Der Maler Giovanni-Paolo Castelli, auch bekannt als Lo Spadino, gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Stilllebenmalerei der Römischen Schule im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert.
Geboren 1659 in Rom, wurde Lo Spadino von seinem älteren Bruder Bartolomeo im Malen von Stillleben unterrichtet. Von Beginn an wurde er von flämischen Meistern, allen voran Abraham Brueghel, beeinflusst, die für ihre prächtigen Früchte- und Blumenstillleben bekannt waren. Lo Spadino entwickelte seinen eigenen, sehr theatralischen barocken Stil, durch den er die Natur in leuchtenden Farben darstellte und seinen Werken damit Leben einhauchte. Es ist gut möglich, dass Lo Spadino durch seine Adaption des flämischen Stils eine wichtige Rolle dabei spielte, bestimmte Ideen und Techniken weiterzuentwickeln, für die flämische Meister wie Werner Tamm, David de Coninck und Christian Berentz berühmt wurden.
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Es gibt eine Reihe von Werken Lo Spaninos, die beeindruckend modern sind. In ihnen formte er Figuren aus den essbaren oder das Auge erfreuenden Gaben der Natur, um damit die vier Jahreszeiten zu personifizieren.
Die Allegorie des Frühlings besteht aus saisonalen Blumen und zeigt eine junge, weibliche Figur, die wie eine isolierte Statue in einem eleganten Garten erscheint. Hinter ihr sind höfische Personen zu erkennen.
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Auch der Sommer wird durch eine weibliche Figur repräsentiert, deren Körper aus den reifen Früchten der Jahreszeit besteht, bekrönt von einem Kranz aus Getreide. Die Landschaft hinter ihr ist jedoch ausgedörrt und durch die Hitze der Sonne gelb verfärbt.
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Der Herbst ist jedoch durch eine männliche Figur dargestellt, die sehr dynamisch wirkt, während sie Trauben hochhält, um von ihnen zu naschen – vielleicht eine Anlehnung an Bacchus. Im Hintergrund sind tanzende Personen zu sehen, die ein reiche Ernte feiern.

Die Winterallegorie zeigt schließlich eine einen alten Mann darstellende Figur im Profil, deren Kopf tatsächlich aus einem Salatkopf kreiert wurde. Weitere für die Jahreszeit typische Früchte finden sich hier, darunter Lauch, Knoblauch und Zitrusfrüchte. Die Personen im Hintergrund wenden sich von dem dunkel verhangenen Himmel ab, um am wärmenden Feuer Zuflucht zu finden.
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Der piktorale Stil dieser anthropomorphen Allegorien lassen vermuten, dass die Serie in der Mitte der Karriere Lo Spadinos entstanden ist, als etwa im letzten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts.
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Die Gemälde sind stark angelehnt an Die vier Jahreszeiten von Giuseppe Arcimboldo, die dieser zwischen 1563 und 1573 ausführte. Auftraggeber war Kaiser Maximilian II., der auch die ähnliche gestaltete Serie Die vier Elemente (1566) bestellte. Während Arcimboldo seine Allegorien vor einem dunklen Hintergrund in Szene setzte, platzierte Lo Spadino die seinigen vor den jeweiligen Jahreszeiten entsprechenden Landschaften mit Personenstaffagen.
Das kreative und hochqualitative Schaffen Lo Spadinos wird auch heute wieder geschätzt. Auf dem Auktionsmarkt haben sich die Preise für seine Werke in den letzten zehn Jahren durchschnittlich verdoppelt. Seine Vier Jahreszeiten wurden im Oktober 2017 im Dorotheum in Wien versteigert und erzielten zusammen 436.956 Euro.
