Nur wenige Künstler können sich rühmen, ein neues Jahrhundert eingeläutet zu haben. Tommaso Masaccio (1401-1428) gehört zu diesem sehr überschaubaren Kreis und war derjenige, der den Startschuss für das berühmte Quattrocento in Italien abfeuerte. In seinem nur kurzen Leben und noch wesentlich kürzeren Karriere, die nur sechs Jahre andauerte, schaffte er jedoch mehr, als so manch anderer Künstler in mehreren Jahrzehnten.
1. Seine frühen Jahren sind ein einziges Mysterium
Über das, was Masaccio vor seinem 21. Lebensjahr tat, können Kunsthistoriker nur spekulieren. Außer seiner Geburt am 21. Dezember 1401 im toskanischen San Giovanni Valderano ist nichts Gesichertes bekannt. Generell kann man annehmen, dass er, wie auch andere Jungen, die damals die Karriere eines Künstlers anstrebten, Lehrling in einer Werkstatt wurde. Doch wo er das tat, ist nicht überliefert. Erst am 7. Januar 1422 erscheint Masaccio nachweislich wieder auf der Bildfläche, als er in die Florentiner Malergilde aufgenommen wurde.
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2. Masaccio ist nicht sein richtiger Name

Masaccios Geburtsname lautete Tommaso di Giovanni di Simone Guidi. Den Beinamen Massacio, der mit „Koloss“ oder auch „Tollpatsch“ übersetzt werden kann, erhielt er aufgrund seiner kräftigen Statur. Laut Giorgio Vasari, seinem frühen Biografen, war Masaccio mangelndes Interesse an einem gepflegten Erscheinungsbild der Grund für den wenig schmeichelhaften Namen.
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3. Masaccios Bruder war ebenfalls Maler

Wie die meisten Berufe war auch der des Künstlers in der Renaissance eine Familiensache und wurde vom Vater auf den Sohn weitergegeben. Masaccios Vater war jedoch Notar, weshalb es eine wenig verwunderlich ist, dass sowohl Masaccio, als auch sein Bruder Giovanni Maler wurden. Leider hat letzterer, Lo Scheggia („der Holzspan“) genannt, trotz einer eigenen Werkstatt nicht viel für die Nachwelt hinterlassen.
4. Masaccio war ein einsamer Wolf

Im Gegensatz zu seinem Bruder hatte Masaccio keine Werkstatt und umgab sich auch nicht mit Protegés. Dennoch hatte seine Kunst einen unmittelbaren und enormen Einfluss auf die Renaissance in Florenz und Generationen nachfolgender Künstler. Der große Michelangelo fertigte beispielsweise Studien von Masaccios Der Zinsgroschen an.
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5. Über die Branacci Kapelle wurde heiß diskutiert

Masaccio wurde beauftragt, die Malerei der Branacci Kapelle in der Kirche Santa Maria del Carmine fertigzustellen, nachdem Masolino (der möglicherweise sein Lehrer gewesen war) den Job hingeschmissen hatte. Andere Quellen sagen, dass beide Künstler gleichzeitig an dem Auftrag gearbeitet hätten. Welche Version auch immer der Wahrheit entsprechen mag, führte das Ganze jedenfalls dazu, dass Kunsthistoriker darüber rätseln müssen, welcher Maler welchen Teil des Meisterwerkes ausgeführt hat. Allgemein werden Masaccio mittlerweile Die Vertreibung von Adam und Eva, Die Taufe der Neophyten, Der Heilige Petrus heilt die Kranken mit seinem Schatten, Der Heilige Petrus verteilt Almosen und Teile der Auferstehung des Sohnes des Theophilus zugeschrieben.
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6. Sein letztes Werk war lange Zeit teilweise verborgen

Das Dreifaltigkeit-Fresko in der Kirche Santa Maria Novella in Florenz war Masaccios letztes Werk. Das Gemälde präsentiert erstmalig den systematischen Gebrauch der Ein-Punkt-Perspektive, also einer Perspektive, bei der alle Linien des Bildes auf einen einzigen imaginären Punkt (in diesem Fall Christus) zulaufen. Im späten 16. Jahrhundert ließ der damalige Herzog von Florenz, Renovierungen in der Kirche vornehmen. Unter anderem ließ er einen Altar vor dem unteren Teil des Freskos, das ein Skelett im Grab darstellt, errichten. Die Inschrift über dem Altar lautet: „Was ihr seid, war ich einst; was ich bin, werdet ihr einmal sein“. Während einer weiteren Restaurierung im Jahr 1860 wurde der obere Teil des Freskos auf eine Leinwand übertragen. Erst 1952 wurde der untere Teil wiederentdeckt und mit dem oberen Bildteil wiedervereint.
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