Das Sammeln von Münzen wird auch als „König aller Hobbys“ bezeichnet, da es sich über Jahrhunderte hinweg behaupten konnte. Seinen Zenith erlebte dieses Sammelgebiet während der Renaissance, als fast jeder europäische Herrscher eine umfangreiche Sammlung antiker Münzen sein Eigen nannte. Heute erweist sich das Hobby als recht lukrativ für Investoren, da einzelne Münzen bisweilen bei Auktionen zu Millionenpreisen verkauft werden. Die teuerste aller Münzen ist ein Double Eagle von 1933, der im vergangenen Jahr bei Sotheby’s für 18,9 Millionen US-Dollar verkauft wurde. Und in der Liste der teuersten Münzen sind sogar noch drei weitere Double Eagle zu finden. Gehen wir nun der Frage auf den Grund, weshalb die amerikanischen Münzen heute so ausgesprochen wertvoll sind.
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Die Geschichte des Münzwesens in den USA beginnt im Jahr 1792 mit der Verabschiedung des Mint Act, der den US-Dollar als amerikanische Währung und seine Münz-Nennwerte festlegte. Als damals teuerste amerikanische Münze wurde der Eagle ausgegeben, der 10 US-Dollar wert war, was heute etwa 300 US-Dollar entspricht. In den darauffolgenden Jahren wurden auch Quarter Eagle (2,50 US-Dollar) und Half Eagle (5 US-Dollar) geprägt. Der Double Eagle (20 US-Dollar) wurde erst Jahrzehnte später eingeführt. Zunächst bestanden diese Münzen zu elf Zwölftel aus 22-karätigem Gold mit einem Anteil Silber und einer Kupferlegierung. Die ersten Ausgaben wurden 1795 geprägt und sind bekannt als „Turban Head Eagles“, nach einem Design von Robert Scot. Während die Vorderseite Lady Liberty mit einem Turban, bei dem es sich möglicherweise um einen altgriechischen Pileus oder eine Phrygische Mütze handelt, zeigt, ist auf der Rückseite ein Adler umgeben von einem Siegeskranz zu sehen.
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Das Prägen von Münzen war teuer und der Goldpreis so exorbitant, dass Präsident Thomas Jefferson im Jahr 1804 die weitere Ausgabe von Eagle-Münzen verbot. Zu diesem Zeitpunkt waren die meisten Goldmünzen mit Silbergeld bezahlt und nach Europa exportiert worden. Nur noch wenige waren in den USA in Umlauf. 1838 wurde die Prägung der Eagle-Münzen wieder aufgenommen, allerdings mit einem geringeren Goldanteil.
Vier Jahre zuvor, 1834, hatte es einen diplomatischen Auftrag gegeben, der den amerikanischen Sondergesandten Edmund Roberts nach Südostasien und in den Mittleren Osten führte. Als Geschenke für den Sultan von Maskat, den König von Siam und die Kaiser von China und Japan, hatte Roberts von Präsident Andrew Jackson jeweils ein Set mit US-Münzen mitbekommen. Da Jeffersons Verbot der Prägung von Goldmünzen jedoch nach wie vor in Kraft war, musste man auf die Probemünzen von 1804 zurückgreifen. Da Roberts jedoch auf der Reise starb, erhielten nur die beiden erstgenannten Herrscher ihre Geschenke. Die beiden anderen Sets kehrten in die USA zurück. Als das Reich der Sultans von Maskat in den darauffolgenden Jahrzehnten auseinanderfiel, wurde seine Sammlung aufgelöst und die Münzen tauchten in den 1860er Jahren in England auf. Eine dieser überaus seltenen Probemünzen von 1804 aus der Sammlung des Sultans wurde bei Heritage Auctions für 5,2 Millionen US-Dollar verkauft. Zuvor war sie Teil weiterer prestigeträchtiger Sammlungen gewesen, darunter jene von Colonel Edward Green, dem Sohn von Hetty Green, die, bekannt als „Witch of Wall Street“, die reichste Frau der Vereinigten Staaten im späten 19. Jahrhundert gewesen war.
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Von 1838 bis 1907 war der Liberty Head das vorherrschende Design der Eagle-Münzen, das abermals ein Frauenprofil in griechisch-römischer Tradition darstellte, nun jedoch mit einem Diadem im Haar. Dieses Design wurde auch 1849 für die in diesem Jahr eingeführten Double Eagle-Münzen im Wert von 20 US-Dollar, eine Reaktion auf den Goldrausch in Kalifornien, verwendet. Im frühen 20. Jahrhundert schwebte Präsident Theodore Roosevelt jedoch ein frischeres und hübscheres Aussehen des Double Eagle vor und er engagierte den berühmten französischen Bildhauer Augustus Saint-Gaudens, mit dem er auch befreundet war, um der wertvollsten Goldmünze der USA einen neuen Look zu verpassen.

