Ovids Metamorphosen, in denen der römische Dichter die zahlreichen Verwandlungen beinhaltende griechisch-römischen Mythen in Versform zusammengetragen hatte, waren bis weit in die Neuzeit äußerst populär und dienten Malern als schier unerschöpfliche Quelle von Motiven, die das fachkundige Publikum erkennen und interpretieren konnte.

Um 1620/30 wählte er flämische Maler Adriaen van Stalbemt den Mythos um die Nymphe Pomona - eine eifrige Gärtnerin, die von Männern nichts wissen wollte. Der Gott der Verwandlung, Vertumnus, verliebt sich jedoch in Pomona und schafft es, sich ihr in Gestalt einer alten Frau zu nähern. Vertumnus schafft es schließlich, die Widerspenstige davon zu überzeugen, dass Männer und Frauen nicht in Gegnerschaft sondern in Symbiose leben. Als sich Vertumnus daraufhin zu erkennen gibt, ist Pomona bereit, ihn zu heiraten.

Während Adriaen van Stalbemt sowohl die Landschaften als auch die Personenstaffagen seiner Gemälde allesamt selbst ausführte, waren andere Künstler meist auf das eine oder andere spezialisiert. So auch Abraham Brueghel, der lediglich die Blumenarrangements zu dem vorliegenden Bild beisteuerte, während der mit ihm befreundete Guillaume Courtois die Blumengöttin Flora und die Putti beisteuerte.

Keine Blumen in leuchtenden Farben sondern klirrende Kälte schlägt dem Betrachter in den von Norbert Joseph Karl Grund als Pendants ausgeführten Gemälden Schlittenfahrt auf dem Eis und Eisläufer entgegen. Für Herzenswärme sorgen jedoch die dargestellten Liebespaare im typisch galanten Stil des 18. Jahrhunderts.
Diese Gemälde Alter Meister werden mit rund 150 weiteren am 22. Oktober um 14 Uhr im Wiener Auktionshaus im Kinsky versteigert, bevor es um 16 Uhr weitergeht mit Gemälden des 19. Jahrhunderts.

Angeführt wird diese Offerte durch eine ungewöhnliche venezianische Vedute des Malers Rudolf von Alt, der Blick nach San Giorgio Maggiore von der Mole in Venedig entgegen den üblichen Wünschen seiner Auftraggeber nicht unter strahlend blauem Himmel malte und keine der üblichen Perspektiven wählte.

Das malerische Taufertal wurde im Jahr 1900 von Tina Blau, die auf dem Weg nach Paris einen Abstecher nach Südtirol machte, in Szene gesetzt. Wie üblich für den damaligen österreichischen Stimmungsimpressionismus ist der Reiz der Darstellung in der gekonnten Wiedergabe der Lichtverhältnisse zu finden.

Nach ähnlichen Vorgaben schufen zur gleichen Zeit auch Blaus Kolleginnen Olga Wisinger-Florian und Marie Egner Landschaften. Ebenso taten sie sich als Meisterinnen des Blumenstillleben hervor, wie die Auktion im Kinsky eindrucksvoll beweist.

Während Wisinger-Florian mit scheinbar zufällig in der Natur vorgefundenen Herbstfeldblumen begeistert, nimmt uns Marie Egner mit zu einem üppigen Blumenarrangement in einer Metallschale, das eine sonst dunkle Zimmerecke zum Leuchten bringt.

Im Gegensatz zu den locker ausgeführten Stillleben der beiden österreichischen Künstlerinnen führt uns das Stillleben mit Kamelienzweig und Trauben in einer Silberschale; Nüsse, Zitrusfrüchte und Paprikaschoten auf der Marmorplatte darunter des Niederländers Georgius Johannes Jacobus van Os, wie sehr derartige Kompositionen zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch barocken Bildtraditionen verbunden waren.
Auf die Gemäldeversteigerungen folgt am 23. Oktober um 14 Uhr eine rund 500 Lose starke Antiquitätenauktion.

Zu den ältesten Stücken dieser Offerte zählt die "Sennhein'sche Madonna", eine Mondsichelmadonna aus dem späten 15. Jahrhundert, die vor dem Zweiten Weltkrieg Teil der Privatsammlung René Sennhein in Wien gewesen war.

Zwei schöne Beispiele für Louis XVI-Mobiliar kommen in der Auktion ebenfalls zum Aufruf. Eine Sitzgarnitur aus Frankreich widerspiegelt hervorragend den Übergangscharakter jenes Stils im späten 18. Jahrhundert: Während die Rahmen bereits den strengen Klassizismus atmen, wurde für die Tapisserie-Bezüge auf die während des vorangegangenen Rokoko so beliebten Schäferdarstellungen zurückgegriffen.

Ein hochinteressantes Kombinationsmöbel jener Epoche aus Österreich hat es ebenfalls in die Auktion geschafft. Der sogenannte Wöchnerinnentisch aus Eibe und Palisander lässt sich in zwei Teile aufteilen, sodass die Tischplatte auch als Schreibunterlage im Bett verwendet werden konnte.

Der Tisch befand sich bis zu dessen Tod im Besitz von Erzherzog Ludwig Victor, dem jüngsten Bruder von Kaiser Franz Joseph I. Als dieser 1867 gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth die Krone Ungarns aufs Haupt gedrückt bekam, schuf der Graveur Franz Hansel das vorliegende Spiegelbild, das die schöne Kaiserin-Königin zu Pferd darstellt.
Die Versteigerungen finden im Palais Kinsky, Freyung 4, in Wien statt. Die Ausstellung zu den Auktionen ist dort ab dem 17. Oktober zugänglich.
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