Seit Jahrtausenden ist der Mensch von den gleichermaßen eleganten wie auch mysteriösen Katzen fasziniert und bildete sie im Laufe der Jahrtausende vielfältigste Weise ab. Das älteste Beispiel ist der in einen Felsen in Libyen geritzte Kampf zwischen zwei Katzen, der vor 7.000 Jahren ausgeführt wurde. Im Alten Ägypten galten Katzen als heilig und wurden in Wandgemälden, Skulpturen und Gravuren dargestellt. Auch gab es Götter, deren menschlicher Körper von einem Katzenkopf bekrönt wurde.
Doch nicht immer war der Katze so viel Ehrerbietung beschieden. Im Mittelalter haftete ihr ein "ketzerisches" Image an und man vermutete, dass sie mit Hexen und dem Teufel unter einer Decke steckte. Diesen sündhaften Beigeschmack wurde sie bis weit ins 19. Jahrhundert nicht los und häufig waren in Gemälden, die etwas Schlüpfriges aussagen sollten, Katzen als entsprechender Hinweis abgebildet.
Doch dann wandte sich alles wieder zum guten und die viktorianische Gesellschaft begann die Katze als geliebtes Haustier wahrzunehmen, dass man auch auf Familienporträts mit dabei haben wollte. Es war der Beginn des neuen "goldenen Zeitalters" der Katze, die nun häufig zum Protagonisten diverser Kunstwerke wurde.
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Entdecken Sie mit uns nun 10 Katzenbilder, die von Künstlern aus unterschiedlichen Ecken der Welt gemalt wurden.
Utagawa Kuniyoshi, Illustrierte Sprichwörter (mit Katzen)

Beginnen wir in Japan mit Utagawa Kuniyoshi (1797-1861), einem der letzten großen Ukiyo-e-Künstler, der auch heute noch Mangaka und Tätowierer beeinflusst. In seinem Œuvre sind die unterschiedlichsten Themen zu finden: Landschaften, Geishas, Schauspieler und eben auch Katzen. Kuniyoshi, ein großer Katzenfreund, umgab sich mit den Samtpfoten während der Arbeit in seinem Atelier, wodurch sie ihn auch immer wieder für seine satirischen Drucke inspirierten. Eines von Kuniyoshis berühmtesten Werke ist jenes, in denen er mit Hilfe von Katzen japanische Sprichwörter darstellte.
Utagawa Hiroshige II., Weiße Katze, mit einer Kordel spielend

Die Bilder von Utagawa Hiroshige II. (1826-1869), einem weiteren Vertreter des Ukiyo-e, spiegelt dessen einzigartigen Ansatz und dessen sorgfältige Beobachtung einer Hauskatze wider, die er lebendig und minimalistisch zugleich darzustellen wusste. Zugleich wirken auch das rote Halsband mit dem Glöckchen und die raubtierhafte Körperhaltung des Schmusetigers gänzlich gegensätzlich.
Pierre-Auguste Renoir, Julie Manet mit Katze

Mit einem großen Katzensprung geht es nun von Japan nach Frankreich, wo wir auf Pierre-Auguste Renoirs (1841-1919) Gemälde Julie Manet mit Katze stoßen. Julie war die Tochter von Berthe Morisot und Eugène Manet, dem Bruder von Édouard Manet.
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Renoir war ein langjähriger Freund der Familie Manet, die 1887 ein Porträt von Julie bei ihm in Auftrag gab. Das Ergebnis zeugt von Renoirs sensiblem Stil zu jener Zeit, der der Porträtierten einen zarten Schmelz verleiht. Die Harmonie der Komposition wird durch das zufrieden wirkende Antlitz der schlummernden Katze unterstrichen.
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Suzanne Valadon, Raminou, auf einem Tuch sitzend

Ebenfalls in Frankreich stoßen wir auf die Freundschaft zwischen Suzanne Valadon (1865-1938) und Raminou, einer Katze, mit der sich die Malerin ihr Atelier und ihr unstetes Leben teilte. Raminou wurde zum Lieblingsmodell der Malerin mit dem "cognacfarbenem Haar" und ist der Protagonist in vielen Gemälden. Das vorliegende Beispiel zeigt Raminou in königlicher Haltung auf einem Tuch sitzend, während der bunte Teppich im Hintergrund die Fellfarbe aufgreift.
Carl Kahler, My Wife's Lovers

