Diego Rivera (1886-1957) transformierte die mexikanische Kunst durch seine gemalten Wandbilder (Murales), die seine revolutionären politischen Ansichten vermittelten. Gemeinsam mit seiner Frau Frida Kahlo verhalf er der mexikanischen Kunst des 20. Jahrhunderts zu internationaler Aufmerksamkeit. Seine großformatigen Wandgemälde spielen eine wichtige Rolle in der Kulturszene seiner Wahlheimat Mexiko-Stadt.
1. Er war mit Amedeo Modigliani befreundet, der sein Porträt malte
Geboren im Jahr 1886 in Guanajuato fand Diego María de la Concepción Juan Nepomuceno Estanislao de la Rivera y Barrientos Acosta y Rodríguez bereits in jungen Jahren seinen Weg zur Kunst. Dank eines Stipendiums konnte er 1907 nach Europa reisen, um die spanische, italienische und französische Kunst zu studieren. In Paris bewegte er sich in den Kreisen, wo er jene Künstler traf, die mit Kubismus, Fauvismus und Futurismus die Grundsteine der Modernen Kunst legten. Seine Freundschaften mit Pablo Picasso und Amedeo Modigliani sollten großen Einfluss auf seine Kunst und seine Studien haben.

Modigliani malte damals viele Porträts von seinen Künstlerkollegen, darunter auch einige von Diego Rivera. Die beiden bekanntesten befinden sich in einer französischen Privatsammlung bzw. dem São Paulo Art Museum in Brasilien.
2. Er erzählte die Geschichte Mexikos in einem Wandgemälde
Zwischen 1929 und 1935 bemalte Diego Rivera die Wände des Treppenhauses im Palacio Nacional in Mexiko-Stadt mit einem seiner bekanntesten Wandgemälde: Epos des mexikanischen Volkes, das die Geschichte des Landes von der Antike bis in die Gegenwart und die vielen Kämpfe der Mexikaner gegen Diktatoren und Fremdherrscher zeigt. Neben der prä-kolumbischen Ära sind die spanische Eroberung von 1519, die Revolution von 1919 und der Beginn der modernen Zeiten dargestellt.
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Als ein großartiges Beispiel für öffentliche Kunst, wurde das Werk im Palacio National durch ein öffentliches Kunstprogramm der post-revolutionären mexikanischen Regierung finanziert, die damit ihre soziale und politische Botschaft verbreiten und sich als die neue Regierung nach Ende der Diktatur vorstellen wollte. Neben der Werbung für die Revolution hob Rivera das reiche kulturelle Erbe Mexikos und die Größe der mexikanischen Bevölkerung vor der spanischen Eroberung hervor. Mit seinen Wandbildern begab er sich sozusagen auf die Suche nach der wahren mexikanischen Kultur.
3. Für Frida Kahlo war es Liebe auf den ersten Blick
"Ich hatte zwei schwere Unfälle in meinem Leben. Der erste war, als mich eine Straßenbahn überfahren hat, der andere war Diego." Dieser berühmte Satz von Frida Kahlo sagt viel aus über ihre Liebesgeschichte mit Rivera, die gleichermaßen leidenschaftlich als auch schmerzhaft war. Zwischen den beiden gab es einen Altersunterschied von 20 Jahren, dennoch war es für Frida Liebe auf den ersten Blick gewesen. 1928, nachdem sie nach dem Straßenbahnunfall fast zwei Jahre ans Bett gefesselt gewesen war, wagte die noch unbekannte Künstlerin, ihre Malversuche dem Künstler zu zeigen, den sie so sehr bewunderte. Und Rivera machte ihr Mut.
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Frida Kahlo hatte Diego Rivera erstmals im Jahre 1922 gesehen, als der Künstler ein Wandgemälde für die Hochschule ausführte, an der Frida studierte. Es heißt, Frida hätte damals zu einem Freund gesagt, dass sie eines Tages die Mutter von Diegos Kindern sein würde. Im Jahr 1929 heirateten sie.
Ich begriff, dass das Beste in meinem Leben meine Liebe zu Frida war.
4. Er betrog seine Frau mit deren Schwester
Auch wenn sie eine leidenschaftliche Liebe miteinander verband, war ihre Ehe schwierig und von gegenseitigem Ehebruch geprägt. Der für Frida schmerzhafteste war Diegos Affäre mit ihrer Schwester Cristina, die 1939 schließlich zur Scheidung führte. Doch nicht einmal dieser doppelte Betrug konnte ihre verrückte Liebe zueinander aufhalten: 1940 heirateten sie in San Francisco erneut. Auf der Liste mit Fridas Liebhabern ist übrigens so manch bekannter Name zu finden, darunter der russische Revolutionär und Politiker Leo Trotzki, den Rivera sehr bewunderte, und die Fotografin Tina Modotti.
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5. Sein Wandgemälde für das Rockefeller Center war sehr kontrovers
1930 gingen Diego und Frida nach San Francisco, wo Rivera Aufträge für Wandgemälde vom privaten Stock Exchange Luncheon Club und von der University of California erhalten hatte.

Nachdem er die Detroit Industry Murals für die Ford Motor Company ausgeführt hatte, erhielt er von der Rockefeller-Familie den Auftrag, die Lobby eines der kapitalistischsten Gebäude der Geschichte, das RCA Building im Rockefeller Center an der Fifth Avenue, auszuschmücken. Rivera erschuf daraufhin das kontroverse Wandbild El hombre en el cruce de caminos/El hombre controlador del universo ("Der Mensch am Scheideweg/Der Mensch kontrolliert das Universum"), das den Unterschied zwischen Kapitalismus und Kommunismus darlegen sollte. Als er das Porträt Lenins hinzufügte, wurde er von Nelson Rockefeller aufgefordert, es wieder zu entfernen, da die Anwesenheit des sowjetischen Staatslenkers seine Familie beleidigen würde.
Diego weigerte sich und so wurde das Wandgemälde zerstört, bevor es offiziell vorgestellt werden konnte. Dennoch blieb dem Künstler und seinem Auftraggeber ihre gute Beziehung zueinander erhalten, sodass Rockefeller auch später noch mehrere Werke Riveras kaufte. Vor der Zerstörung bat Rivara die Fotografin Lucienne Bloch, einige Fotos von dem Wandgemälde zu machen, nach denen er es im Palacio de Bellas Artes in Mexiko-Stadt rekonstruierte.

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6. Er illustrierte Pablo Nerudas Gedichtsammlung
Die Originalausgabe von Canto general ("Der große Gesang"), der 1950 veröffentlichten zehnten Gedichtsammlung des chilenischen Dichters Pablo Neruda, zieren mehrere Illustrationen von Diego Rivera und David Alfaro Siqueiros. Canto general erzählt ambitioniert in 15 Abschnitten mit 231 Gedichten aus mehr als 15.000 Versen die Geschichte Lateinamerikas.
7. Nach Fridas Tod heiratete er zum vierten Mal
"Ich hoffe der Übergang ist fröhlich und ich hoffe, niemals zurückzukehren", schrieb Frida Kahlo in ihr Tagebuch, kurz bevor sie 1954 im Alter von 47 Jahren an einer Lungenembolie starb. Ein Jahr später bekannte Diego: "Ich begriff, dass das Beste in meinem Leben meine Liebe zu Frida war". In jenem Jahr heiratete er Emma Hurtado, die seit 1946 seine Agentin gewesen war. 1957 starb Diego Rivera, der seine letzten Jahre damit zugebracht hatte, Fridas Kunst zu bewerben.




