Jetzt spielt es keine Rolle, ob du mit der Mayflower herübergekommen bist, solange du ins Studio 54 reinkommst.
Die Legende des Studio 54 nahm im Jahr 1927 ihren Anfang, als das neu errichtete Gallo Opera House an der 54th Street zwischen Eighth Avenue und Broadway in Manhattan seine Pforten öffnete. Entworfen vom Architekten Eugene De Rosa, war dem Theater leider kein Erfolg vergönnt. 1943 erwarb der Sender CBS das Gebäude und nannte es in Studio 52 um (weil es sein 52. Studio war).
Die bemerkenswerte Architektur zog die Blicke von vielen Vertretern der Kunst- und der Modewelt auf sich, denen die Transformation in einen Nachclub vorschwebte. Das Model Uva Harden konnte schließlich den Galeriebesitzer Frank Llyod davon überzeugen, in das Projekt zu investieren. Nachdem seine Marlborough Gallery jedoch 1975 durch den Rothko Case 9 Millionen Dollar verloren hatte, musste sich Lloyd aus der Finanzierung zurückziehen. Was war geschehen? Nach dem Tod Mark Rothkos (1903-1970) hatte die Marlborough Gallery gegenüber der Familie Rothkos erklärt, dass sie gemäß einer 1966 getroffenen und 1969 überprüften Vereinbarung den künstlerischen Nachlass Mark Rothkos besitze. In einem darauf folgenden Rechtsstreit verlor die Galerie jedoch, nachdem sich herausgestellt hatte, dass sie Rothkos Arbeiten unter Wert angeboten hatte.

Mit der finanziellen Unterstützung von Jack Dushey kauften die Unternehmer Steve Rubell und Ian Schrager 1977 das Gebäude. Von da an bis 1980, eine Zeit, die auch als erste Ära der Nachtclubs bezeichnet wurde, war das Studio 54 (jetzt nach seinem Standort benannt) der Place-to-be für Künstler, Models und so ziemlich jedes berühmte Gesicht. Andy Warhol bemerkte dazu: „Jetzt spielt es keine Rolle, ob du mit der Mayflower herübergekommen bist, solange du ins Studio 54 reinkommst“. Der Nachclub war das genaue Gegenteil von zurückhaltend. So wurden während einer einzigen Silvesterparty dort unglaubliche vier Tonnen Glitzer über der Tanzfläche ausgekippt.
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Nicht weniger spektakulär war die Gästeliste: Andy Warhol, Mick Jagger, Michael Jackson, Elton John, Tina Turner, Calvin Klein, Elizabeth Taylor, Cher, David Bowie, Al Pacino, Salvador Dalí, Donald Trump und Jackie Kennedy Onassis tummelten sich allesamt unter den Discokugeln. Für den Geburtstag von Bianca Jagger im Jahr 1974 ließ Steve Rubell ein strahlend weißes Pferd hereinbringen, auf dem die Ehefrau des Rolling Stones-Sängers rittlings Platz nahm.
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Auch auf der Bühne wurde viel geboten. Zwischen 1977 und 1979 gehörten Donna Summer, Stevie Wonder, Grace Jones und James Brown zum exquisiten Unterhaltungsprogramm.

Doch sollte der Traum schon bald zu einem Albtraum werden, dank Rubells Prahlerei gegenüber der New Yorker Presse, gegenüber der er erklärte, dass der Club Millionen einbrächte. Folglich richtete das Finanzamt seine Argusaugen auf die Umsätze des Nachtclubs, was dazu führte, dass der Club geschlossen werden musste, denn sowohl Rubell als auch Schrager hatten viel Geld an der Steuer vorbei erwirtschaftet.
Am 2. Februar 1980 schloss das Studio 54 seine Pforten endgültig. Der Legende nach brachte Diana Ross Rubell und Schrager zu dieser Gelegenheit ein Ständchen. Die Geschichte von Studio 54 endete damit, dass sich Schrager und Rubell der Steuerhinterziehung schuldig bekannten und für 13 Monate ins Gefängnis wanderten.
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Das Studio 54 hatte das Nachtleben und die Discokultur der späten 1970er Jahre für immer verändert. Heute lebt die Legende in den Fotografien von berühmten Fotografen wieder, die sich unter die illustren Gäste gemischt hatten. Die Bilder sind auf dem Auktionsmarkt genauso begehrt wie Andy Warhols berühmte Siebdrucke der VIP-Eintrittskarten, die für Hunderttausende Dollar gehandelt werden.
„Der Erfolg des Studio 54 war die Diktatur an der Eingangstür und die Demokratie auf der Tanzfläche“, um noch einmal Andy Warhol zu zitieren.

