Der Altersunterschied zwischen Frida Kahlo und ihrer jüngeren Schwester Cristina betrug lediglich elf Monate und während ihrer gemeinsamen Kindheit in Mexiko standen sie einander sehr nahe. Daher verwundert es nicht, dass Cristina eine der ersten war, die Frida 1928 am Beginn ihrer Karriere als Malerin porträtierte. Das elegante Bildnis der damals 20-jährigen Cristina lässt Fridas Liebe zur Porträtmalerei bereits erahnen, auch wenn die simple Landschaft mit nur einem Baum und Cristinas einfaches weißes Kleid noch weit von den aufwändigen Outfits und dekorierten Hintergründen entfernt sind, die Fridas spätere Arbeiten charakterisieren.
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1929 heiratete Frida Diego Rivera und ein Jahr später zog das Paar nach San Francisco, um anschließend die Vereinigten Staaten zu bereisen. Erst 1934 kehrten sie dauerhaft nach Mexiko zurück. Cristina war mittlerweile ebenfalls verheiratet und Mutter zweier Kinder, doch ihr zu Missbrauch neigender Ehemann verließ sie nach der Geburt des Sohnes Antonio. Sowohl Frida als auch Diego waren als etablierte Künstler nach Mexiko zurückgekehrt und Cristina saß mehrfach für Diegos Arbeiten Modell. Sie ist auf mehreren seiner Wandgemälde zu sehen, darunter auch das Wandbild im Palacio Nacional in Mexiko-Stadt. Mit der Zeit kamen sie einander näher und begannen eine Affäre, was Frida 1935 entdeckte. Nach einer Periode der Trennung, versöhnte sich Frida mit Cristina und zog wieder mit Diego zusammen, doch hatten beide außereheliche Affären mit verschiedenen Partnern, was schließlich zur Scheidung führte, worauf jedoch später eine erneute Heirat folgte.
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Frida Kahlos Porträt von Cristina, Meiner Schwester kommt als Teil der 50-Millionen-Dollar-Kunstsammlung des Musikmanagers Jerry Moss, Gründer von A&M Records in Los Angeles, zum Aufruf. Nach Moss' Tod im August 2023 im Alter von 88 Jahren, wird seine Sammlung am 9. November im Zuge von Christie's 20th Century Evening Sale versteigert. Weitere Highlights aus Moss' Sammlung sind neben Kahlos Porträt, dessen Wert auf 8-12 Millionen US-Dollar geschätzt wird, Pablo Picassos Nu Couché (Schätzpreis 10-15 Millionen USD) sowie Tamara de Lempickas Porträt ihrer Tochter Kizette von 1928-30 (Schätzpreis 7-10 Millionen USD). Ebenfalls mit dabei sind Werke von Andy Warhol, Thomas Hart Benton und Max Beckmann.
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„Die Sammlung von Jerry Moss war wie A&M Records, das traditionsreiche Label, das er gemeinsam mit Herb Alpert gründete: Ein wundervolles, jahrzehntelanges Abenteuer, vereint durch Geschmack, Genie und persönliche Bindungen", sagt Max Carter, Christie’s stellvertretender Vorsitzender für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. „Jedes seiner Porträts erzählt von einer wichtigen und aufschlussreichen Liebe, sei es von Kahlo zu ihrer Schwester Cristina – deren Konterfei das außerordentlich seltene Gegenstück zu Kahlos erstem Selbstporträt überhaupt ist – von Lempicka zu ihrer Tochter Kizette; von Benton zu seinem Sohn. T.P.; von Picasso zu seiner Frau Jacqueline; von Beckmann zum Mann auf der Straße oder von Warhol zum Schreckgespenst des Ruhms.“
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Die 13 Werke umfassende Sammlung wird in London und Los Angeles ausgestellt, bevor sie am 28. Oktober nach New York kommt, um versteigert zu werden.
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