Yngve Ekström (1913-1988)
Yngve Ekström wuchs in Hagafors in Småland auf. Sein Vater baute Freischwinger für die Hagafors Stolfabrik, was vermutlich Yngves Interesse am Möbeldesign weckte. Schon früh begann Yngve, in einer Tischlerei zu arbeiten. Später studierte er unter anderem Kunstgeschichte mit Schwerpunkt Wohndekoration, eignete sich das meiste allerdings autodidaktisch an. Gemeinsam mit seinem Bruder Jerker gründete er 1945 das Möbelunternehmen ESE-möbler, das später zu Swedese wurde.

Yngve Ekström experimentierte mit Formen und Holzarten und brachte 1956 mit dem Stuhl Lamino sein wohl bekanntestes Möbelstück auf den Markt. Der Stuhl wurde aus schichtverleimtem Bugholz gefertigt und mit Schaffell bezogen. Lamino war ein Sitzmöbel seiner Zeit: funktional und erschwinglich, aber dennoch stilvoll und bequem. Wie bei vielen seiner Zeitgenossen war auch bei Ektröm „Einfachheit“ eines der geläufigen Schlagworte. 1999 wurde Lamino von den Lesern der Zeitschrift Sköna Hems zum „schwedischen Möbelstück des Jahrhunderts“ gekürt, 2006 wurden über 250.000 Exemplare produziert.
Lesen Sie auch: 10 geniale Stühle: Designklassiker des 20. Jahrhunderts
Ein Jahr vor dem Launch von Lamino entwarf Yngve Ektröm einen niedrigen Stuhl aus Rohrgeflecht für den småländischen Möbelhersteller Stolab, der Arka getauft wurde. Vor ein paar Jahren nahm Stolab die Produktion von Arka wieder auf, der heute genauso stilvoll und praktisch ist wie 1955.
Bruno Mathsson (1907-1988)
Ein weiterer erfolgreicher Designer aus Småland ist Bruno Mathsson, der zu den bekanntesten und bedeutendsten Möbeldesignern Schwedens gehört. Ein Jahr vor seinem Abschluss hatte Mathsson die Schule verlassen, um eine Lehre in der Schreinerei seines Vaters in Värnamo zu beginnen. Seinen Durchbruch hatte er wenige Jahre später mit einem selbstgebauten Stuhl, den er auf einer von der Värnamo Hantverksförening organisierten Ausstellung präsentierte. Dieser Stuhl entsprach noch keinesfalls den Designs, für die Mathsson heute noch berühmt ist, sondern glich eher einem barocken Polstersessel mit gedrechselten Beinen. Doch das Möbelstück brachte ihm einen Preis und viel Aufmerksamkeit ein und führte ihn direkt zur Stockholmer Ausstellung. Dort entdeckte er Modernismus und Funktionalismus, die seine gesamte Karriere prägen sollten.

Wie Yngve Ekström hatte auch Bruno Mathsson bei der Gestaltung seiner Möbel Komfort und Funktionalität im Sinn. Er begann sich für die Methodik des Sitzens an sich zu interessieren und studierte sie unter anderem damit, dass er sich in eine Schneewehe setzte und anschließend den Abdruck untersuchte. „Möbel müssen so kunstvoll gemacht werden, dass das Sitzen darin gar keine Kunst mehr ist“, lautete sein Motto.
Lesen Sie auch: Futuristisches Sitzen auf höchstem Niveau!

Im Laufe der Jahre entwarf Bruno Mathsson viele Möbelstücke, die zu echten Klassikern in schwedischen Haushalten geworden sind, darunter die Sessel Pernilla (1943) und Eva (1941). Der Sessel Mina stammt aus dem Jahr 1978 und besteht aus gebogenem Holz und strapazierfähigem Stoff. Auch er besticht durch jenen fantastischen Komfort, der für die Möbel von Bruno Mathsson so charakteristisch ist.
Carl Malmsten (1888-1972)
Carl Malmsten ist möglicherweise Schwedens bedeutendster Möbeldesigner überhaupt. Ers stammte aus einer Familie der oberen Mittelklasse, sein Vater war Arzt, sein Großvater sogar königlicher Leibarzt. Vermutlich sollte auch Carl diesen Weg einschlagen. Als er jedoch während seines Militärdienstes gesundheitliche Probleme bekam und sich daraufhin einige Zeit in Ägypten aufhielt, begann er, sich künstlerischen Tätigkeiten zuzuwenden. Zurück in Stockholm begann er eine Tischlerlehre, führte ein mehrjähriges Selbststudium durch und machte Praktika in Architekturbüros. Im Alter von nur 18 Jahren hatte er seinen Durchbruch, als er den ersten und den zweiten Platz bei einem Wettbewerb für die Ausstattung des Stockholmer Rathauses gewann – die Möbel im Ratssaal stammen von ihm.

