Unter dem Titel „Magnum Opus“ präsentierte Sotheby’s New York in der vergangenen Woche eine Reihe von Auktionen, die den Kunstwerken aus einer außergewöhnlichen Single-Owner-Collection gewidmet waren. Der Fokus der Sammlung lag nicht auf einem einzelnen Künstler oder einer bestimmten Epoche, sondern auf Seltenheit und Qualität, was durch jedes der rund 600 Lose perfekt repräsentiert wurde.
Dazu Jodi Pollack, Chairman of 20th Century Design and Chairman of Major Collections, Americas: „Was Magnum Opus so außergewöhnlich macht, ist die einzigartige Vision hinter der Sammlung. Jedes Werk, unabhängig von Epoche oder Kategorie, wurde mit demselben geschulten Blick und tiefer Wertschätzung für Schönheit und künstlerische Exzellenz ausgewählt. Von römischer Antike und Gemälden Alter Meister bis hin zu französischen königlichen Möbeln, islamischer Kunst und modernen Meisterwerken vereint die Sammlung außergewöhnliche Werke, die auf faszinierende Weise miteinander in Dialog treten. Sie ist ein bemerkenswerter Ausdruck intellektueller Neugier.“
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Den Auftakt bildete am 21. Oktober die „Magnum Opus Evening Auction“, die die Highlights der Sammlung umfasste. Neben Gemälden von Canaletto, Luis Meléndez, Jacob van Ruisdael und Jean-Honoré Fragonard waren es antike Stücke, die die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zogen – allen voran ein römischer Marmortorso, der, geschätzt auf 8-12 Millionen US-Dollar, mit den höchsten Erwartungen des Abends zum Aufruf kam. Diese wurden jedoch noch weit übertroffen, als sich fünf Bieter einen vierzehnminütigen Kampf lieferten, bis das Stück schließlich für 34,3 Millionen US-Dollar verkauft wurde. Dies entspricht einem neuen Auktionsrekord für ein Objekt der römischen Antike.
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Bei dem 110 cm hohen, überlebensgroßen Torso eines römischen Kaisers der julisch-claudischen Dynastie handelt es sich um eine Arbeit aus der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts. Vermutlich die sorgfältige Kopie eines Originals aus Bronze, wurde die Skulptur aus einem bestimmten Marmor von der Insel Paros angefertigt, der vor allem kaiserlichen Aufträgen und Darstellungen vorbehalten war. Die Schnitzarbeiten auf dem Brustpanzer, die u.a. den Sonnengott Sol und die Siegesgöttin Victoria darstellen, verweisen auf die Position des Kaisers als Oberbefehlshaber der römischen Armee und Bewahrer der kosmischen Ordnung, aber auch auf die göttliche Legitimation seiner Herrschaft. Derartig gestaltete Brustpanzer sind typisch von Statuen römischer Kaiser jener Epoche, mit dem Augustus von Primaporta (Vatikanische Museen) als berühmtestes Beispiel.
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Der vorliegende Torso soll aus der antiken Stadt Salona, nahe dem heutigen Split, stammen, die damals Hauptstadt der römischen Provinz Dalmatien war. Erworben wurde sie Mitte des 19. Jahrhunderts vom Österreicher Aloys Maximilian Neumann, der sie nach Graz brachte. Der Torso blieb im Familienbesitz, bis er 2010 bei Sotheby’s in New York für 7,36 Millionen US-Dollar versteigert wurde und von da an die „Magnum Opus“-Sammlung bereicherte.
Dazu Alexandra Olsman, Vice President, Sotheby’s Antiquities Specialist: „Da ich bereits zuvor das Privileg hatte, diesen außergewöhnlichen Torso zur Versteigerung zu bringen, war es besonders erfreulich, ihn nun erneut als Herzstück von Magnum Opus präsentieren zu dürfen. Die Skulptur verkörpert den spartenübergreifenden Ansatz, der dieser Sammlung zugrunde liegt: ein Werk, dessen historische Bedeutung, Seltenheit und ästhetische Kraft die traditionellen Grenzen des Sammelns überschreiten. Nur wenige antike Marmorarbeiten vereinen einen derart bemerkenswerten Erhaltungszustand, wissenschaftliche Relevanz und visuelle Wirkung – das heutige Ergebnis spiegelt die anhaltende Faszination für wahrhaft herausragende Objekte wider.“
Insgesamt erzielte die „Magnum Opus Evening Auction“ 63 Millionen US-Dollar, wobei sämtliche Lose verkauft wurden. Die drei weiteren „Magnum Opus“-Auktionen am 22. und 23. Oktober ergänzten diese Summe um 9,4 Millionen US-Dollar. Weitere Stücke der Sammlung werden im kommenden Jahr in New York und Paris versteigert werden.
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