Über 2.000 Lose kommen zum Aufruf, wenn das in Bamberg beheimatete Auktionshaus Schlosser am 22. und 23. März zur Frühjahrsauktion bittet. Das Angebot umfasst Glaskunst aus Nancy und Murano genauso wie funkelnden Schmuck, glänzendes Silber und Möbel aus verschiedenen Epochen.
Den Auftakt bildet am ersten Auktionstag die Gemälde-Offerte, in der Landschaften, Porträts, Stillleben und Historienstücke gleichermaßen zum Aufruf kommen.

Unter der Losnummer 11 wird eine Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts angeboten, die den antiken Mythos um den griechischen Heros Aktaion zum Thema hat. Aktaion überraschte eines Tages die Göttin Diana und ihre Gefährtinnen, die sich nach der Jagd ausruhen wollten. Zur Strafe verwandelte Diana Aktaion in einen Hirsch, der schließlich von seinen eigenen Hunden zerfleischt wird. Das vorliegende Gemälde greift den Moment des Beginns der Verwandlung auf, denn aus Aktaions Kopf wächst bereits das Geweih.
Das Gemälde stellt eine Gemeinschaftsarbeit der beiden Maler Roelant Savery und Bartholomäus Spranger dar, die am Hofe Kaiser Rudolfs II. in Prag arbeiteten. Savery war für seinen vom Manierismus geprägten Stil und seine beeindruckenden Lichteffekte bekannt, die er in seinen Werke zu historischen und mythologischen Themen einsetzte. Berühmt waren auch seine Tierdarstellungen, Menschen malte er hingegen selten. Für die Staffage des vorliegenden Gemäldes zeichnete sich dann auch sein Kollege Spranger verantwortlich.

Unter den Gemälden des 19. Jahrhunderts muss diese wundervolle Arbeit des italienischen Malers Rubens Santoro hervorgehoben werden. Santoro, der nur kurz an der Akademie in Neapel studierte, verfeinerte sein Können vor allem durch eigenständige praktische Erfahrungen. Das Ergebnis waren hervorragende Landschaften, bei deren Betrachtung man meint, die Wärme der Sonne zu spüren. Seine Motive fand Santoro rund um Neapel und auf Capri, aber auch an der Amalfi-Küste und in Venedig. In der Lagunenstadt entstand auch die vorliegende Arbeit, die das spätgotische Ca' d'Oro am Canal Grande zeigt.
In der Skulpturen-Offerte kommen mehrere qualitätsvolle Schnitzarbeiten des 15. Jahrhunderts zum Aufruf, darunter eine thronende Muttergottes und eine nahezu lebensgroße weibliche Heilige.

Ebenfalls zu nennen ist eine über einen Meter hohe aus Laubholz geschnitzte Figur des Heiligen Sebastian, der, seiner üblichen Ikonographie entsprechend, an einen Baum gefesselt und von Pfeilen durchbohrt dargestellt ist. Sebastian war ein römischer Soldat, der sich im 3. Jahrhundert zum Christentum bekannte, woraufhin ihn Kaiser Diokletian zum Tode verurteilte. Sebastian überlebte jedoch die Exekution durch Bogenschützen und bekannte sich abermals zu seinem Glauben, woraufhin er mit Keulen erschlagen wurde.

Ein weiteres Highlights der Auktion ist ebenfalls dem christlich-religiösen Bereich zuzuordnen. Dabei handelt es sich um eine große Ikone mit der Kreuzigung Christi, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ins Zentralrussland ausgeführt wurde. Gemäß der Evangelien fand die Kreuzigung außerhalb der Stadtmauern Jerusalems auf einem Hügel statt, der Golgota („Ort des Schädels“) genannt wurde, was hier durch den unterhalb des Kreuzes Jesu abgebildeten Totenschädel angedeutet ist. Dargestellt ist jener Moment, in dem einer der anwesenden römischen Soldaten Christus in die Seite sticht, um seinen Tod zu bezeugen.

Der gekreuzigte Christus ist auch Teil eines weiteren Highlights der Auktion: ein auf eine hölzerne Stange montiertes silbernes Vortragekreuz, das um 1700 in Venetien angefertigt wurde. Die Vorderseite zeigt den vollplastisch ausgeführten Gekreuzigten an einem Kleeblattkreuz, dessen Balkenenden Gottvater sowie drei Evangelisten zeigen. Auf der Rückseite sind der vierte Evangelist, Maria Magdalena und Kirchenväter zu sehen sowie die trauernde Muttergottes als zentrale Figur.

Schließlich darf auch eine feine Schatulle, die Teil der Möbel-Offerte ist, nicht unerwähnt bleiben. Dabei handelt es sich um eine Arbeit, die um 1755/1760 in der Neuwieder Werkstatt von Abraham Roentgen entstanden ist. Ähnlich wie die Schreibmöbel jener Epoche, verfügten auch derartige Kästchen über Geheimfächer und -funktionen. Im vorliegenden Fall ist das Schloss hinter einer Kartusche versteckt und nur durch einen an der Unterseite befindlichen Druckknopf zugänglich. Ein weiterer Druckknopf im Inneren lässt ein im Sockel verborgenes Geheimfach herausspringen.
Die Frühjahrsauktion des Kunstauktionshauses Schlosser findet am 22. und 23. März im Auktionshaus, Karolinenstraße 11, in Bamberg statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 16.-21. März möglich.



