Der französische Glasmachermeister und Juwelier René Lalique (1860-1945) wurde durch seine außergewöhnlichen Kreationen berühmt, die Schmuck, Parfümflakons, Vasen, Kerzenständer, Uhren und sogar Kühlerfiguren umfassen.
Auch nach mehr als 130 Jahren ist das von ihm gegründete Unternehmen noch immer aktiv. Der Kreativität und Qualität verpflichtet, bleibt es der Vision René Laliques treu, der auf eine diskrete Opulenz setzte. Seine Werke sind heute bei Sammlern und Liebhabern schöner Dinge heiß begehrt.

Seine Karriere begann René Lalique im Schmuckbereich und schuf Stücke für große Juweliere wie Aucoc, Boucheron oder Cartier. Im Alter von nur 22 Jahren arbeitete er selbstständig für mehrere Pariser Häuser, drei Jahre später übernahm er das Studio des Juweliers Jules Destapes, um sich als unabhängiger Juwelier zu etablieren.
Für seine Schmuckkreationen verwendete Lalique bisher nur wenig beachtete Materialien wie Glas, Emaille, Elfenbein und Horn. Der Glaskünstler Emile Gallé, der ihn 1897 beim Salon des Artistes Français entdeckte, nannte ihn sogar den „Erfinder des modernen Schmucks“.
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Der Begriff „3F“, der für Frauen, Fauna und Flora steht, fasst die wichtigsten Inspirationsquellen des Designers zusammen. Tatsächlich hegte Lalique eine tiefe Bewunderung für den weiblichen Körper und die organischen Formen der Natur, die für den aufkommenden Jugendstil so bedeutend waren. Seine Kreationen zierten Pfauen, Insekten und Fabelwesen.
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1895 stürzte sich Lalique in das „Abenteuer Parfüm“ und war der erste, der den Behältnissen der luxuriösen Flüssigkeiten wirklich Bedeutung beimaß. Dieser Prozess ermöglichte es ihm auch, Objekte in Serie zu produzieren und seine Kunst zu demokratisieren, indem er sie rentabler finanzierte. Sein Treffen mit dem Parfümeur François Coty trieb seine Karriere auf diesem Gebiet voran. Für ihn schuf Lalique eine große Anzahl von Flakons aus Glas, ein Material, das ihn schon seit langem reizte. Einer seiner Entwürfe war 1910 für das Parfüm Ambre antique.

Auf dem Flakon für Ambre antique ist ein Motiv zu sehen, das Lalique besonders mochte: Frauen. Vier antik gekleidete Frauenfiguren in Braunrot sind in unterschiedlichen Posen auf sehr feinem, geätztem Glas dargestellt. Der Flakon war die dritte Zusammenarbeit von Lalique und Coty und ist eine der bekanntesten.
„Steigen Sie in die höchsten Höhen des Luxus auf und besitzen Sie eines der berühmten handgeformten Meisterwerke von Lalique: den Intaglio-Flakon mit dem Parfüm Styx für fünfundsiebzig Dollar. Ein weiteres Juwel ist Amber antique für fünfundzwanzig Dollar und fünfundsiebzig Cent“, schrieb Harper’s Bazaar 1916 über die neuen Werke des Glaskünstlers.

Die Zusammenarbeit von Lalique und Coty hat die Parfümindustrie revolutioniert. Zum ersten Mal wurden Flakons zu erschwinglichen Preisen von einem renommierten Designer entworfen. Die gemeinsame Arbeit sollte Lalique veranlassen, sich nach und nach der industriellen Glasherstellung zuzuwenden, der er sich schließlich ganz und gar widmen wird.
1913 kaufte René Lalique die Glashütte von Combs-la-Ville, wo er die Produktion seiner Werke in Serie entwickelte. Nach dem Ersten Weltkrieg erkannte er, dass seine bunten Schmuckstücke nicht mehr in Mode waren und er verspürte das Bedürfnis, sich neu zu orientieren. Ab 1920 gab er seine organischen Formen zugunsten geometrischer und nüchterner Formen auf: der Meisterjuwelier des Jugendstils wurde zum Meister des Art déco-Glases.
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1921 baute er in Wingen-sur-Moder eine neue Fabrik auf, in der er seine Kreationen in Großserien herstellen ließ und verschiedene Fertigungstechniken zum Patent anmeldete. Heute beherbergt die Fabrik ein Museum, die Laliques Werk gewidmet ist.
Auf dem Auktionsmarkt erzielen Parfümflakons von René Lalique heute Preise von bis zu mehreren Hunderttausend Euro. Der bislang teuerste Flakon eine im Jahr 1905 entworfene Kreation im Wachsausschmelzverfahren (vermutlich der erste nach diesem Verfahren hergestellte Flakon) mit dem Namen Les Sirènes. 216.733 Euro wurden 2013 dafür gezahlt.

Die ältesten Lalique-Flakons wechseln bei Auktionen eigentlich immer den Besitzer und sorgen für Aufsehen. Ambre antique, Trésor de la Mer, Bouchon Eucalyptus und Bouchon Cassis sind alles Sammlerstücke, für die Liebhaber gerne tief in die Tasche greifen, um sie ihr Eigen nennen zu dürfen und die an das kreative Genie eines der größten Meister des Jugendstils und Art décos erinnern.
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