Von Anfang an stand Malmsten dem Einzug des Funktionalismus in Schweden sehr kritisch gegenüber. Er selbst war ein Anhänger des schwedischen Klassizismus der 1920er Jahre, des sogenannten Swedish Grace. Dennoch stand auch bei seinen Designs der Mensch im Mittelpunkt, indem er sich abgerundeter Hölzer, sanfter Farben und einer naturalistischen Denkweise bediente. Er sagte, dass es in der Natur keine scharfen Kanten gäbe – womit er vermutlich recht hat.
Sie besitzen ein interessantes Möbelstück und möchten wissen, wie viel es wert ist? Finden Sie es hier heraus!

Auf einer Ausstellung im Röhsska konstslöjdmuseet in Göteborg im 1956 präsentierte er Möbel für ein Serienproduktion, die ihm einen größeren Kundenkreis beschwerte. Doch obwohl die Möbel in größerer Auflage als zuvor produziert wurden, oblag ihre Herstellung einigen sogenannten Schlüsselwerkstätten. Noch heute werden sie in begrenzter Stückzahl verkauft. Klassiker von Carl Malmsten sind Möbelstücke wie das Sofa Samsas, der Sessel Farmor und der 1942 entworfene Stuhl Lilla Åland.
Josef Frank (1885-1967)
Josef Frank hat Schwedens Designgeschichte nachhaltig geprägt und seine Entwürfe sind bis heute sehr gefragt. Der gebürtige Österreicher wird in erster Linie mit dem Unternehmen Svenskt Tenn in Verbindung gebracht, das 1924 von Estrid Ericson gegründet wurde. Da er jüdischer Abstammung war, ging Frank 1933 ins Exil und kam so nach Stockholm. Mit Ericson stand er bereits seit den späten 1920er Jahren in Kontakt. Nun begann er, für Svenskt Tenn Möbel, Tapeten und Stoffmuster zu entwerfen.

Josef Frank entwickelte einen unverwechselbaren Stil. Wie bei Yngve Ekström und Bruno Mathsson stand auch bei ihm der Komfort im Mittelpunkt, aber auch Gemütlichkeit und Farben. Josef Frank verabscheute Stahlrohrmöbel und ließ stattdessen die Natur in seine Designs mit einfließen. Er bevorzugte Möbel, durch die man hindurchsehen konnte: Stühle mit offener Rückenlehne und Schränke mit Füßen, die so hoch waren, dass man die Wand zwischen Boden und Korpus erkennen konnte.
Lesen/Sehen Sie auch: Barnebys in bewegten Bildern: Ein Video über Josef Frank

Der Kerzenhalter Vänskapsknuten wurde von Josef Frank als ein Symbol für Frieden und Freundschaft entworfen. Die früheste Skizze dazu entstand 1938, also im Jahr vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Und natürlich ist die Aussage dieses Kerzenhalter heute noch so relevant wie damals.
Artur Lindqvist (1897-1983)
Ein Name, der weniger bekannt ist wie die vier oben genannten, ist Artur Lindqvist. Lindqvist wurde als Sohn eines Hufeisenschmieds in Grythyttan geboren. Er trat in die Fußstapfen seines Vaters, wollte aber Produkte herstellen, die über die traditionelle Schmiedekunst hinausgingen. Inspiriert vom Funktionalismus, wollte er mit schönen Dingen den Alltag der Menschen bereichern.

Für die Stockholmer Ausstellung 1930 entwarf Artur Lindqvist einen Stuhl, der heute Trädgårdsfåtölj Grythyttan mod. A2 genannt wird und ein schwedischer Designklassiker ist. Nachdem Lindqvist einige Jahre daran gearbeitet hatte, die Herstellungskosten des Stuhls zu senken, produzierte er schließlich ein komplettes Gartenmöbelensemble. Die Möbel wurden in den 1940/50er Jahren immer beliebter und später zum Synonym für den schwedischen Sommer.
Möchten Sie Artikel wie diesen direkt in Ihrem Posteingang entdecken? Dann melden Sie sich noch heute für unseren kostenlosen Newsletter an!



