Am 8. März findet bei Cooee Art, der ältesten Galerie für Aborigines-Kunst in Sydney, die Indigenous Fine Art Auction statt. Die rund 100 Lose umfassen hauptsächlich traditionelle Gemälde, aber auch bemalte Totempfähle, Speere, Bumerangs und Figuren.
Die Kunst der Aborigines ist bekannt für ihre tiefe kulturelle Bedeutung, mit Symbolen und einer Ikonographie aus der Zeit vor 60.000 Jahren, neu interpretiert in modernen Kompositionen. Im vergangenen Jahrhundert begannen Künstler, diese Symbole und Landschaften in Gemälden und Aquarellen zu bewahren. Jede Aborigines-Gemeinde hat eine einzigartige Geschichte, die in diesen Kunstwerken festgehalten wird, deren Verkauf wiederum die Gemeinschaft unterstützt. Die Kunst der Aborigines konzentriert sich auf die Traumzeiten, die mit ihrer Abstammung und Religion gleichzusetzen sind.
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Als Top-Los kommt Emily Kame Kngwarreyes Bush Potato zum Aufruf, das ein Stadium im Wachstumszyklus der wilden Yamswurzel widerspiegelt, einer wichtigen Nahrungsquelle der Wüsten bewohnenden Aborigines. Das Motiv der Yamswurzel findet sich in allen Werken Kngwarreyes wieder, auch wenn es nicht immer offensichtlich ist. Die Yamswurzel ist ein Symbol der Fruchtbarkeit und Lebensquelle zukünftiger Generationen. Die harmonischen Töne von Kürbis, Koralle, Gelb und Ocker sind warm und einladend und vermitteln eine Beziehung zur Natur und zur Ernte. Emily Kame Kngwarreyes Gemälde werden auch in der Tate Gallery in London ausgestellt.

Ein weiteres bedeutendes Werk von Emily Kame Kngwarreye in der Auktion ist Women’s Dreaming, in dem ebenfalls das Thema Essen im Fokus steht: Nrange, die heiligen Grassamen, die dem Emu als Nahrungsquelle dienen und ein fester Teil im Repertoire von Kngwarreyes Bildsprache sind. Nach ihren Anfängen in der Textilkunst wechselte Kngwarreye später zur Malerei, die zunehmend abstrakter wurde. In ihrem Spätwerk aus den 1990er Jahren begann sie jedoch, die Darstellung von Formen, Figuren und Ikonen wiederzubeleben.

Charlie Tawara (Tararu) war ein Gründungsmitglied von Papunya Tula, einer 1972 ins Leben gerufenen Künstlerkooperative der Aborigines, die die Kunstbewegung der Western Desert vorantrieb und vor allem für ihre „Dot Paintings“ bekannt ist. Die Punkte sollten die in diesen Kunstwerken verborgene heilige Bedeutung verschleiern. In frühen Werken, wie dem vorliegenden, stellte Tawara heilige Elemente und Gegenstände dar, die aufgrund der damaligen Kontroversen später zugunsten einer weltlichen und dekorativen Ikonographie aus den Malereien der Pintupi weichen mussten. Tawara schuf Cave Dreaming mit natürlichen Erdpigmenten.

Long Jack Phillippus war ein bedeutendes Mitglied der Kunstbewegung der Western Desert in Papunya und Teil der dortigen Gruppe, die 1971 das Wandbild Honey Ant Dreaming geschaffen hatte, ein Werk, das den Anstoß für die zeitgenössische Kunst der Aborigines gab. Es wurde später von den australischen Behörden in einem Akt entfernt, der heute als „kultureller Vandalismus“ bezeichnet wird. In Rebellion dagegen blühte die Kunst der Aborigines mit Künstlern auf, die sich der Bewahrung ihrer Kultur und künstlerischen Traditionen verschrieben hatten. Long Jack Phillipus’ Arbeit war einem weicheren, etwas dekorativen Ansatz zugeneigt, für die er die traditionellen Erdfarben auf harmonische Weise verwendete. In dem vorliegenden frühen Werk Possum Dreaming folgt mit seinen geschwungenen Linien den Spuren der langen Reisen der Opossum-Geistermänner, die ovalen Formen sind Schilde, die mit Opossum-Symbolen verziert sind, die schrägen Bänder stellen die Körperbemalung der Corroboree-Teilnehmer dar.

Als früher Pionier der zeitgenössischen Kunst der Aborigines und als einer der berühmtesten australischen Künstler gilt Albert Namatjira, dessen Aquarelle typischerweise die die intensive Farbigkeit der Wüstenlandschaft, der Schluchten und Täler seines Geburtslandes und seiner Traumzeit einfangen. In seinen Kompositionen kombinierte er Inspirationen aus der westlichen Kunst mit den traditionellen Motiven und Ansichten der Aborigines. Das vorliegende Gemälde wurde von Terry Southwell-Keely, dem Initiator der Autorallye Ampol Redex Trials, auf einer seiner vielen Reisen direkt von Albert Namatjira gekauft. Southwell-Keely kämpfte während des Zweiten Weltkriegs in Neuguinea, Palästina und El Alamein, bevor er BBC-Kriegsberichterstatter wurde, der hinter den feindlichen Linien im von Deutschland besetzten Frankreich und Griechenland berichtete. Diese schöne Landschaftsaufnahme aus der Mitte des 20. Jahrhunderts unterstreicht Namatjiras Beherrschung der Perspektive und der Farben.
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