Als junges wurde Frieda Belinfante oft aufgrund der Größe ihrer Hände gehänselt. Jene, die sie ärgerten, hätten sich wohl kaum jemals vorstellen können, dass Frieda mit eben diesen Händen später einmal brillant Cello spielen, Orchester dirigieren, den Widerstand anspornen, Dokumente fälschen und sich gegen die Nazis behaupten würde.
Am 10. Mai 1904 in Amsterdam in eine musikalische Familie hineingeboren, wurde Frieda die erste Frau in Europa, der die Position eines künstlerischen Leiters und Dirigenten eines professionellen Orchesters (Het Klein Orkest) anvertraut wurde, eine Aufgabe, der sie bis zur Besetzung der Niederlande durch die Nationalsozialisten nachkam. Doch beendete das nicht ihre musikalische Karriere, die sie nach dem Zweiten Weltkrieg fortsetzte.

Frieda Belinfante war nicht die einzige, deren künstlerische Karriere durch die Nazis unterbrochen wurde. Viele Intellektuelle und Künstler wurden in jener Zeit aus vielerlei Gründen behindert, unter anderem wegen ihrer jüdischen Abstammung oder sexuellen Orientierung. Da Frieda lesbisch war und einen jüdischen Vater hatte, fühlte sie sich dazu berufen, den Nazis entgegenzutreten und trat sofort dem niederländischen Widerstand bei. Sie freundete sich mit Willem Arondéus an, einem offen schwul lebenden Schriftsteller, Maler und Illustrator, und gemeinsam mit ihm und der Widerstandsgruppe CKC begann sie, Ausweisdokumente zu fälschen und damit Menschen zu helfen, die von der Gestapo verfolgt wurden.
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Zusätzlich zu der Tatsache, dass Dokumentenfälschung eine Aktivität war, die mit dem Tode bestraft wurde, kostete sie auch viel Geld. Als dieses dem Widerstand ausging, entschloss sich Frieda, Henry Heineken, dem eine bekannte Brauerei gehörte, um Hilfe zu bitten. Heineken war nicht nur sehr reich, sondern auch ein ausgesprochener Musikliebhaber und Mitglied im Vorstand des Concertgebouw-Orchesters, in dem Frieda spielte. Und er war bereit zu helfen, doch wurde jede Kontobewegung von den Nazis kontrolliert. Aber Frieda hatte eine brillante Idee: sie würde ihm ihr beliebtes Cello verkaufen, für eine Summe, die hundertmal höher war, als der tatsächliche Wert. Sowohl für Frieda, als auch für Heineken bedeutete das ein hohes Risiko, doch zeugte es auch von der von ihnen geteilten Liebe zur Musik sowie von Courage und Selbstaufopferung.
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Frieda und weitere Mitglieder der CKC-Gruppe erkannten schnell, dass es notwendig war, die Originaldokumente zu zerstören, wenn sie erfolgreich an ihren Fälschungen weiterarbeiten wollten. Daher beschlossen sie, am 27. März 1943 einen Bombenanschlag auf das Einwohnermeldeamt Amsterdam auszuführen. Dabei wurde die Registratur jedoch nur teilweise zerstört und Arondéus nach einem Hinweis verhaftet und mit anderen Beteiligten zum Tode verurteilt. Seine letzten Worte vor der Hinrichtung waren: "Sagt den Leuten, dass Homosexuelle keine Feiglinge sind."
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Frieda Belinfante schaffte es zu entkommen, indem sie die Identität eines Mannes annahm und drei Monate lang Männerkleidung trug. Ihre Verkleidung war so überzeugend, dass sogar ihre Mutter sie nicht erkannte, als sie ihr auf der Straße begegnete. Dennoch war die Musikerin später gezwungen, ins Ausland zu fliehen und in einem Flüchtlingslager in der Schweiz unterzukommen. Dort versuchte sie die traurige Stimmung zu heben, indem sie freien Cello-Unterricht anbot.

Gleich nach dem Krieg kehrte Frieda in die Niederlande zurück. Doch war sie enttäuscht von der geringen Anerkennung, die die Mitglieder des Widerstandes dort erhielten. 1947 beschloss sie, in die USA zu gehen. Nach einem kurzen Aufenthalt in New York, eine Stadt, die sie als zu groß empfand, reiste sie mit ihrem originalen Cello, das sie nach dem Krieg zurückgekauft hatte, durch die Staaten. Schließlich ließ sie sich in Laguna Beach in Kalifornien nieder, wo sie wieder als Orchesterdirigentin arbeitete, obwohl sie noch immer mit Vorurteilen zu kämpfen hatte. 1987 erklärten das Orange County und die Stadt Laguna Beach den 19. Februar zum "Frieda Belinfante Day", um ihren Beitrag zur Musikkultur zu würdigen.
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Im Laufe ihres Lebens hatte Frieda Belinfante mit Vorurteilen und Verfolgungen aller Art zu kämpfen: wegen ihrer sexuellen Orientierung, der jüdischen Herkunft ihres Vaters und ihrer Rolle als Orchesterdirigentin, was eine Karriere war, die von Männern dominiert wurde. Sie begegnete jeder Attack mit dem Kopf voran, geleitet von ihrem Motto: "Wenn ich denke, dass ich es kann, bedeutet das, dass ich es kann."
Frieda Belinfante starb 1995 in Santa Fe, New Mexico, im Alter von 90 Jahren an Krebs. Ihr inspirierendes Erbe als Musikerin und LGBTQ+-Kämpferin, Aktivistin und Ikone wird jedoch für immer lebendig bleiben wie endlose Musik, die durch Zeit und Raum widerhallen kann.




