"Wir haben festgestellt, dass es wieder vermehrt Liebhaber der Bildhauerei – sowohl der antiken als auch der zeitgenössischen –, gibt, die viele Jahre lang merkwürdigerweise ein Schattendasein geführt hat", sagt Franck Baille, Präsident des Hôtel des Ventes de Monte-Carlo.
Aus diesem Grund wird das Auktionshaus am 29. April der Nachfrage dieser Sammler mit "De César à César" im Yacht Club von Monaco entgegenkommen – ein Auktionsevent, das mehrere Jahrhunderte der Schöpfung feiert. Von einem bedeutenden Porträt Julius Cäsars bis zu einem monumentalen Werk von César Baldaccini haben die Experten des Auktionshauses eine spannende 77 Lose starke Offerte zusammengestellt, die die Höhepunkte der Geschichte der Skulptur nachzeichnet.

Der Höhepunkt unter den antiken Skulpturen ist zweifellos dieses bedeutende Porträt Julius Cäsars aus dem ersten Viertel des 1. Jahrhunderts. Ein eckiger Kiefer, hohle Wangen, die Adlernase, angespannte Nackenmuskeln und ein etwas verkniffener Mund sind typische Merkmale der Physiognomie des Diktators, die die Cäsar-Porträts im Palazzo Pitti und jene vom Camposanto-Typus in Pisa ebenfalls aufweisen. Aufgrund dieser Ähnlichkeiten und der idealisierten Darstellung von Gesicht und Haaren, wird die vorliegende Arbeit als Porträt vom "Camposanto-Pitti-Typus" präsentiert. Der entschlossene Blick, der für immer mit dem römischen Staatsmann verbunden sein wird, ist eine Schöpfung von Cäsar selbst, in den letzten zwei Monaten seines Lebens im Jahr 44 v. Chr. Münzen mit seinem Bildnis prägen ließ.
Ausgeführt wurde das Porträt Cäsars aus einem eher atypischen Material, einem leicht mergelten dunkelgrauen Kalkstein. Der Kopf ist leicht nach links geneigt und war vermutlich einst Teil einer Büste oder Statue.

Dieser Kopf der Göttin Aphrodite vom Typus Medici stammt aus einer französischen Privatsammlung und wurde während der frühen Regierungszeit Trajans (Ende 1./Anfang 2. Jahrhundert) ausgeführt. Ihre Frisur erinnert an jene der Venus Medici in den Uffizien in Florenz, die, alten Quellen zufolge, aus eben jener Periode stammen soll. Doch gibt es auch Unterschiede, insbesondere durch den niedriger platzierten Haarknoten und das voluminöse Haar im Allgemeinen.
Der vorliegende 25 cm hohe weiße Marmorkopf der Aphrodite hat ein längliches Gesicht mit feinen Zügen, mandelförmigen Augen und einem üppigen Mund. Obwohl die Inschrift auf dem Sockel die Arbeit Kleomenes (Name von drei Athener Bildhauern aus dem 1./2. Jh. v. Chr.) zuschreibt, könnte sie eher von einem Anhänger des Praxiteles (4. Jh. v v. Chr.) aus der Trajan-Zeit ausgeführt worden sein.

Mit einem Flachrelief der französischen Schule machen wir jetzt einen großen Sprung ins 18. Jahrhundert, als Bildhauer wie Augustin Pajou und Louis-Claude Cassé ihre Werke schufen. Das wie eine Skizze wirkende Flachrelief, das um 1768 modelliert wurde, weist eine komplexe Ikonographie auf und könnte nach Meinung einiger Experten von Pajou oder Cassé geschaffen worden sein, die hofften, damit den Auftrag für die Gestaltung der Gräber der französischen Königin Maria Leszczynska oder ihres im französischen Exil lebenden Vaters, der ehemalige polnische König Stanislaus Leszczynski, zu erhalten. Vater und Tochter waren kurz hintereinander in den Jahren 1766 und 1768 verstorben.
Über das Entwurfsstadium dieser Terrakottaskizze ist das Projekt jedoch nie hinausgegangen, da Experten und Historikern keine entsprechende Umsetzung aus Marmor bekannt ist.

Unter den modernen Bildhauern muss Antoniucci Volti hervorgehoben werden, ein Franzose italienischer Herkunft und Nachfolger Maillols, der der figurativen Tradition treu geblieben war und sein Schaffen der Verehrung der weiblichen Gestalt widmete. Die vorliegende Arbeit mit dem Titel Les Parisiennes ist Teil einer Serie, die Volti für den Salon des peintres témoins de leur temps von 1958 geschaffen hatte, der unter eben jenem Motto stand. Die Serie wurde 1992 durch eine Ausführung in Stein berühmt, die heute jedoch nicht mehr existiert.

Dieses monumentale Schachbrett (244 x 244 cm) namens Double Gambit ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von Arman und Georges Boisgontier und ist eines der beeindruckendsten Werke des Katalogs. Das Schachspiel besteht aus weißem und schwarzem Marmor und 32 Figuren aus vergoldeter Bronze. Fünf Exemplare wurden 1986 hergestellt. Hinzu kommen das von Arman zertifizierte Originalmodell und zwei Künstlerexemplare. Jeweils die Hälfte der Figuren wurde von einem der beiden Künstler gestaltet.

Der französische Künstler Richard Texier ist mit Arbre de die IV -Rhino Tree, einer Bronzearbeit, die 2017 in einer Auflage von nur acht Stück erschien, vertreten. Der Lebensbaum entspringt aus einem Nashorn, ein Tier, das im Laufe der Jahrhunderte viele Künstler inspiriert hat, darunter Albrecht Dürer und Salvador Dalí.

Bei dem unbestreitbaren Highlight unter den modernen und zeitgenössischen Arbeiten begegnet uns der Name Cäsar bzw. César erneut. Das einzigartige, aus einer Privatsammlung stammende Werk trägt den Namen Centaure, Hommage à Picasso und die Signatur des Künstlers César Baldaccini, meist schlicht César genannt. César gehörte dem Nouveau Réalisme an, eine Künstlergruppe, die von Arman mitbegründet worden war.

Das hier vorgestellte Meisterwerk mit einer Höhe von 2,3 Metern wurde 1994 aus rotem Travertinmarmor ausgeführt. Das Gesicht des Zentauren ist das Gesicht des Künstlers, über dem sich, hochgeklappt wie ein Visier, eine Maske mit dem Konterfei Picassos befindet. Die für eine monegassische Persönlichkeit geschaffene Skulptur befand sich in einem emblematischen Gebäude von Monaco und wird daher, nach Einschätzung des Präsidenten von HVMC, viele Interessenten anlocken.
"De César à César" findet am Donnerstag, den 29. April im Yacht Club von Monaco statt. Alle Informationen bezüglich der Auktionsbedingungen und der Sicherheitsmaßnahmen finden Sie auf der Website des Auktionshauses.



