Uhren-Raritäten der Spitzenklasse bei Auktionen Dr. Crott

Die kommende Versteigerung bei Auktionen Dr. Crott mit vielen gesuchten Raritäten gehört zu jenen, die sich Uhrensammler und -enthusiasten auf keinen Fall entgehen lassen dürfen.

Uhr mit Musikautomat, John Mottram für den Kaiserhof von China, ca. 1790
Uhr mit Musikautomat, John Mottram für den Kaiserhof von China, ca. 1790

Die 98. Versteigerung von Auktionen Dr. Crott findet am 10. November in Frankfurt statt. Zum Aufruf kommen mehr als 600 Lose, die Uhren verschiedenster Formate umfassen. Die historischen, modernen oder Vintage Stücke der Auktion bestechen durch ihren Seltenheitswert - eine fantastische Gelegenheit für Sammler außergewöhnlicher Zeitanzeiger!

Großuhren

Das mit dem höchsten Schätzpreis der Auktion versehene Los der Auktion ist unter den Großuhren zu finden. Die hochinteressante Uhr aus dem späten 18. Jahrhundert war einst Teil der Sammlung der Kaiser der chinesischen Qing-Dynastie, die als letzte Herrscherdynastie von 1644 bis 1912 regierte. Die Uhrensammlung, die sich auf mehrere Paläste verteilte, bestand aus 4000 Objekten vornehmlich englischer und Schweizer Herkunft und dürfte die bedeutendste der Welt gewesen sein.

Uhr mit Musikautomat, John Mottram für den Kaiserhof von China, ca. 1790
Uhr mit Musikautomat, John Mottram für den Kaiserhof von China, ca. 1790

Die vorliegende Uhr mit vergoldetem Bronzegehäuse und Schmucksteinbesatz, wurde vom englischen Uhrmacher John Mottram hergestellt und an den chinesischen Kaiserhof geliefert. Die Uhr verfügt über einen Viertelstundenschlag und ein Musikspielwerk, das vier Melodien umfasst, darunter vermutlich For He's a Jolly Good Fellow. 

Etwa zur gleichen Zeit fertigte der Uhrmacher Antide Janvier in Paris eine große Pendule im antikisierenden Stil des Directoire an. Ihr feuervergoldetes Messinggehäuse ist in einen Nussholzrahmen gefasst, der die Form einer Lyra hat, bei der es sich um eines der Attribute des griechischen Gottes Apollon handelt.

Directoire Lyrenpendule, Janvier à Paris, ca. 1791
Directoire Lyrenpendule, Janvier à Paris, ca. 1791

Um ein Stück von musealer Qualität handelt es sich bei einer Montranzuhr, die um 1600 vom Augsburger Uhrmacher Martin Zoller ausgeführt wurde. Die bedeutende Uhr verfügt über ein feuervergoldetes Gehäuse mit Sockel sowie ein versilbertes Zifferblatt. Zu ihrer weiteren Ausstattung gehören Viertelstunden- und Stundenschlag, Kalender, Weckwerk und Mondphase.

Bedeutende, museale Monstranzuhr, Martin Zoller in Augsburg, ca. 1600
Bedeutende, museale Monstranzuhr, Martin Zoller in Augsburg, ca. 1600

Armbanduhren

Die Armbanduhren-Offerte der Auktion wird von einem ganz besonderen Exemplar von A. Lange & Söhne, Glashütte angeführt. Bei der Lange 1 Tourbillon mit Rotgoldgehäuse von 2002 handelt es sich um das vermutlich einzige Exemplar mit schwarzem Emaillezifferblatt. Es handelt sich sehr wahrscheinlich um eine Sonderanfertigung, die nun in der Auktion von ihrer Originalschatulle, ihrer Bedienungsanleitung und einer Garantiekarte begleitet wird.

A. LANGE & SÖHNE, GLASHÜTTE Lange 1 "Tourbillon", ca. 2002
A. LANGE & SÖHNE, GLASHÜTTE Lange 1 "Tourbillon", ca. 2002

Eine weitere Tourbillon-Armbanduhr aus dem Hause A. Lange & Söhne ist das auf 150 Stück limitierte Modell Pour le Mérite, das um 1997 auf den Markt kam. Ihr Name nimmt Bezug auf den preußischen Verdienstorden gleichen Namens, der 1740 von Friedrich II. gestiftet worden war.

A. LANGE & SÖHNE, GLASHÜTTE Tourbillon "Pour le Mérite", ca. 1997
A. LANGE & SÖHNE, GLASHÜTTE Tourbillon "Pour le Mérite", ca. 1997

Eine Vintage Nautilus Jumbo von Patek Philippe befand sich 40 Jahre lang im Besitz ihres Erstkäufers und wird nun in hervorragendem Zustand erstmals in einer Auktion angeboten. Die letzte Generalüberholung erfolgte gerade erst im Juni 2018. Das hervorstechendste Merkmal dieser Full Set-Nautilus des Genfer Herstellers ist ihr Zifferblatt. Dessen ursprünglich schwarze Farbe hat sich durch Umwelteinflüsse cognacfarben verfärbt, wodurch es zu einem der begehrten "Tropical Dials" wurde. Meist fallen diese Verfärbungen eher ungleichmäßig aus. Im vorliegenden Falle hat sich jedoch eine gleichmäßige Patina  mit wunderbar changierenden Effekten entwickelt.

