Am 27. November versteigert Lehner Kunstauktionen moderne und zeitgenössische Kunst österreichsicher und internationaler Künstler in Wien. In jeweils alphabetischer Reihenfolge werden die beiden Kategorien in kunsthistorisch umgekehrter Reihenfolge aufgerufen.

Los geht es somit mit der zeitgenössischen Kunst, an deren Spitze neun Arbeiten des österreichischen Malers Fritz Aigner stehen, wiederum angeführt von einem Hinterglasbild, das den Künstler selbst mit einem Ecce Homo-Bild zeigt. Das Gemälde entstand 1970, jenem Jahr, in dem Aigner auch den 6teiligen Zyklus Ecce Homo schuf, von dem ebenfalls ein Exemplar in der Auktion angeboten wird.

Der in Aquatintaradierungen ausgeführte Zyklus verdeutlicht, weshalb Aigner bisweilen auch als "Rembrandt von Linz" bezeichnet wird, denn der 2005 verstorbene Künstler in der Tradition des Barockmalers arbeitete, jedoch seine persönliche Note aus Surrealismus und Fantastischem Realismus beifügte. Eine weitere Arbeit Aigners, die das hervorragend verdeutlicht, ist die Aquatintaradierung Hai in Sicht von 1971.

Vom niederländisch-amerikanischen Maler Willem de Kooning liegen eine "irdische" und eine "überirdische" Arbeit vor, die sich in den letzten 25 Jahren in einer Privatsammlung in New York befanden. Während Kooning mit Sitzende Figur eine Synthese von Figuration und Abstraktion kreierte, schuf er mit Engel eine Korrelation der dargestellten Figur mit dem sie umgebenden Raum.

Mit Abstraktion und der Reduzierung der Form setzte sich auch Hubert Schmalix in seiner Zeit als Neuer Wilder in den frühen 1980er Jahren auseinander. Ein Beispiel dafür, das Schmalix im September 1982 ausführte, ist das vorliegende Ölgemälde Weltall.

Mit wenigen Pinselstrichen und einer reduzierten Farbpalette hat der in Trieste geborene und später nach Australien ausgewanderte Maler Stanko Rapotec einige Bäume mit Acrylfarbe auf ein Stück Karton gemalt. Sein persönliches Motto lautete: "Um ein Künstler zu werden, muss man ein erfahrungsreiches Leben führen, ein starkes Bedürfnis haben, sich selbst auszudrücken, den starken Willen, dieses Bedürfnis auszuleben, und... Talent."

International besetzt ist auch die Offerte mit Werken der Klassischen Moderne. Von Alexander Calder, der vor allem für seine Mobiles bekannt ist, kommt die Farblithografie Les Deux Lunes ("Die zwei Monde") zum Aufruf.

Von der Tiroler Malerin Gerhild Diesner wird die auf Papier ausgeführte Gouache Weinviertel angeboten. Mit ihrem umfangreichen, von leuchtenden Farben geprägten Arbeiten, zählt Diesner zu den bedeutendsten Künstlern ihrer Heimat in der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Mit Vilma Eckl ist eine weitere österreichische Malerin in der Auktion vertreten. Auf vier Arbeiten der vom Blauen Reiter und der Linzer Malschule beeinflussten Künstlerin darf mitgeboten werden. Eine besondere Rolle im Œuvre Eckls nahm die Darstellung bäuerlichen Lebens ein, in der Auktion mit Bäuerinnen bei der Handarbeit und Schnitter vertreten.

Beinahe am Ende der Auktion, jedoch mit dem höchsten Schätzpreis der Offerte, wird schließlich eine interessante Arbeit des Mitbegründers der OP-Art Victor Vasarely zum Aufruf kommen. Auch mit über 80 Jahren beschäftigte sich Vasarely mit seinen Lieblingsthemen: Wahrnehmung und Täuschung des Betrachters und wie man beides am besten kombiniert. Bei Geometrische sechseckige Komposition handelt es sich um eine mit Acrylfarbe und Karton ausgeführte Collage auf Holz.
Die 20. Auktion von Lehner Kunstauktionen findet am 27. November um 18 Uhr am Getreidemarkt 1/8 Mezzanin in Wien statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 21. November bis zum Auktionstag möglich.
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