Vilhelm Hammershøi (1864-1916) ist berühmt für seine ruhigen Interieurs in gedeckten Farben, auf den Frauen zu sehen sind, die er in Rückenansicht oder mit abgewendetem Gesicht abbildete. In seiner Heimat Dänemark allseits bekannt, haben einige von Hammerhøis charakteristischen Werken vor Kurzem den Atlantik überquert, um in New York in einem spannenden neuen Kontext gezeigt zu werden.

"Stillness: Hammershøi and American Minimalism" ist noch bis zum 17. Mai 2024 bei Phillips New York, 432 Park Avenue, zu sehen. Die Ausstellung untersucht die Verbindung zwischen den Werken Hammershøis und denen der amerikanischen Minimalisten, die, was die Komposition und den minimalen Einsatz von Farben betrifft, einen ähnlichen Stil verfolgten.

Die Ausstellung stellt Robert Mangolds Square Within a Square (Warm-grey) (1974) und Agnes Martins Untitled #10' (1998) neben Hammershøis Studie einer stehenden Frau, von hinten gehen (1884/1888) und Interieur mit Windsor-Stuhl (1913). Die Verbindungen zwischen den unterschiedlichen künstlerischen Strömungen werden dabei deutlich: eine gedämpfte Farbpalette und ein serienartiger Ansatz.
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Mehrere Werke von Hammershøi sind Teil der Sammlung von John L. Loeb Jr. (*1930). Loeb, der von 1981 bis 1983 US-Botschafter in Dänemark war, baute in diesen Jahren eine beeindruckende Sammlung dänischer Kunst auf, die die größte außerhalb der dänischen Museen darstellt.

Das Ölgemälde Innenhof-Interieur von Strandgade 30 (1905) ist ein Höhepunkt der Ausstellung aus Loebs Sammlung. Ungefähr zum Zeitpunkt von dessen Entstehung mietete Hammershøi die Wohnung im ersten Stock in der Strandgade 30 in Kopenhagen, wo er von 1898 bis 1909 mit seiner Frau Ida lebte. Hier malte er einige seiner berühmtesten Werke.
Das Gemälde zeigt eine Frau, die typischerweise vom Betrachter abgewandt ist, während sie aus einem Fenster schaut. Die Fensterscheiben im Gemälde sind in einem Gitter gefasst – ein Motiv, das von amerikanischen Minimalisten aufgegriffen wurde.

Hammershøi selbst wurde stark vom niederländischen Künstler Jan Vermeer aus dem 17. Jahrhundert beeinflusst. Wie Vermeer bevorzugte auch Hammershøi Innenräume mit einer begrenzten Farbpalette und Figuren, die ruhigen Alltagsaktivitäten wie dem Lesen nachgingen. Wegen seines geschickten Umgangs mit Licht wurde er tatsächlich mit Vermeer verglichen.
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Auf dem Auktionsmarkt erzielen Vilhelm Hammershøis Gemälde Preise in Millionenhöhe. Der aktuelle Rekord des Künstlers wurde erst im vergangenen Jahr aufgestellt, als das Gemälde Interieur. Das Musikzimmer. Strandgade 30 (1907) für 9,1 Millionen US-Dollar versteigert wurde.
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Führende globale Institutionen nehmen Hammershøis Werke zunehmend in ihre Sammlungen auf. Diesen Sommer werden seine Gemälde zudem auf der Art Basel von der Schweizer Galerie Hauser & Wirth ausgestellt. Sollten Sie jedoch bis zum 17 Mai nach New York kommen, sollten Sie sich die Phillips-Ausstellung „Stillness: Hammershøi and American Minimalism“ nicht entgehen lassen.