Der Lebensweg des österreichischen Malers Carl Kahler (1856-1906), der besonders für seine Katzenbilder bekannt ist, führte über München, Paris und Australien bis nach San Francisco, wo er sich 1890 niederließ. Im Jahr darauf erhielt er den Auftrag für ein Gemälde, das einige der Katzen der Millionärin Kate Birdsall Johnson zeigen sollte. Abgebildet wurden schließlich 42 der insgesamt 350 Stubentiger. Den Titel My Wife's Lovers steuerte vermutlich Johnsons Ehemann bei. Später wurde das Gemälde als Druck reproduziert und erlangte dadurch Berühmtheit.
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Théophile Alexandre Steinlen, Tournée du Chat Noir de Rodolphe Salis

Zurück in Paris treffen wir in Lausanne geborenen Théophile Alexandre Steinlen (1859-1923), einen Maler und Grafiker des Jugendstils, der vor allem für sein Plakate für das Kabarett Le Chat Noir bekannt ist. Das Chat Noir war eines der ersten modernen Kabarette und befand sich am Fuß des Montmartre. Das Plakat taucht auf und in den unterschiedlichsten Bildträgern und Medien auf: Postkarten, Dosen, Tabletts sowie in Film, Fernsehen, Comics und sogar Videospielen.
Paul Klee, Katze und Vogel

In der Schweiz stoßen wir auf Katze und Vogel, des Malers und großen Katzenfreundes Paul Klee (1879-1940) – ein ikonisches Stück Expressionismus. Der Kopf der Katze füllt beinahe das gesamte Bild aus. Starrt sie mit intensivem Blick den Betrachter an? Weit gefehlt! Klee lässt uns an den Gedanken der Katze teilhaben, indem er den von ihr begehrten Vogel, hervorgehoben mit roter Farbe, auf ihrer Stirn abbildet. Das Verlangen der Katze wird durch die ebenfalls rote Nase, die ihr pochendes Herz symbolisiert, unterstrichen.
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Henriëtte Ronner-Knip, Versteckspiel

Fahren wir nun gemächlich nach Belgien und spielen Verstecken mit den unzähligen Katzen, die das Atelier der Malerin Henriëtte Ronner-Knip (1821-1909) bevölkerten. Die Zuneigung, die Ronner-Knip zu ihren Vierbeinern verspürte, wird auch in ihren Gemälden deutlich. Auch die Tatsache, dass sie die Katzen bevorzugt in einer luxuriösen Umgebung darstellte, zeugt von ihrer Sorge um deren Wohlergehen.
Franz Marc, Kater auf gelbem Kissen

Der deutsche Expressionist Franz Marc (1880-1916) verzichtete auf solchen Schnickschnack und konzentrierte sich ausschließlich auf Form und Farbe, wobei den Farben oft eine symbolische Rolle zukam. Seine weiße Katze lässt er auf einem gelben Kissen schlafen, Gelb war für Marc die Farbe des "weiblichen Prinzips". Die ebenfalls verwendete Farbe Rot symbolisiert die Materie, also das Leben an sich. Mit denen reduzierten Formen schafft es Franc Marc, starke Emotionen hervorzurufen.
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Louis Wain, The Bachelor Party

Unsere Reise auf dem "Catwalk" endet in London, wo Louis Wain (1860-1939) als Illustrator von sich reden machte. Wains Spezialgebiet waren anthropomorphisierte Katzen, die aufrecht umherspazierten, rauchten, Alkohol tranken, Golf spielten und elegante Kleider trugen.
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Ein Werk von Louis Wain, das viele Elemente seiner humoristischen Katzendarstellungen aufgreift, ist The Bachelor Party ("Der Junggesellenabschied"). Man achte auch auf die Namen der Getränke.
In diesem Sinne: Prost und Miau!




