Pierre Paulin wurde 1927 in Paris geboren, wo er später an der École Camondo, einer Schule für Design und Innenarchitektur, studierte. Weitere Erfahrungen sammelte er im Atelier von Pierre Guariche und Michel Mortier.
Der visionäre Paulin erkannte, dass das französische Design in der Nachkriegszeit auf der Stelle trat. Um neue Impulse zu bekommen, reiste er 1951 nach Skandinavien. Ebenso beeindruckten und inspirierten ihn Firmen wie Knoll und Herman Miller, die sehr früh auf modernes Design setzten.
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Paulin nahm alle diese Einflüsse mit nach Hause und war bereits Ende der 1950er Jahre für einen Stil bekannt, der Modernität und Komfort miteinander zu verbinden wusste. In dieser Periode interessierte sich Paulin vor allem für Arbeiten aus Holz von skandinavischen und amerikanischen Designern.
1953 stellte er im Salon des Arts ménagers aus. Seine Kreationen waren von der Einfachheit und Leichtigkeit skandinavischer Möbel inspiriert und waren als "Produkte für junge Haushalte" gedacht, wie er 2007 in einer Dokumentation erklärte.
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Zwischen 1954 und 1958 arbeitete Pierre Paulin mit Thonet zusammen und kreierte Stühle für die Ausstattung von Veranstaltungsräumen. Es folgte eine Zusammenarbeit mit der niederländischen Firma Artifort, für die er über 200 Sitzmöbel entwarf.
Damals meldete er auch einen Stretch-Jersey zum Patent an, der es ihm erlaubte, die Nähte und Abgrenzungen seiner Kreationen zu minimieren. Die Idee dazu kam ihm durch einen Badeanzug.
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Nach und nach mussten die klassischen Formen seiner Möbel neuen und organischen Formen Platz machen. Die Schaumstoffbezüge veränderten sich, passten sich mehr und mehr dem menschlichen Körper an und revolutionierten so die Art des Sitzens an sich. Sehr erfolgreich wurden seine Sessel Ribbon (1966), Mushroom (1963) und Tongue (1967).
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Im Jahr 1970 begann Pierre Paulin eine Zusammenarbeit mit Mobilier National. Ein Jahr später wurde er international bekannt, als er im Auftrag von Präsident Georges Pompidou verschiedene Möbelstücke für den Élysée-Palast entwarf, die "den Eintritt Frankreichs in die Moderne" markieren sollten.
1975 gründeten er und seine Frau Maïa die Agentur ADSA, die erste französische Agentur für globales Design.
Eine echte Anerkennung erfuhr Pierre Paulin er spät. Seine Entwürfe werden heute jedoch in den wichtigsten Designmuseen ausgestellt (das MoMA war in den 1960er Jahren eine große Ausnahme, als es Paulins Entwürfen eine Ausstellung widmete). Im Jahr 2015 widmete die Galerie Perrotin Paris dem Designer eine mehrwöchige Ausstellung, während das Centre Pompidou 2016 eine große Retrospektive auf fast 800 m² präsentierte.
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