Deutschland gibt Nazi-Raubkunst an die Uffizien zurück

Das Gemälde "Vaso di Fiori" von Jan van Huysum, das 1943 von den Nationalsozialisten aus Florenz gestohlen wurde, kehrt an seinen ursprünglichen Ausstellungsort zurück.

Deutschland gibt Nazi-Raubkunst an die Uffizien zurück

Seit das Blumenstillleben von Jan van Huysum den Plünderungen durch die Nationalsozialisten 1943 zum Opfer fiel, befindet es sich in Deutschland, genauer gesagt, im privaten Besitz der Erben jenes Wehrmachtssoldaten, der es damals mitgenommen hatte.

Das auf mehrere Millionen Euro geschätzte Gemälde war 1824 von Leopold II., Großherzog von Toskana, aus dem Hause Habsburg-Lothringen, erworben und der Sammlung in seiner Florentiner Residenz, dem Palazzo Pitti, hinzugefügt worden. Während des Zweiten Weltkriegs war das Werk gemeinsam mit anderen Gemälden in einem benachbarten Ort in Sicherheit gebracht worden - was jedoch nichts brachte: Die Kunstwerke wurden von deutschen Soldaten aufgespürt und nach der Invasion durch die Alliierten mit nach Deutschland genommen.

Schwarz-Weiß-Reproduktion von "Vaso di Fiori". Jan van Huysums Werk war seit 1824 Teil der Sammlung des Palazzo Pitti, die heute den Uffizien angegliedert ist.
Schwarz-Weiß-Reproduktion von "Vaso di Fiori". Jan van Huysums Werk war seit 1824 Teil der Sammlung des Palazzo Pitti, die heute den Uffizien angegliedert ist.

Der Verbleib von Jan van Huysums Blumenstillleben wurde erst 1991 nach der Wiedervereinigung bekannt. Eine Rückgabe an Italien war damals aufgrund diverser Kompilation nicht möglich: Die Familie, in deren Besitz das Gemälde entdeckt worden war, verlangte für die Herausgabe 2 Millionen Euro und die deutschen Behörden erklärten, dass es ihnen aufgrund eines Gesetzes, nach dem eine Straftat, die mehr als 30 Jahre zurückliegt, nicht geahndet werden könne, nicht möglich sei, einzugreifen.

Anfang dieses Jahres erklärte der deutsche Direktor der Uffizien, Eike Schmidt, dass Deutschland eine "moralische Pflicht" habe, sich für die Rückgabe des Gemäldes einzusetzen und dass der Fall wieder aufgenommen werden müsse, was die deutschen Behörden auf diese Bitte hin auch taten.

Uffizien-Direktor Eike Schmidt mit der Schwarz-Weiß-Reproduktion von Jan van Huysums Blumenvase (erstellt von Alinari), die symbolisch in der Sala dei Putti im Palazzo Pitti ausgestellt ist: Foto: Gallerie degli Uffizi
Uffizien-Direktor Eike Schmidt mit der Schwarz-Weiß-Reproduktion von Jan van Huysums Blumenvase (erstellt von Alinari), die symbolisch in der Sala dei Putti im Palazzo Pitti ausgestellt ist: Foto: Gallerie degli Uffizi

Die Besitzerfamilie ließ daraufhin über ihren Anwalt verlautbaren, dass es sich bei dem Gemälde nicht um Raubkunst handele, sondern dass besagter Wehrmachtssoldat es während seiner Stationierung in Italien auf einem Markt erworben und als Geschenk für seine Frau nach Hause geschickt hätte. Welche Vereinbarung zwischen den Erben und der Bundesregierung letztendlich getroffen wurden, ist nicht bekannt.

Die Rückgabe soll in feierlichem Rahmen und in Anwesenheit von Außenminister Heiko Maas und seines italienischen Amtskollegen Enzo Moavero noch diesen Sommer in Florenz erfolgen.

Bis es soweit ist, können Sie in unserer Kategorie "Kunst & Drucke" nach Werken weiterer niederländischer Meister stöbern.