Vom 15.-17. Oktober präsentiert das Auktionshaus Franke seine dreitägige Herbstauktion in Nürnberg. Das vielfältige Angebot mit über 2.400 Losen umfasst Schmuck und Uhren genauso wie Silber und Glas, Skulpturen und Gemälde sowie Jugendstil und Art déco.
Am ersten Auktionstag steht die Kategorie „Schmuck/Kleinuhren“ im Mittelpunkt, die knapp 900 Lose umfasst. Die Offerte besticht mit einer Vielzahl fantasievoller Kreationen, darunter ein apfelförmiger Anhänger aus Chopards Happy Diamonds-Kollektion sowie ein Schlangenring mit pavé-gefassten Diamanten und Saphiren.
Auch die Handwerkskunst des renommierten Tübinger Juweliers Schott wird in drei Losen gewürdigt. Zum einen mit einer blütenförmigen Brosche aus satiniertem Bergkristall, zum anderen mit einem extravaganten Cocktailring mit Diamanten und Südseeperle sowie einem Paar außergewöhnlicher Clipohrstecker, deren Blättermotiv perfekt in den Herbst passt.

Der Ohrschmuck aus Weiß- und Gelbgold wurde in den Werkstätten von Schott handgefertigt und partiell mit insgesamt 49 Brillanten in Pavéfassung besetzt (zus. ca. 0,77 ct). Der eigentliche Hingucker sind jedoch die beiden tropfenförmigen Südseeperlen, deren feiner Lüster zum ausgefallenen Look beiträgt.

Mehr als nur eine Möglichkeit es zu tragen bietet dieser Verwandlungsschmuck, der in der Epoche des Art déco in den Niederlanden angefertigt wurde. Ausgeführt als exquisite Ajour- und Millegriffes-Arbeit, wurde er üppig mit Diamanten und Brillanten besetzt: ingesamt ca. 4 ct, von denen ca. 0,63 ct auf den zentralen Solitär entfallen. Das Stück kann als Brosche oder als Collier mit feiner Kette getragen werden. Teil der komplexen Konstruktion sind zudem zwei Ohrclips, die herausgelöst und separat getragen werden können.
Nachdem am zweiten Auktionstag die Aufmerksamkeit auf Kategorien wie „Bücher“, „Spielzeug“, „Luxusartikel/Vintage/Mode“, „Glas“ und „Grafik“ gerichtet ist, startet der letzte Tag der Auktionsreihe mit der rund 180 Lose umfassenden Kategorie „Porzellan“.

Neben der Persil-Dame von Hutschenreuther, einem seltenen Biedermeier-Service der KPM Berlin und 6 Gedecken aus der Serie Le jardin de Pythagore von Hermès ist diese Figur aus den Schwarzburger Werkstätten eines der Highlights der Offerte. Lauerndes Leopardenpaar war ein Entwurf des auf naturalistische Tierplastiken spezialisierten Bildhauers Otto Pilz, der Modelle für verschiedene Porzellanmanufakturen schuf.
Anschließend stehen über 100 Lose der Kategorie „Jugendstil/Art déco“ auf dem Programm. Hier ist neben einer ovalen Deckeldose, die Josef Hoffmann zugeschrieben wird, einem Paar Hocker mit Bezügen aus der Wiener Werkstätte sowie einem vom Worpsweder Künstler Heinrich Vogeler entworfenen Armlehnstuhl vor allem auf die Kreationen der damaligen Glasmanufakturen hinzuweisen.

Zum Aufruf kommen etwa Stücke von Daum Frères und Loetz Witwe sowie diese große Vase mit Pflaumendekor, die um 1925 bei Gallé in Nancy hergestellt wurde. Der ovoide Korpus aus farblosem, bernsteinfarbenem, dunkelgrünem und pflaumenblauem Überfangglas wurde mit aufwändiger Soufflé-Technik gestaltet, die den plastischen Dekor besonders fein zur Geltung bringt.

In der Silberofferte fallen besonders die schönen Bestecksets ins Auge. 61 Teile mit stilisiertem Blattdekor stammen von WMF, während 98 Teile mit Arabeskendekor im Rokokostil bei Koch & Bergfeld in Bremen aus Sterlingsilber angefertigt wurden. Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben darf dieses 88 Teile umfassende Silberbesteck des 1874 in Flensburg gegründeten Herstellers Robbe & Berking. Verziert sind die Gabeln, Messer und Löffel mit dem Formdekor Augsburger Muschel, dessen Ursprünge vermutlich in der Goldschmiedestadt Augsburg, die zudem eine Station auf dem Jakobsweg gewesen war (Jakobsmuschel), zu suchen sind. Die Augsburger Muschel ist bei Robbe & Berking auch Teil des Dekors Alt-Faden, dort jedoch auf der Rückseite.
Bevor Möbel und Uhren die Auktionsreihe abschließen, ist der Fokus auf die Kunst gerichtet, die mit Skulpturen, Gemälden sowie Zeichnungen und Aquarellen vertreten ist.

Zwei besonders spannende Werke der Kategorie „Gemälde“ werden dem tschechischen Surrealisten Josef Vyletal zugeschrieben. Neben Gespräch mit dem Tod von 1978 handelt es sich dabei um Das abendliche Gespräch von 1982, wobei letzteres eine Wiederholung des Gemäldes Glanz und Elend der Kurtisanen aus dem Jahr 1976 darstellt. Vyletal studierte in Bratislava und Prag und wurde zunächst mit seinen Filmplakaten weltweit bekannt. Inspiriert von den Werken der Altmeister der Renaissance und der illusionistischen Bildwelt Salvador Dalís, mit dem ihn eine persönliche Freundschaft verband, wandte sich Vyletal dem Surrealismus zu. Seine Werke werden international ausgestellt.
Die Herbstauktion von Franke findet vom 15.-17. Oktober im Auktionshaus, Kalchreuther Straße 125, in Nürnberg statt. Versteigerungsbeginn ist an allen Tagen um 10 Uhr. Vorbesichtigungen sind nach telefonischer Terminvereinbarung am 13. und 14. Oktober möglich.




