Mit einem solch spannenden Fund hatte Tom Clarke vermutlich nicht gerechnet, als er sich im Mai letzten Jahres mit seinem Metalldetektor auf einer Schafweide bei Aylesbury, Buckinghamshire auf die Suche machte. Aus einer Tiefe von rund 25 cm konnte er ein Goldobjekt bergen, das er zunächst für einen mittelalterlichen Siegelring hielt. Doch verriet ihm die Gravur schon bald, dass das Objekt jüngeren Datums war und einst einen berühmten Besitzer hatte: George Grenville, der von 1763 bis 1765 britischer Premierminister war und dessen Familie in der Nähe ein Anwesen besaß.
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Ein Jahr, nachdem der Ring von Tom Clark aus dem Erdreich geborgen worden war, kam er in der Auktion „Jewellery, Watches, Silver and Objects of Vertu“ bei Noonans in Mayfair, London unter den Hammer. Geschätzt auf 8.000 GBP fiel der Hammer schließlich bei 9.500 GBP. Der erfolgreiche Käufer unter den vielen Interessenten stammt aus den USA.
Warum dieser englische Ring für einen Amerikaner so interessant ist, erklärt Nigel Mills, Artefakt- und Münzexperte bei Noonans: „Wo sich das Land gerade darauf konzentriert, wer der nächste Premierminister sein wird, freuen wir uns, auf einen Machthaber von vor 260 Jahren zurückzublicken. Der Ring stammt aus dem 18. Jahrhundert und gehörte ursprünglich George Grenville, der ab April 1763 für etwas mehr als zwei Jahre Premierminister war. Er versuchte, Großbritanniens wachsende Schulden zu reduzieren, indem er die Einnahmen in den amerikanischen Kolonien durch die Einführung des Sugar Act, des Currency Act und des Stamp Act erhöhte. Diese neuen Gesetze, insbesondere der Stamp Act, stießen bei den Kolonisten auf starken Widerstand und lösten Proteste aus, die dazu führten, dass George III. Grenville entließ. Der Stamp Act wurde 1766 aufgehoben, aber Bedenken hinsichtlich der Besteuerung führten letztendlich zum amerikanischen Unabhängigkeitskrieg von 1775-83.“
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Den Ring vermachte George Grenville vermutlich seinem Sohn selben Namens. Irgendwann im Laufe der Jahre ging das Erbstück jedoch verloren, um auf einer Weide wieder aufzutauchen. Die bei der Auktion erzielte Summe wird zwischen dem Finder und dem Besitzer der Weide aufgeteilt. Dazu Tom Clark: „Ich habe mir die Auktion nicht angeschaut, da ich mit dem Metalldetektor unterwegs war. Ich habe erst aufgehört, als es anfing zu regnen! Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, es ist fantastisch. Ich würde das Geld gerne auf mein Bankkonto einzahlen, aber ich bin sicher, dass meine Frau Ideen hat, wie sie es ausgeben kann!“
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