Mit einem wunderbar bestückten Katalog meldet sich das Hamburger Auktionshaus Stahl aus der Sommerpause zurück. Darin aufgeführt: 700 Lose aus den Bereichen Schmuck und Kunst, die am 25. und 26. September versteigert werden. Sechs Highlights möchten wir Ihnen nun näher vorstellen.
Der erste Auktionstag ist den Kategorieren „Schmuck & Juwelen“, „Armbanduhren & Sammleruhren“ sowie „Taschen & Accessoires“ gewidmet.

Den Auftakt der Auktion bilden bezaubernde Kreationen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Neben einem außergewöhnlichen Jugendstil-Schlangenarmreif und einem Fin de Siècle-Amethystanhänger ist vor allem das goldene Abendtäschchen Magnolia hervorzuheben, dessen Meisterzeichen „Tiffany & Co Paris“ als Hersteller bzw. Verkäufer angibt. Tiffany & Co verfügt seit 1850 über eine Pariser Niederlassung. Seit 1910 residiert das renommierte Unternehmen in der prestigeträchtigen Rue de la Paix. Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben darf ein goldenes Art déco-Etui, das vom Goldschmied Antoine Gustave Renault für Cartier angefertigt wurde.

Einen Solitärring mit Brillantbesatz darf wohl getrost als Evergreen unter den Schmuckstücken bezeichnet werden – nicht zuletzt aufgrund seiner Beliebtheit als Verlobungsring. Ein klassisches Exemplar liegt mit einem Platinring vor, dessen Hauptstein ca. 4,20 ct wiegt. Begleitet wird dieser von zwei Trapezdiamanten von zusammen ca. 0,35 ct auf den Ringschultern. Ebenfalls interessant ist ein moderner Ring mit natürlichem Ceylon-Saphir von ca. 7,25 ct.

Auch Liebhaber sammelwürdiger Armbanduhren werden an diesem Tag auf ihre Kosten kommen. Zuvorderst zu nennen ist hier eine sehr seltene Calatrava Tonneau von 1971. Die Vintage-Uhr verfügt über ein tonnenförmiges, ultra-flaches Edelstahlgehäuse sowie ein matt-blaues Zifferblatt und ist mit einem Krokolederarmband ausgestattet. Von dieser Calatrava mit der Referenz 3574 wurden zwischen 1970 und 1974 nur rund 500 Exemplare hergestellt. Weitere Armbanduhren-Highlights sind eine Nautilus von Patek Philippe von 1983 sowie eine Rolex GMT-Master Rootbeer 'Tiger Eye’ von ca. 1971.
Den Abschluss des ersten Auktionstages bilden schließlich luxuriöse Accessoires mit gesuchten Taschen von Hermès, darunter eine neuwertige Constance aus Straußenleder in der Farbe Rose Bubble Gum sowie eine Birkin Bag 35 aus Clémence-Kalbsleder in der Farbe Gold von 2018.
Der zweite Auktionstag umfasst die Kategorien „Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts“, „Bronzen & Skulpturen“, Kunstgewerbe & Antiquitäten“ sowie „Collectibles“.

Angeführt wird die Offerte von Max Pechsteins Gemälde Abendwolken, mit dem der Brücke-Maler 1922 die abendliche Stimmung in Leba einfing. Pechstein verbrachte von 1921 bis 1944 jedes Jahr den Sommer in dem pommerschen Küstenstädtchen, dessen Landschaft ihn immer wieder zu inspirieren vermochte. Auch die sich im Wasser spiegelnden Fischerboote im Hafen von Leba sind ein wiederkehrendes Motiv, wie etwa in den Gemälden Hafen von Leba (Stedelijk Museum Amsterdam), Am Strom im Winter (Leba) (Nationalgalerie Prag) und Abend (versteigert 2011 in London), die aus demselben Zeitraum stammen. Von Pechsteins Brücke-Kollege Ernst Ludwig Kircher kommt die kommt die Kreidezeichnung Sitzende mit schwarzen Strümpfen (um 1909) zum Aufruf.

Sich ewig an einen Stil zu binden war August Mackes Sache nicht. In seiner nur rund 10 Jahre umfassenden Karriere wechselte er vom Symbolismus zum Impressionismus und vom Impressionismus zum Expressionismus, wobei er sich vom Fauvismus Henri Matisse’ genauso inspirieren ließ wie von den frühkubistischen Werken Picassos und Braques. Während seiner Zeit beim Blauen Reiter unternahm er in Anlehnung an seine Kollegen Franz Marc und Wassily Kandinsky Ausflüge in eine abstrahierende Malweise, wofür das vorliegende Blatt Abstrakte Formen III von 1913 ein interessantes Beispiel ist.

Nicht ohne einen Hinweis auf Andy Warhols Campbell's Soup Can on Shopping Bag (1966), ein auf einer Papiertüte ausgeführter Farbsiebdruck, bewegen wir uns nun in Richtung dreidimensionale Kunst. Hier ist neben Gerhard Marcks’ Bronze Kleine Rasende (1944) vor allem Heinz Macks Skulptur Gemini-Atlas hervorzuheben. Entworfen im Jahr 1967, wurde das Werk 1986/87 in einer Auflage von 35 Exemplaren aus Bronze ausgeführt.
Im Bereich Kunstgewerbe kommen neun Lose mit Teilen aus dem Meissener Schwanenservice zum Aufruf. Das Service wurde 1736 von Johann Joachim Kaendler für den sächsischen Minister Heinrich Graf von Brühl entworfen. Die vorliegenden Stücke stammen aus dem 20. Jahrhundert und zeigen, dass Qualität auch heute in der „Ur-Manufaktur des europäischen Porzellans“ oberste Priorität hat.
Den Abschluss der Auktionen bilden „Collectibles“, die Stahl erstmals in einer separaten Kategorie anbietet und damit auf die gestiegene Nachfrage nach außergewöhnlichen Sammlerstücken reagiert. Mitgeboten werden darf hier auf signierte E-Gitarren (u.a. von Udo Lindenberg), Micky Maus-Comics aus den 1950er Jahren oder auch sammelbare Sneaker und limitierte Füllfederhalter.
Die Auktionen finden am 25. und 26. September jeweils ab 11 Uhr im Auktionshaus Stahl, Graumannsweg 54, in Hamburg statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 21.-24. September möglich.




