Im Altnordischen, einer im mittelalterlichen Skandinavien gesprochene Sprache, bedeutet all möghe „alle Menschen“. Der davon abgeleitete Begriff allmoge wird seit langem für Bauern und andere Mitglieder der bäuerlichen Gesellschaft verwendet. In der dekorativen Kunst bezieht sich allmoge auf einen ehemaligen, meist rustikalen Stil, der in der bäuerlichen Gesellschaft Schwedens von der Mitte des 17. bis ins 20. Jahrhundert dominierte.
Zu Beginn waren mit allmoge also alle Menschen gemeint. Da die Gesellschaft mit der Zeit jedoch immer hierarchischer wurde, blieben schließlich nur noch die Bauern in dieser Gruppe übrig, von denen sich die städtische Gesellschaft und der Adel abgrenzen wollten.

Die Ursprünge von allmoge liegen in den Traditionen der jeweiligen Region, unabhängig von populären künstlerischen Stilen und Entwicklungen. Nach und nach wurde aus der anfänglichen Heimarbeit eine handwerkliche Produktion, die ältere Entwürfe imitierte.
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Auch vor Gebrauchsgegenständen, die ursprünglich rein funktional waren, machten die Dekorationen nicht halt. Rustikale Holzobjekte wurden mit Bildern unterschiedlicher Stilrichtungen verziert. Auch bunte, mit Dörfer oder Landschaften darstellenden Motiven wurden üblich. Im 18. Jahrhundert verbreitete sich die Kurbitsmalerei aus Dalarna und Hälsingland in benachbarte Regionen und wurde zur gängigen Art und Weise, heimische Gegenstände und Möbel zu verzieren.

Die Kurbitsmalerei hat ihre Wurzeln in Dalarna, dort insbesondere in Rättvik, Leksand und Bjursås. Maler verzierten ihre Bilder, oft religiöse Motive, die sowohl auf Wände als auch auf Möbel gemalt wurden, mit Blumen und Blättern.
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Das Wort leitet sich vom lateinischen cucurbita und dem deutschen Kürbis ab und war im Schwedischen lange die Bezeichnung für Gurkenpflanzen im Allgemeinen und Kürbisse im Besonderen. Von den kürbisartigen Formen in den floralen Mustern leitet sich der Name des Malstils ab. Figuren, die in diesen Bildern auftauchten, waren oft der Bibel entnommen, jedoch in die Trachten der Region gekleidet und schufen so regionale Stilmerkmale, die sich an ältere Traditionen und ortsspezifische Farben und Formen anlehnten.

Doch nicht nur antike rustikale Kiefernmöbel, die im Dalarna-Stil bemalt wurden, werden als allmoge bezeichnet. Trotz der Abgrenzung zu den höher stehenden Gesellschaftsklassen und den zeitgenössisch vorherrschenden Stilen, war allmoge eine sich stetig weiterentwickelte Kunstform, die von modernen Innovationen beeinflusst war. Heute gilt alles vom undekorierten Trog bis zur Schusterlampe als allmoge.
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Im Dezember 2021 wurde ein neuer Auktionsrekord für Allmoge-Möbelstück aufgestellt, als ein Doppelschrank aus Jämtland aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts für erstaunlichen 300.000 SEK (29.100 Euro) versteigert wurde.



