Mit ihrer Kunst, die konzeptuelle Performances und Installation sowie abstrakte Malerei umfasste, trug Atsuko Tanaka (1932-2005) dazu bei, die japanische Kunst zu revolutionieren. Dennoch erhielt ihr Werk vor allem im 21. Jahrhundert die verdiente Würdigung, die mit zahlreichen Retrospektiven auf der ganzen Welt und Millionenpreisen auf dem Auktionsmarkt zum Ausdruck gebracht wurde.
Hier sind fünf interessante Fakten über die japanische Avantgarde-Künstlerin:
1. Sie war Mitglied der Gutai-Kunstvereinigung

Gegründet im Jahr 1954, war die politisch aufgeladene Gutai-Kunstvereinigung eine Antwort auf die Stimmung im Japan der Nachkriegszeit. Der Name Gutai setzt sich aus gu ("Werkzeug") und tai ("Körper") zusammen und kann aus dem Japanischen mit "konkret" oder "Verkörperung" übersetzt werden. Der Gründer der Gruppe, Jirō Yoshihara, ermutigte die Künstler der Bewegung, mit ihrer Kreativität zu experimentieren, das Abstrakte mit dem Figürlichen zu kombinieren, um, wie Yoshihara erklärte, "etwas zu kreieren, das es nie zuvor gegeben hatte". Die Mitglieder von Gutai organisierten Performances und Installationen im Freien, um ihr Werk einem breiteren Publikum in Tokio, Kyoto und Osaka vorzustellen. Tanaka hatte sich am College zunächst einem kleineren Kunstkollektiv names Zero Society angeschlossen und wurde erst 1955 Mitglied von Gutai. Nun schuf sie einige ihrer bekanntesten großformatigen Werke, angefangen bei Tokyo Work (1955), das 2007 auf der documenta 12 rekonstruiert wurde.
Lesen Sie auch: Yayoi Kusama: Die "Queen of Cool"
2. Am berühmtesten ist ihr Electric Dress
Während ihrer Zeit bei der Gutai-Kunstvereinigung schuf Tanaka ihr berühmtestes Werk, das neo-dadaistische Electric Dress (1956), eine den gesamten Körper umhüllende Konstruktion aus hunderten blinkenden Glühbirnen in den Primärfarben. Inspiriert von einer Neon-Werbung, die sie am Bahnhof von Osaka gesehen hatte, war das Kleid eine Antwort auf den rasanten technologischen Fortschritt in Japan nach dem Zweiten Weltkrieg und eine moderne Interpretation des traditionellen japanischen Kimono. Eine Rekonstruktion des Kleides von 1999 wird im Centre Pompidou ausgestellt.
Lesen Sie auch: Vom Untergang und der Auferstehung des Kimonos
3. Jackson Pollock war eine Inspiration

Ab den späten 1950er Jahren schuf Tanaka eine Serie von Gemälden aus Kunstharz-Emaillelack, indem sie die Leinwände auf den Boden legte und sie im Stil von Jackson Pollock von allen Seiten bearbeitete. In den Gemälden wiederholten sich bunte Kreise und amorphe Formen, die mit schlängelnden Linien als Reminiszenz an das Electric Dress kombiniert wurden.
Lesen Sie auch: Jackson Pollock: Die Visualisierung des Unbewussten
4. Viel Beifall erhielt sie erst posthum
Nach ihrem Tod 2005 im Alter von 74 Jahren erhielt Atsuko Tanaka verstärkt den Beifall, denn sie verdiente. Ihre Arbeiten sind Teil von einigen wichtigen Sammlungen, darunter das Museum of Modern Art (MoMA) in New York und das Centre Pompidou in Paris. Auch wurden ihr sowohl in Japan als auch im Ausland viele Ausstellungen gewidmet, wie etwa im Kyoto National Museum of Modern Art, im Guggenheim Bibao, im Moderna Museet in Stockholm oder in der Paula Cooper Gallery und der Grey Art Gallery der NYU in New York.
Möchten Sie Artikel wie diesen direkt in Ihrem Posteingang entdecken? Dann melden Sie sich noch heute für unseren kostenlosen Newsletter an!
5. Ihre Werke erzielen siebenstellige Preise

Atsuko Tanakas bunte abstrakte Gemälde erzielen Preise von über 1 Millionen US-Dollar, so geschehen zuletzt im März 2023 bei Bruun Rasmussen. Ihr aktueller Rekord wurde 2017 bei Sotheby's in Hongkong aufgestellt, als Enchantress on the Stage (1963) für 12,7 Millionen HKD (ca. 1,52 Millionen Euro) verkauft wurde.
Entdecken Sie weitere Artikel im Barnebys Magazin!
Aktualisierte Version eines Artikels vom 10. Dezember 2019



