Künstlerschmuck ist eine gehobene Kategorie des Schmucks, die nicht einfach als Modeschmuck oder Schmuck von "Paruriers" wie Elsa Schiaparelli oder Gabrielle "Coco" Chanel bezeichnet werden kann. Die seltene Praxis bleibt einem intimen Circle von Künstlern vorbehalten und wird später in wunderschönen Ausstellungen in Museen präsentiert – vor allem in der Villa Empain in Brüssel.
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Kunstwerke aus eigenem Recht
Geboren aus der gleichen kreativen Herangehensweise, mit man sich einem Kunstwerk nähert, haben sich viele Künstler, von Pablo Picasso bis Jeff Koons, in die Welt des Schmucks begeben, um ihrer plastischen Sprache anhand eines Objekts Ausdruck zu verleihen. Die in nur wenigen Exemplaren hergestellten Stücke stellen für den Künstler eine Gelegenheit dar, sich mit Zwängen auseinanderzusetzen, die ihm – hinsichtlich Größe, Gewicht oder Material – sonst fremd sind.

Oft hergestellt als Echos großformatiger Kunstwerke, ist Künstlerschmuck von sentimentaler Natur und wird häufig für einen geliebten Menschen kreiert. Da niemals vorgesehen ist, ihn in Masse zu produzieren, handelt es sich bei ihm um ein seltenes Gut.
"Es gibt keine intimere Form der Kunst, die man tragen und berühren kann", sagt die auf Künstlerschmuck spezialisierte Galeristin Diana Küppers.

Der Ursprung des Künstlerschmucks
Die Praxis des Künstlerschmucks erwachte in den 1950er Jahren Dank der Zusammenarbeit von Goldschmieden und den großen Namen der Kunstwelt zum Leben. Bis ins 20. Jahrhundert waren die Disziplinen Kunst und Goldschmiedekunst so stark von einander getrennt, dass eine Kollaboration unmöglich schien. Goldschmiede gehörten noch immer der Welt des Handwerks an, wo sie dem Material zu dienen hatten, während Maler und Bildhauer in konzeptuelleren Sphären schwebten. Marcel Duchamp war der erste, der die Abgrenzungen auflöste, indem er das "Objekt" in seine Praxis aufnahm. Andere Künstler, wie Georges Braque, Alexander Calder und Alberto Giacometti, folgten ihm darin und stellten sich der Herausforderung, ein Kunstwerk von so kleinem Format zu schaffen.
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Es war François Hugo, Urenkel von Victor Hugo und ein genialer Handwerker, der eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Verbreitung von Künstlerschmuck spielte. Er wurde zum Goldschmiedefreund der Künstler und standardisierte diese Praxis durch die Zusammenarbeit mit André Derain, dem dann 1953 Picasso folgte. Die kreative Beziehung zwischen Hugo und Picasso dauerte mehr als 20 Jahre.
"Letztendlich wurde ihm klar [...] er hatte eher die Idee, Zeichnungen speziell für Goldschmiede anzufertigen", said François Hugo 1960 über Picasso.
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Juwelierkunst
Nachdem die Mauer, die die beiden Disziplinen voneinander getrennt hatte, endgültig niedergerissen war, wurde es für Künstler und Juweliere ganz normal, zusammenzuarbeiten. Zu den vielen Künstlern, die sich auf diesem Gebiet versuchten, gehören neben den bereits genannten u.a. Man Ray, Roy Lichtenstein, Louise Bourgeois, Sophia Vari, Claude Lalanne und Philippe Hiquily.
Über eine einfache Kollaboration hinaus geht es, wenn Juweliere Künstler ansprechen, damit diese für sie Stücke kreieren. So geschehen, als Bulgari bei Anish Kapoor für eine Neuinterpretation des Rings B.Zero1 anfragte. eine weiteres Beispiel ist Jeff Koons Verkleinerung seines berühmten Rabbit für Stella McCartney.
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"Wissen Sie, ich hatte nie eine Replik meines Rabbit angefertigt. Doch Stella hatte die Idee, ein Charm-Armband daraus zu machen", kommentierte Koons seine Zusammenarbeit mit McCartney.
Der Markt für Künstlerschmuck
Eine der Besonderheiten des Künstlerschmucks ist, dass er häufig im privaten Bereich für dem Künstler nahestehende Personen geschaffen wurde und daher nicht für den Markt gedacht war. Lange Zeit war er auf einen begrenzten Markt für Kenner beschränkt und erst in den letzten Jahren sind die Stücke vermehrt auf dem Auktionsmarkt, in Gallerien und auf Messen anzutreffen.
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Während sich die Preise für traditionellen Schmuck an dessen Material orientieren, wird der Wert eines Künstlerschmuckstücks fast ausschließlich an seinem Schöpfer gemessen und dem Werk, das ihn inspirierte. Ansprechend für Sammler ist die Tatsache, dass diese Stücke in der Regel erschwinglicher sind, als ein Gemälde oder eine Skulptur, und somit eine hervorragende Gelegenheit darstellen, das Werk eines großen Meisters zu einem niedrigeren Preis zu erstehen. In den Auktionshäusern und spezialisierten Galerien kann man heute eine Schmetterlingsbrosche von Lalanne für 1.800-2.400 Euro, eine Compression von César für 7.000 Euro oder einen von Salvador Dalí signierten Anhänger für 5.000-6.000 Euro finden.
Aus der Sicht des Experten
Um noch tiefer in diese Welt einzutauchen und mehr über diesen neuen Trend und seine Platzierung auf dem Markt zu erfahren, hat Barnebys mit Ken Israel, Direktor der Pariser Galerie Hecate, gesprochen.
Die Galerie Hecate basiert auf der persönlichen Sammlung von Braque-Schmuckstücken von Heger de Loewenfeld, ein Diamantenhändler, der Gouachen des Künstlers in großem Umfang gesammelt hat. Die Schmuckstücke von Braque sind vollendete Kleinode, deren Schönheit durch die Qualität der von Heger de Loewenfeld verwendeten Steine und Materialien perfekt unterstützt wird. Da das Geschäft mit Schmuck und dekorativen Künsten allmählich expandiert, rechnet der Direktor von Hecate damit, dass Braques Schmuck einen wesentlichen Teil der Verkäufe der Galerie ausmachen wird.

Es ist relativ schwierig, den Anteil von Künstlerschmuck an den Verkäufen auf dem allgemeinen Markt abzuschätzen, da er oft auf traditionellen Schmuck, dekorative Kunst oder sogar moderne Kunst verteilt ist. Exklusiv auf eine Sammlung beschränkte Auktionen sind etwas seltener, was die Suche nach diesen kleinen Juwelen besonders interessant macht. Ken Israel glaubt jedoch, dass der Zugang zu Künstlerschmuck heute recht einfach ist, da Fachhändler vermehrt Interesse zeigen.
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„Ihre besondere Natur, irgendwo zwischen Kunstwerk und Schmuckstück angesiedelt, bedeutet, dass sie für viele Menschen außerhalb dieser Sphäre interessant sein können“, sagt Ken Israel.









