Im November 2017 wurde Salvator Mundi von Leonardo da Vinci zum Weltrekordpreis von 450 Millionen USD bei Christie's versteigert. Käufer war ein Mittelsmann des saudischen Kronprinzen, der es dem neu eröffneten Louvre Abu Dhabi überlassen wollte, wo es ab September 2018 ausgestellt werden sollte. Was nicht geschah und auch die Echtheit des Werkes wurde immer wieder angezweifelt. Seitdem galt Salvator Mundi als verschollen.
Auch die Nachfrage des Louvre in Paris, ob es möglich wäre, das Gemälde für die Jubiläumsausstellung zum 500. Todestag Leonardos in diesem Jahr auszuleihen, brachte keine Klarheit. Stattdessen wurde die Gerüchteküche weiter angeheizt.

In einem im Mai veröffentlichten Artikel wies der Telegraph darauf hin, dass der Louvre darauf bestanden haben soll, das Gemälde in seiner Ausstellung lediglich der Werkstatt Leonardo da Vincis zuzuschreiben - eine Bitte, die dem Prestige des Gemäldes hätte schaden können, weshalb es zu keiner Leihgabe für die Ausstellung gekommen sein könnte.
Darüber hinaus enthüllte Carmen Bambach, Kuratorin am Metropolitan Museum of Art, in einem am 2. Juni im Guardian veröffentlichten Artikel, dass sie im Vorfeld der Versteigerung von Salvator Mundi im Auktionskatalog fälschlicherweise als eine der Experten aufgeführt worden war, die das Gemälde ausschließlich als ein Werk von der Hand Leonardos hielten. Bambach ist nach wie vor davon überzeugt, dass Salvator Mundi größtenteils von Leonardos Assistenten Giovanni Antonio Boltraffio gemalt wurde.
Laut den Quellen des Journalisten Kenny Schachter ("zwei Personen, die an der Transaktion beteiligt waren", die behaupteten, die Arbeit sei vollständig bezahlt worden), wurde das Gemälde mitten in der Nacht auf Anweisung seines Besitzers, der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, an Bord von dessen Yacht Serene gebracht.

Die 134 Meter lange Serene war 2011 für den russischen Magnaten Yuri Shefler gebaut worden, der sie 2015 an Kronprinz Mohammed für etwa 500 Millionen USD verkaufte. Die Yacht befand sich, laut Bloomberg, am 26. Mai vor der Küste des bekannten ägyptischen Urlaubsortes Sharm el-Sheikh am Roten Meer. Salvator Mundi soll vorerst in seiner schwimmenden Luxusunterkunft verbleiben, bis die alte saudi-arabsiche Wüstenstadt al-'Ula zu einem vom Kronprinzen geförderten Kulturprojekt umgewandelt worden sein wird. Dieses monumentale Kulturprojekt steht in direkter Konkurrenz mit dem Louvre Abu Dhabi und dem vom französischen Architekten Jean Nouvel entworfenen Nationalmuseum von Katar. Die Pläne für das neue al-'Ula seien jedoch noch in der Planungsphase, wie ein Sprecher im vergangenen Dezember mitteilte.
Das Internationale Kommunikationszentrum der Regierung von Saudi-Arabien hat die Behauptungen von Kenny Schachter noch nicht kommentiert. Eins scheint jedoch sicher: Es kann noch eine Weile dauern, bis Salvator Mundi erneut öffentlich zu sehen sein wird.



