Zahlreiche Künstler engagierten sich in der Produktionsgemeinschaft Wiener Werkstätte, die 1903 vom Architekten Josef Hoffmann, dem Künstler Koloman Moser und dem Industriellen Fritz Waerndorfer gegründet worden war. Nach dem Vorbild des englischen Arts and Crafts Movements wollte man der industriellen Massenware mit Kreativität und Qualität entgegentreten.
Hier sind 5 Künstler der Wiener Werkstätte, die man kennen sollte.
Josef Hoffmann (1870-1956)

Der in Mähren geborene Architekt und Designer Josef Hoffmann war Gründungsmitglied sowohl der Wiener Secession, als auch er Wiener Werkstätte. Das Ziel von ihm und seiner Mitstreiter war es, nicht nur der Kunst neue Impulse zu geben, sondern auch dem Kunsthandwerk eine höhere Qualität zu verleihen, die mit dem überbordenden Prunk des in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vorherrschenden Historismus (in Wien vor allem in der Ringstraßen-Architektur), nichts mehr zu tun haben sollte.
Hoffmann engagierte sich in vielen Bereichen der Wiener Werkstätte und entwarf Schmuck genauso wie Silberobjekte und Möbel. Er entwarf auch das Palais Stoclet in Brüssel, das vollständig von Mitgliedern der Wiener Werkstätte gestaltet wurde und heute zum Welterbe der UNESCO gehört. Weitere bedeutende Arbeiten Hoffmanss waren die Ausstattung des Cabarets Fledermaus, das Sanatorium Purkersdorf sowie der sehr moderne Sessel Kubus.
Koloman Moser (1868-1918)

Mit Koloman Moser haben wir ein weiteres Gründungsmitglied der Wiener Werkstätte vor uns. Sechs Jahre zuvor war er ebenfalls an der Gründung der Wiener Secession beteiligt gewesen. Seine vielen Reisen führten ihn an verschiedene Orte in Italien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. 1904 gestaltete er die erste Ausstellung der Wiener Werkstätte in Berlin.
Koloman Moser war ein seht vielseitiger Künstler, der sowohl als Maler (er gehörte dem Kreis um Gustav Klimt an, der 1905 aus der Wiener Secession austrat), als auch als Grafiker und Kunsthandwerker tätig war. Seinen Schöpfungen begegnet man in Wien am Gebäude der Wiener Secession (Glasfenster), in der Kirche am Steinhof (Glasfenster und Hochaltar) sowie am Haus Linke Wienzeile 38 (Dekorationen).
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Dagobert Peche (1887-1923)

1915 konnte Josef Hoffmann den talentierten Künstler Dagobert Peche davon überzeugen, der Wiener Werkstätte beizutreten. Peche, bei dessen Entwürfen von Tapeten, Stoffmustern, Spiegelrahmen, Möbeln, Goldschmiedearbeiten und sogar Mode eine florale Ornamentik im Mittelpunkt stand, war mit seinen fantasievollen Entwürfen eine große Bereicherung für die Künstlergemeinschaft.
Peches außerordentliches Talent führte dazu, dass ihm von 1916 bis 1920 die Leitung der neugegründeten Zürcher Filiale der Wiener Werkstätte übertragen wurde, deren Erzeugnissen er mit dem Rokoko entlehnten Elementen einen eigenen Stempel aufdrückte.
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Vally Wieselthier (1895-1945)

Von den vielen Frauen, die für die Wiener Werkstätte arbeiteten – was nicht bei jedem auf Wohlwollen stieß und abwertende bis beleidigende Kommentare zur Folge hatte – wollen wir an dieser Stelle Vally Wieselthier hervorheben, die während und nach ihres Studiums an der Wiener Kunstgewerbeschule (u. a. bei Josef Hoffmann und Michael Powolny) für die Künstlergemeinschaft arbeitete.
Vally Wieselthier ist vor allem für ihre Keramiken bekannt. Nachdem sie 1922 aus der Wiener Werkstätte ausgetreten war, gründete sie ihre eigene Keramikwerkstatt, verkaufte diese allerdings bereits fünf Jahre später an die Wiener Werkstätte, wobei sie die Rolle der Werkstattleiterin beibehielt. Nach ihrer Auswanderung in die USA gründete sie dort zusammen mit amerikanischen und europäischen Künstlerinnen und Künstlern die Vereinigung Contempora.
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Carl Otto Czeschka (1878-1960)

Carl Otto Czeschka kam 1905 durch Koloman Moser, mit dem ihn eine lange Freundschaft verband, an die Wiener Werkstätte, nachdem er zuvor an der Kunstgewerbeschule unterrichtet hatte. Einer seiner Schüler war Oskar Kokoschka.
Czeschka entwickelte sich zu einem der wichtigsten Formgeber der Wiener Werkstätte und blieb mit dieser auch weiter verbunden, nachdem er 1907 an die Hamburger Kunstgewerbeschule berufen wurde. Czeschka hinterließ ein breitgefächertes Werk, aus dem besonders seine grafischen Arbeiten hervorstechen. Seine Illustrationen zu Die Nibelungen von 1908 zählen zu den schönsten Buchillustrationen überhaupt.
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