PATEK PHILIPPE GENÈVE Nautilus Jumbo, ca. 1978
PATEK PHILIPPE GENÈVE Nautilus Jumbo, ca. 1978

Die Rolex Referenz 6238 wird in Sammlerkreisen als "Pre-Daytona" angesehen, also als Vorläufer des legendären und heute überaus begehrten Daytona-Modells. Die Auflage der Referenz betrug 3600 Stück, ein Exemplar wurde 1969 von George Lazenby alias James Bond in dem 007-Abenteuer Im Geheimdienst ihrer Majestät getragen.

ROLEX Referenz 6238, ca. 1964
ROLEX Referenz 6238, ca. 1964

Eine weitere Vintage Rolex aus den 1960er Jahren ist mit dem Oyster Perpetual GMT-Master Superlative Chronometer (Ref. 1675) in der Auktion vertreten. Das Zifferblatt der gelbgoldenen Armbanduhr verfügt über konische und Baton-Leuchtindizes, die es als einem "Tropical Nipple Dial" ausweisen.

ROLEX Oyster Perpetual GMT-Master Superlative Chronometer, ca. 1967
ROLEX Oyster Perpetual GMT-Master Superlative Chronometer, ca. 1967

Taschenuhren

Bei einer astronomischen Taschenuhr von Patek Philippe & Co. Geneva besticht nicht nur ihr Seltenheitswert (nur etwa 70 Exemplare dieses Modells wurden hergestellt), sondern auch ihre Vorgeschichte. Die goldene Uhr wurde 1903 von Clarence W. Barron erworben, einer der bedeutendsten Persönlichkeiten des Finanzjournalismus, der in Boston und Philadelphia zwei Nachrichtenagenturen besaß. Händler war Shreve, Crump & Low in Boston, dem ältesten Lieferant für Luxusgüter in Nordamerika, der über viele Jahrzehnte eng mit Patek Philippe zusammenarbeitete.

PATEK PHILIPPE & CO, GENEVA Astronomische Taschenuhr, ca. 1902
PATEK PHILIPPE & CO, GENEVA Astronomische Taschenuhr, ca. 1902

Eine überaus seltene Kostbarkeit stellt eine einzeigrige Miniatur-Spindeltaschenuhr des englischen Uhrmachers William Clay aus dem 17. Jahrhundert dar. Das polychrome Goldemaillegehäuse stammt jedoch aus Frankreich. Das Blütendekor in transluzidem Champlevé-Emaille wurde vermutlich nach dem Vorbild des Florilegium des niederländischen Blumenhändlers Emanuel Sweerts geschaffen. Im Florilegium ließ Sweerts die von ihm in seinem eigenen Garten kultivierten Pflanzen in Kupferstichen dokumentieren und abbilden.

Miniatur-Goldemaille-Spindeltaschenuhr, William Clay, ca. 1630
Miniatur-Goldemaille-Spindeltaschenuhr, William Clay, ca. 1630

Eine weitere Goldemaille-Taschenuhr der Auktion, die in diesem Fall jedoch im en grisaille-Stil verziert wurde, wurde etwa 1776 angefertigt. Auch hier stammt das Werk aus England. Bei der Verzierung des Gehäuses handelt es sich um eine Arbeit von George Michael Moser, der in Schaffhausen zur Welt kam, ab 1726 jedoch in London lebte und als Punzierer und Emaillemaler arbeitete.

Goldemaille-Taschenuhr, Grignion/James Snelling/George Michael Moser, London, ca. 1776
Goldemaille-Taschenuhr, Grignion/James Snelling/George Michael Moser, London, ca. 1776

Mit einer musealen Barock-Kutschenuhr kommt schließlich auch eine Arbeit des Friedberger Uhrmachers Kaspar Sacherer aus dem frühen 18. Jahrhundert zum Aufruf. Auf der Rückseite des feuervergoldeten Messinggehäuses ist ein Stück Heimat Kaspar Sachereres eingraviert: Schloss Freidberg, das sich damals im Besitz des in Bayern regierenden Hauses Wittelsbach befand.

Friedberger Barock Kutschenuhr, Kaspar Sacherer, ca. 1710
Friedberger Barock Kutschenuhr, Kaspar Sacherer, ca. 1710

Neben bedeutenden Uhren kommen in der Auktion auch historische Vermessungs- und Navigationsinstrumente sowie eine schöne Auswahl kostbarer Schnupftabakdosen.

Die Auktion findet am 10. November 2018 ab 12 Uhr im Sheraton Hotel am Flughafen Frankfurt statt. Dort können alle Lose der Auktion am 9. November (14-20 Uhr) und am 10. November (8:30-11 Uhr) besichtigt werden. Die Teilnahme an der Auktion kann durch persönliche Anwesenheit im Auktionssaal, telefonisch, schriftlich oder online erfolgen.

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