Wenn eine mit viel Liebe und Sachverstand aufgebaute Privatsammlung der Spitzenklasse auf dem Auktionsmarkt angeboten wird, dann lockt das auch in unsicheren Zeiten viele Bieter an. Die Sammlung von Helga und Edzard Reuter ist so eine Sammlung und als sie am Abend des 28. Mai bei Christie’s in Paris zum Aufruf kam, waren – online, telefonisch oder persönlich – rund 220 Interessenten vor allem aus Deutschland, Frankreich und Italien dabei, um enthusiastisch mitzubieten.
Im Angebot waren 49 Lose mit Werken namhafter Künstler aus den Bereichen Post-War & Contemporary Art. Ihre Sammlung hatten der Industriemanager und ehemalige Vorstandsvorsitzende der Daimler-Benz AG Edzard Reuter (1928-2024) und seine Frau Helga (1937-2024) über viele Jahre und teilweise im engen Austausch mit den vertretenen Künstlern zusammengetragen.

Das beste Ergebnis des Abends lieferte Yves Kleins Relief Planétaire Terre (Marseille, Aix), (RP 24) (1961), dessen stark umkämpftes Ergebnis in Höhe von 1.613.000 Euro den oberen Schätzpreis verdoppeln konnte (Schätzpreis 600.000-800.000 Euro). Gleiches gilt für Günther Ueckers Nagelbild Weißes Feld (1969), das 403.200 Euro erzielte (Schätzpreis 150.000-200.000 Euro) sowie für Piero Manzonis Achrome (1962), das für 352.800 Euro einen neuen Besitzer fand (Schätzpreis 100.000-150.000 Euro).
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Weitere Spitzenergebnisse lieferten Lucio Fontanas Conzetto spaziale von 1956 (1.008.000 Euro; Schätzpreis 400.000-600.000 Euro), Otto Pienes Rauchbild No.3 von 1960 (277.200 Euro, Schätzpreis 50.000-70.000 Euro), Rupprecht Geigers 346/61 (Blaue Komposition) von 1961 (170.100 Euro; Schätzpreis 30.000-50.000 Euro), Gerhard von Graevenitz’ reflektierende Y-Lamellen auf weiss von 1963 (63.000 Euro; Schätzpreis 10.000-15.000 Euro), Francesco Lo Savios Metallo con articolazioni von 1960 (201.600 Euro; Schätzpreis 100.000-150.000 Euro sowie Enrico Castellanis Superficie nera No. 3 von 1964 (289.800 Euro; Schätzpreis 200.000-300.000 Euro).
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Am Ende waren alle Lose verkauft mit einem Gesamtergebnis in Höhe von 7,5 Millionen Euro, was die Schätzung von 3-5 Millionen Euro weit übertraf.
Dazu Eva Susanne Schweizer, Christie’s Repräsentantin in Stuttgart in einer Pressemitteilung: „Diese Auktion war ein wahres Feuerwerk an Bietern – die Sammler zeigten von Anfang bis Ende außergewöhnliche Begeisterung. Ein erstklassiges Ergebnis zu erzielen, bei dem jedes Los verkauft wurde und viele Preise weit über dem Schätzwert lagen, ist sowohl selten als auch unglaublich bereichernd. Ich stand dem Reuter-Museum persönlich sehr nahe, und dieses Projekt lag mir sehr am Herzen. Es war zutiefst bewegend, ihre Sammlung auf diese Weise gewürdigt zu sehen.“
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Wie vom Ehepaar Reuter gewünscht, wird der gesamte Erlös der von ihnen 1995 ins Leben gerufenen Helga und Edzard Reuter Stiftung zugute kommen, die der Förderung des interkulturellen Dialogs und des gesellschaftlichen Zusammenhalts gewidmet ist.
Dr. Susanne Eisenmann, Präsidentin der Helga und Edzard Reuter Stiftung, zeigt sich erfreut: „Wir als Stiftung freuen uns sehr über dieses Ergebnis. Über 7,5 Millionen Euro für die Sammlung sind ein beeindruckendes Ergebnis, das unseren gemeinnützigen Auftrag maßgeblich unterstützt. Die beeindruckende Präsentation der Sammlung durch Christie’s in Paris hat maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen.“
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Weitere Werke aus der Sammlung Reuter wird Christie’s im Oktober im Zuge seiner Contemporary Art-Auktionen sowie im November in seiner 20/21 Century Art-Onlineauktion versteigern.
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