Am 25. und 26. November lässt Stahl die Herzen von Sammlern und Kunstfreunden mit seinen Auktionen sicherlich wieder höher schlagen. Am ersten Auktionstag kommen Schmuck und Uhren zum Aufruf, am zweiten verführen Kunst und Antiquitäten zum Bieten.

Die Schmuckofferte umfasst herrliche Stücke aus den unterschiedlichsten Epochen und aller Herren Länder – ein kaiserlicher Anhänger aus China etwa, oder ein Paar schimmernde Ohrhänger aus der Zeit des Spätbiedermeier. Ein besonderes Highlight stellt aber gewiss dieser prachtvolle Steckring aus Gelb- und Weißgold mit fein-weißem Solitär dar. Er stammt aus dem renommierten Hamburger Juweliergeschäft Brahmfeld & Gutruf, das als ältestes noch existierendes Juwelierunternehmen in Deutschland gilt. Es wurde bereits 1743 gegründet. Einst gingen Zaren und Könige hier ein und aus, heute zählen auch Popstars zu den exklusiven Kunden. Der edle Ring selbst besteht aus einem Mantelring, in Gelbgold gefertigt, und einem schlichten, schmalen Weißgold-Reif, gekrönt von einem Brillanten.

24 der insgesamt 230 Lose aus der exquisiten Schmuck- und Uhrenauktion entfallen auf hochwertige Zeitmesser. Ins Auge sticht dabei diese Herrenarmbanduhr von Patek Phillipe mit ihrem schmalen goldenen Gehäuse und dem tiefblauen Ziffernblatt auf dem die goldenen Zeiger und Stundenmarkierungen zu schweben scheinen. Die Uhr gehört zur sogenannten Ellipse d’Or-Kollektion, die die Genfer Uhrenmanufaktur 1968 lancierte. Innovativ an dieser Kollektion war das in elliptischer Form gehaltene Gehäuse – eine Form, die eine harmonische Verbindung aus Kreis und Rechteck darstellt und vom Prinzip des „Goldenen Schnitts“ inspiriert wurde.

Die abwechslungsreiche Kunst- und Antiquitäten-Auktion am 26. November besticht mit über 400 Losen und außergewöhnlichen Angeboten. So kommen unter anderen Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und Silberwaren zum Aufruf. Ein Eyecatcher ist der signierte Siebdruck „Rain Forest“ von Roy Lichtenstein aus dem Jahr 1992. Der US-amerikanischer Künstler war einer der berühmtesten Vertreter der Pop Art. Bekannt wurde er vor allem für seine Bilder, die an Comics in kräftigen Farben erinnern. Mit seinen industriell hergestellten Comics verstand er es die Grenzen zwischen Kunst und Kommerz zu sprengen und zu hinterfragen. Bei dem angebotenen Druck fällt eine von Lichtenstein häufig genutzte Maltechnik auf, die sich Benday Dots nennt – der Hintergrund ist mit gleichmäßig gesetzten Farbpunkten gestaltet und nicht mit einer durchgehenden Farbfläche.

Ein weiteres ausgemachtes Highlight der Auktion ist auch diese Bronze-Gruppe von Auguste Rodin, dem Wegbereiter der modernen Skulptur. Der Entwurf für „Triton und Nereide“ entstand bereits vor 1908, gegossen wurde sie dann aber erst in den 1920er Jahren nach dem Tod des Künstlers. Ohne Sockel ist die Bronze etwa 36 cm hoch und besticht durch ihre scheinbare Unfertigkeit. Dieses Unvollendete ist jedoch ein charakteristisches Stilelement des Bildhauers Rodin und wird Non-Finito genannt. Inspiration dazu erhielt er von einem der größten Künstler der Renaissance: Michelangelo. Dargestellt sind der Meeresgott Triton, Sohn des Poseidon, und eine unbekleidete Nereide, eine Meeresnymphe. Sie windet sich in der festen Umklammerung seiner Arme, ihre Haare wehen um ihren Kopf. Rodin gelang es geschickt die lebhaft bewegte Szene der Begegnung dieser beiden stürmischen Meerwesen einzufangen.

Weniger dramatisch, aber nicht minder anziehend ist diese charmante Tierfigur von Henrik Wigström. Er fertigte den entzückenden Erpel um 1890 für Fabergé. Das realistisch dargestellte Tier besteht aus Tigerauge, Quarz, Nephrit und Achat und steht auf goldenen Füßchen. Auch der Schnabel glänzt golden. Die funkelnden Äuglein des stolzen Entenmännchens bestehen aus kleinen Achtkantdiamanten. Der russisch-finnische Goldschmied Wigström arbeitete ab 1903 als Werkstattleiter in der Sankt Petersburger Manufaktur von Carl Peter Fabergé und war auch für die Produktion der meisterhaft gearbeiteten und berühmten Fabergé-Eier zuständig.
Die Versteigerungen finden am 25. und 26. November im Auktionshaus Stahl, Graumannsweg 54, in Hamburg statt. Auktionsbeginn ist an beiden Tagen um 11 Uhr. Die Auktion für Kunstgewerbe beginnt am 26. November um 14 Uhr. Vorbesichtigungen sind vom 21. bis 24. November im Auktionshaus möglich.
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