Nach dreijähriger Planung und fünfjähriger Bauzeit ist es am Sonntag soweit: Mit dem neuen Museum Reinhard Ernst (mre) erhalten Wiesbaden und die deutsche Museumsszene eine wunderbare Ergänzung, die der Präsentation von Abstrakter Kunst aus Europa, Japan und den USA von 1945 bis heute gewidmet ist.
Vollständig getragen wird das 80 Millionen Euro teure Projekt von der Reinhard & Sonja Ernst-Stiftung, die sich der Förderung von Kunst und Kultur, dem Denkmalschutz und sozialem Engagement verschrieben hat. Herzstück des Museums sind Objekte der Sammlung des Wiesbadener Unternehmers Reinhard Ernst, der in den 1980er Jahren damit begann, abstrakte Kunst zu erwerben und bis heute eine Sammlung von rund 900 Werken zusammengetragen hat, die die Künstler von ZERO und Zen 49 genauso umfassen, wie jene der Gutai-Gruppe und der New York School.
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Den äußeren Rahmen des Museums bildet ein mit cleaner Linienführung bestechendes Gebäude des japanischen Architekten und Pritzker-Preisträgers Fumihiko Maki. Das Reinhard Ernst Museum ist der zehnte von Maki entworfene Museumsbau und sein einziger in Europa. Bedauerlicherweise wird Maki die Eröffnung des Museums nicht mehr erleben, er starb am 6. Juni im Alter von 95 Jahren in Tokio.
Die Eröffnungsausstellung Farbe ist alles! umfasst 60 Werke aus der Sammlung Reinhard Ernst und beleuchtet mit Arbeiten von Künstlern wie Friedel Dzubas, K.O. Götz, Toshimitsu Imai, Helen Frankenthaler, Robert Motherwell, Judit Reigl, Tōkō Shinoda, Pierre Soulages, Frank Stella und Fred Thieler die Veränderungen, die die Malerei seit dem Zweiten Weltkrieg durchlaufen hat. Die erste Sonderausstellung Fumihiko Maki – Maki and Associates: Für eine menschliche Architektur ist dem Schaffen des Schöpfers des Museumsbaus gewidmet.
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Unternehmer, Stifter und Museumsgründer Reinhard Ernst über sein jüngstes Projekt: „Dieses Haus gehört der Kunst, und die Kunst gehört allen. Mein Wunsch, ein Museum für abstrakte Kunst zu errichten, hängt eng mit meiner Überzeugung zusammen, dass ein Sammler eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft trägt. Private Sammler können die Kunstwerke besitzen – aber sie sollten sie einem großen Publikum zugänglich machen. Und so ist dieses Haus eine Einladung an alle Interessierten, Künstlerinnen und Künstler zu entdecken, die neue Wege gegangen sind, sich auf unbekanntes Terrain wagten und die uns mit ihren Arbeiten neue Räume eröffneten.“
Das gleich gegenüber dem Museum Wiesbaden gelegene Museum Reinhard Ernst wird ab dem 25. Juni für den regulären Publikumsbetrieb geöffnet sein. Einen wahrlich süßen Spitznamen hat das strahlend weiße Gebäude bereits: „Zuckerwürfel“.
Zur Museumswebsite geht es hier.
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