Auf über 3.000 Lose in 28 Kategorien darf mitgeboten werden, wenn das Auktionshaus Franke vom 19.-21. Oktober zu seiner Herbstauktion nach Nürnberg einlädt. Das vielseitige Angebot hält für jeden etwas bereit und umfasst alte und moderne Kunst genauso wie Silber, Glas, Spielzeug und Möbel.
Mit knapp 700 Losen am umfangreichsten ist die Kategorie „Schmuck/Kleinuhren“, die die Versteigerungen am 19. Oktober um 13 Uhr eröffnet. Hier stoßen wir mit einer Herrenarmbanduhr von Omega bereits auf das erste Highlight der Auktion.

Bei dem Zeitanzeiger aus Edelstahl handelt es sich um eine Variante des Seamaster-Chronographen, genauer gesagt um einen „Soccer Timer“, der anlässlich der Fussball-Weltmeisterschaft 1970 geschaffen wurde, um von den Schiedsrichtern getragen zu werden. Das Hilfszifferblatt der Minutenanzeige verfügt über eine Markierung bei 45 Minuten – warum, erklärt sich wohl nicht nur hartgesottenen Fußball-Fans von selbst. Zifferblätter und Lünetten gab es in verschiedenen Gestaltungsvarianten; bei dem vorliegenden Exemplar ist beides in einem attraktiven Anthrazit gehalten. Das in die Gehäuserückseite gravierte Seepferdchen weist auf die Wasserdichte der Uhr hin.
Der zweite Auktionstag ist ab 10 Uhr u.a. Teppichen, modernen Gemälden und Asiatika gewidmet. Auch 300 Lose mit Grafik kommen hier zum Aufruf.

Mit dem vor einem Jahr verstorbenen Pierre Soulages ist hier einer der bedeutendsten Vertreter der ungegenständlichen französischen Gegenwartskunst vertreten. Soulages war einer der Hauptvertreter des Informell, der mit abstrakten Kompositionen aus schwarzen Balken berühmt geworden war. Bei Franke wird ein Exemplar seiner Lithographie No. 20 angeboten, die auf 85 Stück limitiert wurde.
Am letzten Auktionstag (21. Oktober, ebenfalls ab 10 Uhr) steht nach Objekten des Jugendstils und Art décos Porzellan auf dem Programm.

Hier muss zunächst auf dieses Speiseservice von Herend hingewiesen werden, das perfekt in die Jahreszeit passt. Die 83 Teile sind mit Darstellungen von Tieren des Waldes (darunter Enten, Rehe und Füchse) sowie Pilzen und Blättern verziert. Besonders hervorzuheben sind die astförmig gestalteten Handhaben sowie die vollplastischen Knäufe in der der Gestalt von Pilzen.

Ein weiteres Highlight der Porzellanofferte ist die mit 16 Figuren vollständige Galante Kapelle der Manufaktur Meissen – ein gemeinschaftlicher Entwurf von Johann Joachim Kändler und Friedrich Elias Meyer aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Für die Gestaltung der musizierenden Damen und Herren orientierten sich die beiden Modelleure an den Schauspielern, Sängern und Musikanten der Dresdener Oper. So wurde der Dirigent der grazilen Kapelle nach dem Vorbild des Opernsängers Domenico Annibale geschaffen.

Eine wahre Design-Ikone kommt in der entsprechenden Kategorie zum Aufruf: der Elda Chair des italienischen Designers Joe Colombo (1930-1971). Colombo hatte in Mailand studiert und eröffnete dort 1962 ein eigenes Studio. Colombos oftmals futuristische Entwürfe für Möbel, Alltagsgegenstände und Beleuchtung brachten ihm schnell internationalen Ruhm ein und wurden bereits am Ende der Dekade in die Sammlung des MoMA in New York aufgenommen. Sein Sessel Elda, den er 1963 für Comfort Italy entworfen hat, besteht aus einem Fuß aus fiberglasverstärktem Kunststoff, der nahtlos in den Rückenlehne übergeht und von hinten ein wenig an die Finne eines Wals erinnert. Das vorliegende Exemplar ist mit weißem Leder bezogen.

Auch in der Kategorie „Skulpturen“ reisen wir nach Italien, jedoch in die Zeit um 1900, als der Bildhauer Antonio Garella diese bezaubernder Büste der Personifizierten Poesie aus Alabaster schuf, die er mit einem Lorbeerkranz aus Bronze krönte und auf eine Plinthe aus dunklem, geädertem Marmor setzte. Garella ist vor allem bekannt für seine Denkmäler, die dem italienischen Freiheitskämpfer Giuseppe Garibaldi gewidmet sind, darunter die Reiterstatuen in Pistoia und La Spezia. Doch widmete er sich – wie im vorliegenden Fall – auch musischen Themen und schuf beispielsweise die allegorischen Statuen der Musik und der Architektur für das Monumento a Vittorio Emanuele II in Rom.
Die Herbstauktion findet vom 19.-21. Oktober im Auktionshaus Franke, Kalchreuther Straße 125, in Nürnberg statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 16.-18. Oktober nach telefonischer Terminvereinbarung möglich.
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