Der Kauf eines Metalldetektors kann sich durchaus als lohnenswert erweisen – so verhielt es sich zumindest für den britischen Cafébesitzer Charlie Clarke, der sechs Monate nachdem er sich der Hobbyschatzsuche verschrieben hatte, eine Entdeckung machte, wie sie „nicht einmal im Leben, sondern einmal in 30 Leben“ geschieht, wie es The Guardian formulierte.
Nachdem er schon dachte, mit leeren Händen von einem Feld in Warwickshire heimkehren zu müssen, fing sein Detektor eindringlich an zu piepen. Clarke begann zu graben und fand zu seinem Erstaunen einen außergewöhnlichen Goldanhänger, der mit den Symbolen Heinrichs VIII. (1491-1547) und dessen ersten Gemahlin, Katharina von Aragon (1485-1536), verziert war. Der herzförmige Anhänger hing an einer schweren Kette aus 75 Gliedern und einer Schließe in der Form einer Hand.
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Heinrich VIII. traf die spanische Prinzessin Katharina von Aragon erstmals im Jahr 1501, als er sie zum Altar geleitete, wo sie seinen älteren Bruder Arthur heiratete. Nach Arthurs unerwartetem Tod im Jahr darauf, ehelichte Heinrich die nunmehr verwitwete Katharina. Am 24. Juni 1509 wurde das Paar gemeinsam gekrönt. Von den fünf gemeinsamen Kindern überlebte nur Tochter Maria. Da Heinrich jedoch dringend einen Sohn und Erben brauchte, ging er soweit, mit der Kirche in Rom zu brechen, um sich scheiden lassen zu können. Katharina wurde vom Hof verbannt und von ihrer Tochter getrennt. Heinrich heiratete noch fünf Mal und ließ zwei seiner Gemahlinnen hinrichten, was ihm den Spitznamen „englischer Blaubart“ einbrachte.
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Doch zurück zu dem Anhänger und den darauf abgebildeten Symbolen: Ab 1486 war die rot-weiße Rose das Symbol der Herrschaft der Tudors („Tudor-Rose“). Der Granatapfel symbolisierte die Eroberung Granadas durch Katharinas Eltern, Ferdinand von Aragon und Isabella von Kastilien, im Jahr 1492. Die Darstellung der Frucht kann in diesem Fall mit Katharina assoziiert werden. Während die Vorderseite des Schmuckstücks die mit den Zweigen eines Granatapfelbaums verschlungene Tudor-Rose zeigt, ist auf der Rückseite die Inschrift „+TOVS +IORS“ zu lesen – ein Wortspiel, das „für immer“ bedeutet. Darüber sind als lombardische Versalien die Buchstaben H und K (für Henry und Katherine) zu sehen. Laut der Experten des British Museum datiert das Objekt sehr wahrscheinlich ins Jahr 1521. Ungeklärt ist nach wie vor, ob es eine direkte Verbindung zu Heinrich und Katharina gibt und wie der Anhänger auf das Feld in Warwickshire gelangt ist.
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Das 300 Gramm schwere Objekt aus 24-karätigem Gold kann jetzt im British Museum bewundert werden. Über seinen Wert ist nichts bekannt, doch es wird erwartet, dass der glückliche Finder, Charlie Clarke, seinen Erlös mit dem Besitzer des auf so unverhoffte Weise fruchtbaren Feldes teilen wird.










