Dieser Tage findet in München wieder das berühmte Oktoberfest statt – natürlich an seinem traditionellen Veranstaltungsort, der Theresienwiese. Der Festplatz erhielt seinen Namen im Jahr 1810, als der bayerische Kronprinz Ludwig, ab 1825 König Ludwig I. von Bayern, seiner Braut, Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen, das Jawort gab. Aus diesem Anlass fand auf besagter Wiese ein Pferderennen statt, aus dem sich im Laufe der Zeit das heutige Volksfest entwickelte.

Zu den Highlights, die das Nürnberger Auktionshaus Franke vom 17. bis 19. Oktober in seiner Herbstauktion versteigert, zählt ein Porträt Thereses als Königin von Bayern, wobei es sich um die spätere Kopie eines Gemäldes von unbekannter Hand handelt. Therese, die sich mit dem regen Privatleben ihres Ehemannes arrangieren musste, war aufgrund ihres Engagements für wohltätige Zwecke beim Volk sehr beliebt. Das Porträt zeigt sie im roten Samtkleid auf einem Thronsessel sitzend, mit einer Hermelinstola als königliches Attribut. Auffällig sind neben ihrer rot-weißen Kopfbedeckung der prachtvolle Perlenschmuck und der Bayerische Verdienstorden, den sie an der Schulter trägt.

In der Porzellanofferte der Auktion darf auf eine Reihe von Ansichtentassen verschiedener Hersteller mitgeboten werden. Angeführt wird diese feine Auswahl von einer Tasse mit Untertasse, die um 1804 in der Wiener Porzellanmanufaktur angefertigt wurde. Als Motiv diente hier nicht etwa die idyllische Ansicht einer Stadt oder eines Schlosses, sondern ein dramatischer Ausbruch des Vesuvs, dessen glühende Eruption vom Wasser des Golfs von Neapel gespiegelt wird. Der Vesuv lockte gemeinsam mit den archäologischen Entdeckungen in Pompeji im 18. Jahrhundert viele Touristen nach Neapel. Seine wiederholten Ausbrüche dienten Künstlern immer wieder als Motiv.

Fort von den heißen Lavaströmen des Vesuvs in die Kälte der Arktis lockt uns nun ein Highlight der Glasofferte in Gestalt der Vase Ours blancs sur la Banquise („Eisbären auf Eisscholle“). Die Vase wurde um 1925/30 in der Werkstatt der berühmten Glaskunst-Firma von Émile Gallé (†1904) entworfen, die zuvor die Ästhetik des Jugendstils mit von der Natur inspirierten Motiven mitgeprägt hatte. Auch die vorliegende Vase aus farblosem, eisblau unter- und weiß überfangenem Glas mit Ätzdekor bleibt dieser Inspirationsquelle treu, nun jedoch umgesetzt im plakativen Stil des Art déco.

Ein weiteres außergewöhnliches Stück kommt mit einem Miniaturkabinett zum Aufruf, das um 1700 in Augsburg angefertigt wurde. Prachtvoll verzierte Kabinettschränke zählen zu den repräsentativen Möbelstücken des Barockzeitalters. Neben den lebensgroßen Varianten wurden auch Miniaturmodelle geschaffen, die Kindern als auch Erwachsenen gleichermaßen zum Vergnügen dienten und mit denen Kunsttischler ihre Fertigkeiten demonstrieren konnten. Das vorliegende Beispiel von etwa 29 x 23 x 13cm besticht mit seiner elegante Damen und Herren darstellenden, verspiegelten Hinterglasmalerei auf den Fronten der acht Schübe und den Innenseiten der Fronttüren.

In Hinblick auf die sich nähernde Feiertagssaison dürfen an dieser Stelle auch die vielen Lose mit antikem Weihnachtsschmuck nicht unerwähnt bleiben, von denen viele Stücke aus dem tschechischen Gablonz beinhalten. Spannend ist auch ein drei Teile Glasschmuck aus der Zeit um 1900 umfassendes Los. Neben einem silberfarben bemalten Weihnachtsmann und einem Engel mit feinen Papierflügeln ist hier eine mit Venezianischem Tau verzierte Blüte zu finden. Bei dieser Technik werden winzige Glaskügelchen aufbracht, wodurch die Oberfläche an glitzernde Tautropfen erinnert.
Neben Kunst, Porzellan, Antiquitäten und Werken des Jugendstils und Art décos kommen in der Herbstauktion von Franke auch Schmuck, Uhren, Spielzeug, Silber, Historika und weitere Kategorien in über 2.500 Losen zum Aufruf.
Die Versteigerungen finden vom 17. bis 19. Oktober 2024 im Auktionshaus Franke, Kalchreuther Straße 125, in Nürnberg statt. Vorbesichtigungen sind dort am 15. und 16. Oktober möglich.




