Rustikale Holzmöbel, Kunsthandwerk und Kürbismalerei. Was einst einst ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand mit traditionellen Verzierungen war, ist heute auf dem Auktionsmarkt heiß begehrt.
Der Begriff Allmoge hat sich aus dem altnordischen „all möghe“, was „Volk“ bedeutet, entwickelt und war die Bezeichnung für die Bauern und Standeslosen in der bäuerlichen Gesellschaft. Wenn es um Stil und Ästhetik geht, ist mit Allmoge der ländliche und rustikale Stil gemeint, der von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis zum 20. Jahrhundert der vorherrschende Stil jener Gesellschaftsschicht war. Dekoriert wurden die rustikalen Holzgegenstände oft mit Malereien, die die charakteristischen Merkmale der verschiedenen schwedischen Regionen aufwiesen. Auch auf Stoffen wurden bunte Bilder gemalt, die Dörfer, größere Städte und Landschaften darstellen konnten.
Lesen Sie auch: Von zeitlosem Charme: Schwedische Volkskunst

Einige der bekanntesten Designer Schwedens ließen sich vom Allmoge-Stil inspirieren. Axel Einar Hjorths "Sportkabinenmöbel" aus den 1930er-Jahren und Carl Malmstens Sofa Visingsö aus dem Jahr 1953 weisen mit ihrer schlichten, reduzierten Designsprache und der Herstellung aus Kiefernholz deutliche Einflüsse des Allmoge auf.
Lesen Sie auch: Axel Einar Hjorth: Die moderne Einfachheit
Bei Barnebys gibt es immer Allmoge-Objekte zu entdecken, von Kommoden und Standuhren bis hin zu Figuren und Bechern. Einige Stücke gibt es bereits für ein paar Hundert schwedische Kronen, während die Preise für andere in die Hunderttausende gehen. Ein Auktionshaus, in dessen Katalogen häufig Allmoge-Objekte vertreten sind, ist Dalarnas Auktionsbyrå. Wir haben mit Marcus Gärdskog, der in dem schwedischen Auktionshaus für Gutachten und den Katalog zuständig ist, gesprochen, um mehr über die Allmoge-Objekte auf dem Auktionsmarkt zu erfahren.

Wie hat sich der Markt für Allmoge-Objekte in den letzten Jahren entwickelt?
Generell kann man sagen, dass die Nachfrage nach Allmoge-Objekten heute sehr unterschiedlich ist, wobei die allgemeine Tendenz in den letzten zwei Jahren etwas schwächer geworden ist. Das lässt sich vor allem bei den Stücken beobachten, die eher schlicht gestaltet sind oder relativ häufig vorkommen.
Möchten Sie Artikel wie diesen direkt in Ihrem Posteingang entdecken? Dann melden Sie sich noch heute für unseren kostenlosen Newsletter an!

Gibt es Allmoge-Objekte, die auf dem Auktionsmarkt besonders begehrt sind? Was macht sie interessant?
Stücke wie beispielsweise neu lackierte Kommoden und Standuhren oder auch einfachere Gebrauchsgegenstände und dergleichen sind heute weniger gefragt und entsprechend niedrig sind auch die Preise. Vor fünf Jahren waren kleinere Allmoge-Objekte, wie Dalapferde und -schweine, Vogel-Figuren, bemalte Schalen und Nadeldosen gefragt, was sich auch bei den erzielten Preisen bemerkbar machte.
Lesen Sie auch: Das teuerste Dalapferd der Welt
Dagegen ist ein Großteil des Möbelsektors im Aufwind. Die Käufer suchen nach traditionellen Tischen und besseren Rokoko- und gustavianischen Schränken, wobei die Farbe ihnen nicht mehr so wichtig ist. Auch hochwertig lackierte Schränke sind gefragt. Leider befindet sich ein Großteil dieser Möbel mittlerweile jenseits der Grenzen Schwedens, zumindest wenn man unseren Auktionen Glauben schenken darf.

Worauf ist bei einer Auktion zu achten?
Worauf man achten sollte, sind seltene und authentische Stücke. Allgemein bevorzugen Sammler Stücke in schlechterem, dafür aber unberührtem Zustand, als solche, die aufgearbeitet oder ergänzt wurden.




