Bereits seit mehr als vierzig Jahren ist das familiengeführte Auktionshaus Stahl in Hamburg ein Top-Adresse wenn es um die Vermittlung und den Verkauf von Kunst geht. Diesen Monat präsentiert es seine 352. Auktion, bei der an zwei Tagen mehr 750 Lose zum Aufruf kommen werden. Während am 24. September Schmuck und Uhren auf dem Programm stehen, ist der 25. September Kunst und Antiquitäten gewidmet. Entdecken Sie nun sechs Highlights der breitgefächerten Offerte.

Der erste Auktionstag präsentiert mit einer edlen Armbanduhr der International Watch Company (IWC) einen echten Klassiker. Die IWC war 1868 vom amerikanischen Uhrmacher Florestine Ariosto Jones gegründet worden, der die Fähigkeiten seiner Schweizer Kollegen für den amerikanischen Markt nutzen wollte. 71 Jahre später brachte die IWC mit dem Modell Portugieser eine große und sehr präzise Armbanduhr auf den Markt, die nach ihren ursprünglichen Auftraggebern, zwei Händler aus Portugal, benannt wurde.
Bei Stahl kommt nun eine rotgoldene Tourbillon-Variante aus einer limitierten Auflage von nur 500 Stück zum Aufruf. Neben dem klassischen chemin-de-fer-Ziffernring, der nach dem Vorbild von Eisenbahnschienen entworfen worden war, trägt das Zifferblatt auch die Signatur des Firmengründers Jones.

Als einen Klassiker der Juwelierkunst lässt sich sicherlich der Solitärring beschrieben. In der Schmuckofferte der Auktion fällt besonders ein schönes Exemplar aus der Zeit um 1900 ins Auge, dessen zentraler Diamant im kissenförmigem Altschliff (ca. 1,9-2 ct) von acht kleinen 8/8-Diamanten auf den Schultern der Ringschiene aus Platin begleitet wird. Bei dem Ring handelt es sich um eine Arbeit von Hofjuwelier Leonhard Treusch aus Leipzig. Er gehört zu einer seltenen Sammlung mit Jugendstil- und Art déco-Schmuck von Treusch, die einen interessanten Teil der Offerte bildet.
Am zweiten Auktionstag darf man sich auf Fotografie und Kunstgewerbe genauso freuen, wie auf Gemälde und Grafik aus unterschiedlichen Epochen.

Als eines der ersten Lose kommt diese Farblithografie von Marc Chagall zum Aufruf, der uns damit in die Welt der spätantiken Literatur entführt. Dargestellt ist eine Szene aus dem Liebesroman Daphnis und Chloe des griechischen Schriftstellers Longos, der vermutlich im späten 2. Jahrhundert entstanden ist. Die Geschichte handelt von den Findelkindern Daphnis und Chloe, die von Hirten aufgezogen werden und sich ineinander verlieben. Chagalls Lithografie zeigt den Moment, in dem der Ziegenhirte Lamon den Säugling Daphnis entdeckt.

Unter den Alten Meistern muss ein Gemälde des Barockmalers Franz Werner von Tamm hervorgehoben werden, dessen Stillleben das Genre im 18. Jahrhundert stark beeinflussten. Tamm belebte seine Blumen- und Früchtestillleben gerne mit Vögeln sowie Kaninchen und Meerschweinchen. Während Kaninchen in Europa heimisch sind, gelangten die südamerikanischen Meerschweinchen erst im 16. Jahrhundert in die „alte Welt“, wo sie sofort „Fans“ hatten, darunter auch die englische Königin Elizabeth I.

Nicht unerwähnt bleiben darf auch das Ölgemälde Vorfrühling im Wald des russischen Landschaftsmalers Andreij Nikolaevich Shilder, das im Sterbejahr des Künstlers, 1919, entstanden ist. Lange zierte das Gemälde eine Wand des Jagdschlosses Kulpin in Schleswig-Holstein, das Fernsehzuschauern der 1980er Jahre noch als eine der Kulissen der Serie Das Erbe der Guldenburgs im Gedächtnis sein dürfte.

Zum Schluss möchten wir Ihnen noch ein Werk des „Malers von Jerusalem“ vorstellen. Ludwig Blum war in der tschechischen Stadt Brno (Brünn) geboren und in Wien ausgebildet worden. Nachdem er während des Ersten Weltkriegs als Kriegsmaler tätig gewesen war, reiste er durch Europa, um sich schließlich in Palästina niederzulassen. Blum stellte in seinen Gemälden die Landschaften und Städte des Landes dar, aber auch das tägliche Leben in ihnen. 1968 wurde er zum Ehrenbürger von Jerusalem ernannt.
Weitere Highlights sind Briefe eines erst vor kurzem entdeckten Schriftwechsels zwischen dem amerikanischen Fotografen Peter Beard und einer Bürgerin Hamburgs sowie Werke von Worpsweder und weiterer norddeutscher Künstler. Von Siegward Sprotte, dem Sylt immer wieder als Motiv gedient hatte, kommen gleich mehrere Arbeiten aus einer Sammlung zum Aufruf.
Die Versteigerungen finden am 24. und 25. September im Auktionshaus Stahl, Graumannsweg 54, in Hamburg statt. Auktionsbeginn ist jeweils um 11 Uhr. Vorbesichtigungen sind noch bis zum 23. September möglich.
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