Die Geschichte der Luxus-Uhrenmarke Jaeger-LeCoultre begann im Jahr 1833, als der 30-jährige Antoine LeCoultre (1803-1881) in der Scheune seines Elternhauses in Le Sentier im idyllischen Vallée de Joux im Schweizer Jura eine Werkstatt einrichtete, um darin Uhren von höchster Präzision herzustellen. Eine Generation später war aus dem kleinen Atelier das wichtigste Unternehmen der Region geworden, das fast 500 Mitarbeiter beschäftigte und sämtliche Bereiche zur Herstellung hochwertiger Uhrwerke unter seinem Dach vereinte. Auch heute noch bestechen die Uhren von Jaeger-LeCoultre mit ihrer herausragenden Qualität und Handwerkskunst und sprechen Liebhaber und Sammler in aller Welt an.
Hier sind 5 interessante Fakten, die Sie über Jaeger-LeCoultre wissen sollten.
1. Ausgezeichnete Innovationen
Von Beginn an war es Antoine LeCoultres oberstes Bestreben, Uhrwerke von äußerster Präzision herzustellen. Um dies verwirklichen zu können, benötigte er entsprechende Werkzeuge, die er ganz einfach selbst entwickelte. 1844 erfand er das Millionometer für das Messen des millionsten Teils eines Meters. Drei Jahre später konnte er zudem ein Uhrwerk präsentieren, dass sich ohne Schlüssel aufziehen ließ. Dies geschah stattdessen durch eine Wippe, die durch einen Drücker entweder zum Einstellen der Zeiger oder eben zum Aufziehen der Uhr verwendet werden konnte.
Internationale Anerkennung erhielt Antoine LeCoultre für seine Erfindungen und Innovationen im Jahr 1851 auf der ersten Weltausstellung in London, wo er mit der Goldmedaille ausgezeichnet wurde.
2. Ein Telefongespräch sorgt für Ärger
1903 war ein entscheidendes Jahr für LeCoultre. Der in Paris ansässige Uhrenhersteller Edmond Jaeger (1850-1922) stellte die Uhrmacher in der Schweiz vor die Herausforderung, ein Uhrwerk anzufertigen, das in eine von ihm entworfene, sehr flache Taschenuhr passen würde. Jacques-David LeCoultre, Enkel des Unternehmensgründers Antoine LeCoultre, wollte diese Herausforderung gerne annehmen. Um mit Jaeger schnellstmöglich in Kontakt zu treten, war ein Telefongespräch die beste Wahl. Allerdings gab es in Le Sentier damals noch ein Telefon. Jacques-David scheute keine Mühe und machte sich auf den Weg zum nächsten Telefon, das 20 Kilometer entfernt war.
Einer war von Jacques-Davids Tat nicht sonderlich begeistert, sein Vater Elie LeCoultre, der seinen Sohn wegen der hohen Kosten für das Telefonat rügte. Doch letztendlich erwies sich Jacques-Davids Vorgehen als positiv und es entstand eine Zusammenarbeit mit Edmond Jaeger, die 1937 zum Zusammenschluss der beiden Unternehmen zu Jaeger-LeCoultre führte. Und die Kosten für das Telefonat von 1903 haben sich dort schon längst rentiert.
3. Einer Königin würdig
Auf die Größe kommt es manchmal doch an, in der Welt der Uhrwerke bedeutet das allerdings je kleiner, desto besser. Auch bei Jaeger-LeCoultre hatte man sich das natürlich auf die Fahnen geschrieben und man war bestrebt, möglichst platzsparende Uhrwerke, die dennoch viele Funktionen antreiben konnten, herzustellen. 1907 konnte das Unternehmen mit dem Calibre 145 das bis heute flachste Taschenuhrwerk mit Kronenaufzug präsentieren. 1925 folgte mit dem Calibre 7BF Duoplan ein kleines rechteckiges Uhrwerk, aus dem sich das Calibre 101 entwickelte, das 1929 vorgestellt werden konnte.
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Das Calibre 101 ist das bis heute kleinste mechanische Uhrwerk und somit perfekt geeignet, um in schmale Damenarmbanduhren eingebaut zu werden. Eine dieser Damen, war Königin Elizabeth II., die eine mit dem Calibre 101 ausgestattete Uhr von Jaeger-LeCoultre am Handgelenk trug, als sie 1953 gekrönt wurde. Damit die junge Königin unauffällig die Zeit im Auge behalten konnte, war die Uhr zwar mit Diamanten besetzt, jedoch allgemein eher dezent gehalten.
4. Sport ist Mord
…das gilt zumindest für Armbanduhren, denen nicht jede Sportart gut bekommt. Der rasante Reitsport Polo ist eine solche Sportart, die manches Uhrenglas zersplittern ließ und auch Schäden am darunter liegenden Zifferblatt verursachte. Dieses Problem bereitete den begeistert Polo spielenden Offizieren der britischen Armee in Indien, die bei ihren Turnieren offenbar nicht auf eine Armbanduhr am Handgelenk verzichten wollten, zunehmend Kopfzerbrechen und sie sehnten sich nach einer Lösung. Diese lieferte 1931 LeCoultre mit dem Modell Reverso, dessen Gehäuse sich wenden lässt, wodurch das Glas geschützt wird.
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Reverso ist mittlerweile ein Klassiker von Jaeger-LeCoultre, der auch heute noch im Sortiment zu finden ist – natürlich immer weiterentwickelt und mit immer neuen Komplikationen ausgestattet. Im Bereich der Haute Horlogerie ist die Reverso Hybris Mechanica Calibre 185 zu nennen, die erste Armbanduhr mit vier Zifferblättern.
5. Von Luft und Liebe leben
Jede Uhr ist auf die Liebe ihres Besitzers angewiesen, um ein möglichst langes und funktionsfähiges Leben zu haben. Bei der Tischuhr Atmos kommt aber auch noch die Luft hinzu, die sie überhaupt erst zum Leben erweckt, denn sie nutzt ausschließlich Veränderungen der Lufttemperatur als Antriebsenergie, wodurch sie einem Perpetuum mobile nahe kommt.
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Der ursprüngliche Erfinder der Atmos war der Schweizer Ingenieur Jean-Léon Reutter (1899-1971), dessen erste Entwürfe noch auf eine Quecksilbersäule setzten. LeCoultre nahm sich der Uhr an und perfektionierte sie. Das Quecksilber wurde durch eine dehnbare Kammer mit einem Gasgemisch ersetzt. Dieses Gasgemisch reagiert auf kleinste Veränderungen der Lufttemperatur und dehnt sich entsprechend aus, was dem Uhrwerk der Atmos die nötige Energie liefert – jedoch nicht allzu viel, weshalb man auf dem Zifferblatt einer Atmos vergebens nach einem energiefressenden Sekundenzeiger sucht. Die Anzeige der Mondphase verbraucht hingegen kaum Energie, sodass sie bei einigen Varianten der Atmos zu finden ist. Insgesamt ist die Uhr so ausbalanciert, dass jedes Staubkorn sie außer Takt bringen könnte. Daher ist es wichtig, sie mit einem Glasgehäuse zu schützen. Auch die Atmos ist bis heute im Sortiment von Jaeger-LeCoultre zu finden und gilt als eine der schönsten Tischuhren überhaupt.










