Schön, vorlaut und ausgestattet mit der Seele eines Herumtreibers (wie ihre Katzen, die sie so sehr liebte), war Suzanne Valadon mit ihrem Haar „von der Farbe von Cognac“ selbst ein phänomenales Kunstwerk. Geboren am 23. September 1865 als Marie-Clémentine Valadon in Bessines-sur-Gartempe, Haute-Vienne, wuchs sie in armen Verhältnissen auf. Gemeinsam mit ihrer unverheirateten Mutter zog sie schon bald nach Paris auf den Montmartre. Dort nahm ihre Mutter alle möglichen Arbeiten an, um sich und ihre Tochter versorgen zu können.

Auch Suzanne Valadon ging bereits in jungen Jahren den unterschiedlichsten Betätigungen nach und arbeitete als Näherin, Blumenverkäuferin, Konditorin und Zirkusakrobatin. Als sie bei einer Aufführung vom Trapez stürzte, konnte sie jedoch nicht länger als Artistin arbeiten. Stattdessen wandte sie sich verstärkt dem Zeichnen zu und porträtierte vor allem Tiere, wie Hunde, Pferde und natürlich Katzen.
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Ausgestattet mit einer Porzellanhaut und einer anziehenden Schönheit, begannen sich schon bald mehrere Maler für sie zu interessieren. Für viele saß sie Modell, einige wurden ihre Liebhaber. Zu diesen Künstlern gehörten Pierre-Auguste Renoir (sie war die tanzende Frau in dessen berühmten Gemälde Tanz in Bougival) und Henri de Toulouse-Lautrec. Letzterem, mit dem sie eine leidenschaftliche Affäre hatte, verdankte sie ihren Spitznamen Suzanne, den er ihr in Anlehnung an die biblische Figur der Susanna („Susanna und die beiden Alten“) verlieh. Grund dafür war die Tatsache, dass sie so häufig Malern Modell saß, die viel älter als sie selbst waren. Durch ihren ständigen Kontakt mit den großartigsten Künstlern konnte Valadon ihr Können ständig mit den unterschiedlichsten Techniken ausbauen. Der erste, der ihr großes künstlerisches Talent bemerkte, war Edgar Degas, der ihr ein guter Freund wurde.
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Sie galt als rebellische, ambitionierte und selbstbewusste Frau, die sich häufig über Konventionen hinwegsetzte. 1883 wurde sie im Alter von 17 Jahren schwanger und neun Monate später Mutter eines Sohnes, der später selbst Maler werden sollte: Maurice Utrillo. Wer der Vater war, konnte nie geklärt werden, seinen Nachnamen erhielt der Junge von seinem Adoptivvater Miguel Utrillo y Molins, einem Kunstkritiker, mit dem Valadon ebenfalls ein Verhältnis gehabt hatte. 1893 begann Suzanne Valadon eine Beziehung mit dem exzentrischen Musiker Erik Satie und im darauffolgenden Jahr wurde sie als erste Frau in die Société Nationale des Beaux-Arts aufgenommen.
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1896 entschied sie sich für ein gesichertes Leben und heiratete den vermögenden Bankier Paul Mousis. Die Ehe endete dreizehn Jahre später jedoch, als sie ihren Ehemann für den jungen Maler André Utter verließ. Ihrer Beziehung mit Utter setzte Valadon mit dem bekannten Werk Adam und Eva ein Denkmal, wobei die beiden Protagonisten von ihr selbst und Utter dargestellt wurden.

Nach einen intensiven Leben voller Leidenschaft, Liebe und Kunst starb Suzanne Valadon am 7. April 1938 im Alter von 72 Jahren in Paris. Sie hinterließ Gemälde, die mit jedem Pinselstrich von der starken Persönlichkeit ihrer Schöpferin erzählen. Die Autodidaktin hatte sich nie einer bestimmten künstlerischen Tradition oder Bewegung verschrieben.
Suzanne Valadon war jedoch eine Perfektionistin, die mehrere Jahre an einem Gemälde arbeitete, bevor sie sich dazu entschließen konnte, es auszustellen. In ihren Gemälden findet sich der Primitivismus Paul Gauguins genauso wie Themen, die auch von Henri de Toulouse-Lautrec und Edgar Degas umgesetzt wurden. Später kamen Elemente des Fauvismus und des Kubismus hinzu. Valadons Gemälde begeistern mit leuchtenden Farben und einer bemerkenswerten kompositorischen Strenge. Sie galt als skandalös, da sie es als weiblicher Künstler wagte, den nackten weiblichen Körper zu malen und sich zudem selbst in fortgeschrittenem Alter nackt verewigte.
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Ihr Widerstand gegen die Konventionen der Akademie und der Avantgarde sowie ihre weiblichen Aktgemälde haben unlängst das Interesse von Künstlerinnen und Historikern geweckt, die glauben, dass Valadon auf ihre Weise gegen die von einer Männerwelt dominierten Repräsentation des weiblichen Körpers in der Kunst ankämpfen wollte.
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Aktualisierte Version eines Artikels vom 21. September 2021

