In den 1950er Jahren machte sich Andy Warhol in New York aktiv auf die Suche nach Jobs als Modeillustrator für Zeitschriften wie Harper’s Bazaar und Vogue. Es war diese kommerzielle Welt, die ihn zu seiner zukunftsweisenden Serie mit Suppendosen als Ausdruck des Konsums inspirierte. Auch wenn zu einem Pionier der Pop Art-Bewegung wurde, kehrte er der Modewelt dennoch nie den Rücken. 1969 gründete er das Magazin Interview, in dem es um Kunst, Mode und Stars ging. Die Zeitschrift erlaubte Warhol, tiefer in die Modewelt einzutauchen, indem er Models wie Jerry Hall und Modeschöpfer wie Yves Saint Laurent darin präsentierte.
Lesen Sie auch: Yves Saint Laurent und die Kunst: Die Piet Mondrian Collection
Das Erbe von Warhols Einfluss auf die Modewelt wird wohl am deutlichsten bei den Kollektionen, für die sich Designer von den Farben, Themen und der Pop Art von Warhols Schöpfungen haben inspirieren lassen.

Zweifellos ist Andy Warhols berühmtesten Werk jene Serie mit den 32 gemalten Suppendosen von Campbell’s, die bei ihrer Ausstellung im Jahr 1962 für Aufsehen sorgten – ein Kommentar mit Augenzwinkern auf den Konsum. Die Bilder verfügen über einen hohen Wiedererkennungswert und so mancher Designer hat sich von ihnen inspirieren lassen, darunter Jean-Charles de Castelbajac, der ein Kleid kreierte, das auf den Suppendosenbildern basiert.

Bei anderen Objekten ist Warhols Einfluss nicht ganz so offensichtlich. Bezeichnet als „Andy Warhol der Mode“, lehnt Jeremy Scott die von ihm entworfenen Kollektionen für Moschino oft an Warhols Spiel mit Logos und Marken an, um eine ähnliche Botschaft zum Konsum auf den Laufsteg zu bringen. Und auf der Mailänder Fashion Week 2013 hüllte er einige seiner männlichen Models in Anzüge mit All-over-Prints aus Waschmittelmarken-Logos.
Möchten Sie Artikel wie diesen direkt in Ihrem Posteingang entdecken? Dann melden Sie sich noch heute für unseren kostenlosen Newsletter an!

Weitere weltberühmte Werke von Andy Warhol sind die Siebdrucke mit Marilyn Monroes Gesicht. Der Status von Marilyn als Hollywoodstar, kombiniert mit der immer beliebter werdenden Pop Art, sorgte dafür, dass die Bilder sofort bekannt wurden und es bis heute sind. Auch wenn die bunten Porträts mittlerweile häufig wiederverwendet wurden und immer noch werden, hatten sie ihren größten Einfluss in der Mode im 1991 bei der Pop Art Collection von Versace. Die Kollektion umfasste auch ein Kleid mit funkelnden Steinen und Warhols Marilyn Monroe-Druck. Ein Exemplar des Kleides hat das Met Museum in seine Sammlung aufgenommen.
Lesen Sie auch: Marilyn Monroe und die Kamera: Eine Liebesgeschichte

Eine langjährige Freundschaft verband Warhol mit der Modedesignerin Diane von Fürstenberg, der Erfinderin des Wickelkleides. Als dieses 2014 seinen 40. Geburtstag feierte, kreierte von Fürstenberg die Pop Wrap Anniversary Collection, für die sie ihre bekanntesten Schöpfungen mit der Ikonographie von Warhols Werken verband.
Lesen Sie auch: Pop Art in voller Blüte: Andy Warhols "Flowers"
Die Kollektion umfasste auch ein Twig Dress, dessen Rock mit Warhols Dollarschein-Motiv bedruckt war, sowie ein Motiv, das Diane von Fürstenberg wiederholt aufgreift: Warhols Hibiskusblüten aus der Blumenserie von 1964.
Entdecken Sie weitere Artikel über Kunst und Mode im Barnebys Magazin!