Saint-Gaudens’ Vision war eine Ganzkörperdarstellung der Lady Liberty im Hochrelief, die eine Fackel in der einen und einen Olivenzweig in der anderen Hand hält, während die Rückseite einen Adler im Flug zeigt. Diese Münzen gelten heute als die schönsten US-Münzen, die jemals geprägt wurden. Da das Relief jedoch sehr hoch war, wurden nur rund 20 Exemplare ausgeführt. Ihre Herstellung war einfach zu kompliziert und ließen sich schlecht lagern, was sie äußerst unpraktisch machte. Als nächstes wurden 12.000 Exemplare mit einem weniger hohen Relief geprägt, bevor die Flachrelief-Version in Produktion ging. 2005 wurde einer der 20 Double Eagle mit dem sehr hohen Relief für beinahe 3 Millionen US-Dollar versteigert.
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Das goldene Zeitalter der Münzprägung kam mit der Großen Depression, die auf den Börsencrash von 1929 folgte, zum Erliegen. Als Teil von Präsident Franklin D. Roosevelts New Deal wurde der Goldstandard abgeschafft und Goldmünzen verboten. 1933 wurden die Bürger der Vereinigten Staaten aufgefordert, ihre Goldmünzen bei den Banken gegen eine andere Währung einzutauschen. Als das Verbot in Kraft trat, hatte die Philadelphia Mint noch beinahe eine halbe Million Double Eagle auf Lager, die jedoch nie in Umlauf kommen sollten. Zwei dieser Münzen gingen an die U.S. National Numismatic Collection, der Rest sollte eingeschmolzen werden. Im Laufe der Jahre tauchten jedoch mehr als 20 der Double Eagle von 1933 auf, die vermutlich nach Roosevelts Dekret von einem Mitarbeiter der Münzprägeanstalt gestohlen worden waren.
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Eine dieser Double Eagle-Münzen von 1933 ist heute die teuerste Münze der Welt. Sie wurde 1944 vom ägyptischen König Faruq erworben, der eine Ausfuhrerlaubnis erhielt, bevor der Regierung klar wurde, was für einen Fehler sie damit machte. Zuvor hatte der Secret Service eine Untersuchung anberaumt, weshalb noch immer Double Eagle von 1933 auf dem Markt auftauchten, obwohl sie doch eigentlich alle hätten eingeschmolzen werden sollen. Zwar versuchte die US-Regierung, die Münze von Faruq zurückzubekommen, doch erschwerte der Zweite Weltkrieg das Vorhaben, sodass der Double Eagle in Faruqs Besitz blieb, bis er 1952 als König von Ägypten abgesetzt wurde. Dennoch dauerte es bis 1996, bis der Double Eagle wieder in Erscheinung trat und zwar bei einer Untersuchung beim Münzhändler Stephen Fenton in New York, der behauptete, er habe ihn aus König Faruqs Besitz erworben.

Es folgte einlangjähriger Rechtsstreit, der 2001 entschied, dass die Münze legal verkauft werden könne. Dies geschah im darauffolgenden Jahr, als Schuhdesigner Stuart Weitzman sie für 7,5 Millionen US-Dollar ersteigerte. Der Erlös ging in gleichen Teilen an Fenton und die US-Regierung. 2021 bot Weitzman den Double Eagle bei Sotheby’s an, wo er, wie eingangs beschrieben, für 18,9 Millionen US-Dollar verkauft wurde. Der unglaubliche Preis widerspiegelt die Tatsache, dass keine Double Eagle-Münze von 1933, mit Ausnahme des Exemplars aus dem Urteilsspruch von 2001, privat besessen werden kann. Da sie nie offiziell ausgegeben wurden, sind sie nämlich noch immer Eigentum der US-Regierung.
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Mittlerweile ist ein Großteil der bekannten Double Eagle von 1933 an die US-Regierung zurückgeben worden, darunter zehn von der Familie des Juweliers Israel Switt aus Philadelphia, der neun weitere Illegaler Weise verkaufte. Vermutlich sind noch weitere in Umlauf. Die Geschichte der amerikanischen Eagle-Münzen berührt viele Bereiche der politischen, wirtschaftlichen, diplomatischen und künstlerischen Geschichte des Landes. Und die hohen Preise, die die Münzen auf dem Auktionsmarkt erzielen, legen nahe, dass das Sammeln von Münzen noch immer das „Hobby der Könige“ ist.









