Am 25. November feiert Tajan die Zeitgenössische Kunst und deren beste Vertreter mit einer herausragenden Selektion von 48 Losen. Die Auktion findet im Anschluss an eine der Moderne gewidmeten Versteigerung am 24. November und ist damit Teil der Prestige-Auktionen, mit denen das Pariser Auktionshaus traditionell das Jahr beendet.

"Adrian Ghenies Interpretation von Edgar Allan Poes bemerkenswertem Gedicht Der Rabe besteht aus einer Serie unikaler Collagen, die sein herausragendes Genie unterstreichen, aber auch seine emotionale Stärke und brutale Energie", sagt Tajans Präsidentin Rodica Seward, die Adrian Ghenie, dessen Nevermore-Collagen, die den Katalog anführen, gar nicht genug loben kann.
Geboren 1977 in Rumänien, eroberte Adrian Ghenie die Kunstszene zu Beginn des neuen Jahrtausends mit seinen Porträts, seinen mit einem Palettenmesser ausgeführten Gemälden und seinen Fotocollagen. Mit seinem bildhaften Stil, der mit Francis Bacon vergleichbar ist, war er bereits in zahlreichen internationalen Ausstellungen vertreten und repräsentierte sein Heimatland 2015 auf der Biennale in Venedig.

Die sechs Collagen der Serie stellen visuelle Neuinterpretationen von Edgar Allan Poes Gesicht Der Rabe dar. Ghenie nähert sich dem Thema durch Darstellungen des Vogels und des Autors sowie von Charles Baudelaire, Stéphane Mallarmé und Fernando Pessoa, die das Gedicht ins Französische bzw. Portugiesische übersetzten. Der Titel Nevermore ("Nimmermehr") bezieht sich auf die Antwort, die der Rabe dem Erzähler auf jede im Gesicht gestellte Frage gibt. Mit den Collagen versuchte sich Ghenie darin, das Unübersetzbare zu übersetzen und das Bild des Raben von einem Autor zum nächsten zu übertragen.
Nevermore, das eine anspruchsvolle Präsentation eines komplexen und chiffrierten literarischen Texts darstellt, stammt aus einer europäischen Privatsammlung und wird mit einem Schätzpreis von 300.000-500.000 Euro zum Aufruf kommen.

Der verhüllte Pont Neuf zählt neben dem verhüllten Reichstag zu den berühmtesten Projekten des Künstlerduos Christo und Jeanne-Claude. Die Intention dahinter war der Dank Christos gegenüber der Stadt Paris, die ihn 1958 aufgenommen hatte, nachdem er sein kommunistisches Heimatland Bulgarien verlassen hatte. Die Vorbereitung dazu begann im Jahr 1975 und auch die Finanzierung stand. Dennoch dauerte es wegen des Gegenwinds einiger Politiker zehn Jahre, bis die Installation ausgeführt werden konnte. Am 22. September 1985 war es schließlich soweit. Das Projekt wurde ein großer Erfolg und lockte 3 Millionen Besucher an.

Der Pont Neuf, der, von 1578 bis 1607 erbaut, als erste Brücke das linke und das rechte Seineufer miteinander verband, ist heute die älteste Brücke von Paris. Im Laufe seiner Geschichte inspirierte er viele Künstler, darunter Renoir, Turner und Picasso. Der zeitgenössische Versuch von Christo und Jeanne-Claude verwandelte das Wahrzeichen in eine moderne und aerodynamische Struktur. Nun kommt eine der vorbereitenden Skizzen zu dem Projekt, das die Geschichte eines der bedeutendsten Bauwerke von Paris erweiterte, bei Tajan zum Aufruf. Beschriftet mit Signatur, Datum und Titel hatte die in Mischtechnik auf Karton ausgeführte Arbeit bislang nur zwei Vorbesitzer und war seit 1988 nicht mehr auf dem Auktionsmarkt angeboten worden.

Als eine bedeutende Persönlichkeit der New Yorker Kunstszene der 1970er und 1980er Jahre, konnte der Neo-Expressionist und Filmemacher Julian Schnabel große Erfolge mit seinen Gemälden erreichen. Als dann jedoch der 15 Jahre jüngere Jean-Michel Basquiat auf der Bildfläche erschien, hatte dieser Höhenflug ein Ende. Trotzdem machte sich Schnabel 1996 daran, den biografischen Film Basquiat zu drehen, was den Beginn seiner Karriere als Regisseur markierte. Seitdem geht Schnabel abwechselnd seinen Tätigkeiten als Maler und Filmemacher nach, was das Werk Lores bestätigt, das 1998 zwischen den Veröffentlichungen von Basquiat und des zweiten Schnabel-Films Before the Night entstand.

Im Sommer 1964 begann Andy Warhol mit der Arbeit an seiner Flowers-Serie, die im Fokus seiner ersten Einzelausstellung in der Galerie von Leo Castelli stehen sollte. Warhol wählte eine quadratische Leinwand, um verschiedene Hängungsmöglichkeiten zu gewähren und unterschiedliche Techniken aus der geometrischen Form heraus zu entwickeln. Als Vorlage diente ihm nicht die Natur selbst, sondern die Fotografie einer Hibiskusblüte, die er in der Zeitschrift Modern Photography entdeckte hatte.
Die bei Tajan angebotene Version von 1964 ist ein mit Acrylfarbe übermalter Siebdruck auf Leinwand von monochromer Farbgebung, der keine offensichtliche Verbindung zur Pop Art hat, aber dennoch eine ikonische und zeitlose Arbeit darstellt.

In der kleinen Offerte taucht mit Pierre Alechinsky, einer der Mitgründer der CoBrA-Gruppe, ein weiterer großer Name auf. Auch eine filigrane Skulptur von Igor Mitoraj und ein Werk des Arte Povera-Künstlers Pier Paolo Calzolari dürfen nicht unerwähnt bleiben.
Aufgrund der COVID-19-Beschränkungen finden die Auktionen ohne Saalpublikum statt. Gebote können telefonisch oder online abgegeben werden.
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