Als Sotheby’s Ende Mai die Versteigerung von Gus, eines der größten und vollständigsten Tyrannosaurus Rex-Skelette in der Geschichte der Paläontologie, ankündigte, standen die Zeichen bereits auf Rekord, denn der Schätzpreis von 20-30 Millionen US-Dollar, war der höchste, der jemals für ein derartiges Objekt vergeben worden war.
Am 14. Juli wurde diese Einschätzung mehr als bestätigt, als Gus im Zuge der „Natural History including Gus Rex“-Auktion in New York zum Aufruf kam. Sieben Bieter lieferten sich einen 10-minütigen Kampf um das Skelett, bis der Hammer schließlich bei 43 Millionen US-Dollar fiel. Inklusive Aufgeld beläuft sich das Ergebnis auf 50.130.000 US-Dollar, was einen neuen Rekord für sein Dinosaurierskelett bedeutet.
Gus durchstreifte vor 67 Millionen Jahren während des Maastrichiums, der jüngsten Stufe der Kreidezeit, jene Landschaft, die heute als South Dakota bezeichnet wird. Dort, auf der Ranch der Viehzüchter Gary und Dana Licking, wurden seine fossilen Überreste 2021 entdeckt, bis 2023 ausgegraben und anschließend intensiv untersucht und dokumentiert – durchgeführt von Theropoda Expeditions, einem privaten Paläontologie-Unternehmen, das von den Lickings beauftragt worden war.
Insgesamt wurden 183 fossile Knochenelemente des Skeletts zutage gefördert, was 63% der Gesamtknochenanzahl entspricht. Diese macht 75-80% der Gesamtknochenmasse dieses T-Rex aus (die Schädelknochen sind sogar zu 82% erhalten, inklusive aller Zahnreihen). Zusammengesetzt und entsprechend ergänzt, ergibt sich ein Skelett von ca. 11,6 m Länge und 3,8 m Höhe, was Gus zu einem der größten Tyrannosaurus Rex macht, die jemals gefunden wurden. Dieses Ergebnis erlebte Gary „Gus“ Licking bedauerlicherweise nicht mehr, er starb 2022 im Alter von 67 Jahren. Der spektakuläre Fund wurde jedoch nach ihm benannt.
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Die rund 50 Millionen US-Dollar, die mit dem Verkauf von Gus erzielt wurden, stehen nun an der Spitze der vielen Höchstpreise, die in den letzten Jahren auf dem Auktionsmarkt für Dinosaurierskelette gezahlt wurden: 2024 wurde Stegosaurus Apex bei Sotheby’s für 44,6 Millionen US-Doller verkauft, 2020 versteigerte Christie’s Stan, einen weiteren T-Rex, für 31,8 Millionen US-Dollar. Diese enormen Summen bereiten der Forschung durchaus Sorgen, denn Institutionen wie Naturkundemuseen sind nicht in der Lage, sie aufzubringen. Zum Vergleich: 1997 fand mit der Versteigerung von T-Rex Sue bei Sotheby’s die erste Versteigerung eines Dinosaurierskeletts statt. Den Zuschlag in Höhe von 8,36 Millionen US-Dollar (inkl. Aufgeld) erhielt das Field Museum in Chicago, das von privaten Spendern und Unternehmen bei dem Kauf unterstützt wurde.
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Doch es besteht auch Grund zur Hoffnung. Denn obwohl wenn viele der ersteigerten Skelette tatsächlich auf den Privatanwesen ihrer liquiden Käufer landen, werden einige durchaus Museen überlassen, darunter Apex, der als Dauerleihgabe im American Museum of Natural History zu sehen ist, sowie Stan, der die Sammlung des Natural History Museum Abu Dhabi bereichert.




