich auf 15,77 Millionen Euro inklusive Gebühren.
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