Die Geburt einer Legende
Sie werden von vielen gefahren, doch kaum einer kennt die Geschichte hinter den Autos jener Marke, die zu einem Symbol Italiens geworden ist. Alfa Romeo ist einer der am längsten existierenden Automobilhersteller des Landes und auch einer der renommiertesten und kann zudem auf eine faszinierende Geschichte zurückblicken.
Am 24. Juni 2020 feierte Alfa Romeo 110 Jahre technologische Innovation, italienisches Design und sportliche Erfolge. Ganz am Anfang gab es die SAID (Società Anonima Italiana Darracq). Das vom französischen Automobilhersteller Alexandre Darracq geführte Unternehmen, hatte seinen Sitz zunächst in Neapel, zog jedoch schon bald nach Mailand um und von Cavalier Ugo Stella übernommen. Am 24. Juni 1910 erfolgte die Umbenennung in Società Anonima Lombarda Fabbrica Automobili (A.L.F.A.). Einige Jahre später wurde der Unternehmer Nicola Romeo Eigentümer der Marke, die schon bald ihren heutigen Namen erhielt: Alfa Romeo.
Seitdem Alfa Romeo Autos herstellt, hat das Unternehmen die Geschichte des Automobildesigns geprägt. Auch was die Technologie betrifft, gilt die "Casa del Biscione" als einer der fortschrittlichsten Automobilhersteller weltweit. Auch darf man nicht vergessen, dass Alfa Romeo 1925 die erste Weltmeisterschaft im Automobilsport gewann und dass die Scuderia Ferrari ihr Wettbewerbsdebüt mit Fahrzeugen von Alfa Romeo gab.
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Ein Symbol für Macht und Stärke
Auch das Logo von Alfa Romeo hat ein besonderes Design und eine Geschichte, die es wert ist entdeckt zu werden. Den Auftrag für die Gestaltung des Logos erhielt 1910 der Designer Giuseppe Merosi. Ziel war es, etwas zu finden, das Italien in der Welt der Automobilindustrie repräsentieren könnte. Der jüngste Designer des Büros und enger Freund Merosis, Romano Cattaneo, schlug den Biscione vor, das Wappentier der adeligen Familie Visconti, die lange über Mailand und die Lombardei geherrscht hatte. Die Idee dazu war ihm gekommen, als er beim Warten auf die Straßenbahn das Wappen am Torre del Filarete des Castello Sforzesco betrachtete.
Das Wappensymbol zeigt eine riesige Schlange, die einen Mann verschluckt. Die Aussage dahinter war jene, dass die Visconti mit ihrer Macht und Stärke stets bereit waren, ihre Feinde zu vernichten. Macht und Stärke – zwei symbolische Begriffe, mit denen sich ein Automobilhersteller erfolgreich auf dem Markt blicken lassen konnte. Die Idee kam bei Merosi gut an, der später, mit Hilfe von Cattaneo, ein weiteres Mailänder Symbol hinzufügte: Ein rotes Kreuz auf weißem Grund, das an das Stadtwappen Mailands erinnern sollte. Zum Schluss wurde noch ein blauer Ring mit den goldenen Inschriften "ALFA" und "MILANO" hinzugefügt sowie zwei Schifferknoten als Symbole für das Haus Savoyen, aus dem die Herrscher des damaligen Königreichs Italien stammten. Nach dem Ende der Monarchie und der Proklamation der Republik wurden die Savoyer-Knoten durch zwei Wellenlinien ersetzt.
Im Laufe der Jahre hat das Logo einige Veränderungen durchlebt, vor allem durch das Hinzufügen des Schriftzugs "ROMEO" nach der Übernahme durch Nicola Romeo. Die beiden Hauptsymbole, die Schlange und das Kreuz, blieben jedoch präsent und prägten den Auftritt der Marke. Dem Zeitgeschmack entsprechend tritt die Person im Kiefer der Schlange heute jedoch nur noch in stark stilisierter Form in Erscheinung.

Die ersten Autos
Das erste Auto hieß ALFA 24 PS und zeichnete sich bereits durch seine mechanischen Eigenschaften aus: Der 4048-Kubik-Motor überstieg die 40 PS-Marke und ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h – für die damalige Zeit wirklich bemerkenswert).
Bis 1913 wurden vier Serien hergestellt: A, B, C und D. Während dieser Zeit stiegen Höchstgeschwindigkeit und Leistung auf 110 km/h bzw. 45 PS. Insgesamt wurden mehr als 200 Fahrgestelle gebaut und die Zweisitzer Spider und Corsa, die Siebensitzer-Limousine und der berühmte Torpedo geboren. Der Erfolg des letzteren beruhte auch darauf, dass er während des Ersten Weltkriegs vom Oberkommando der italienischen Armee eingesetzt wurde. Am Steuer eines Torpedo 20-30 HP ES-Modells belegte Enzo Ferrari 1920 bei der prestigeträchtigen Targa Florio den zweiten Platz.
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Zu Beginn der 1930er Jahre geriet Alfa Romeo aufgrund des Zusammenbruchs der Wall Street im Jahr 1929 in eine Krise und wurde vom italienischen Staat übernommen. Bis in die 1950er Jahre hinein produzierte das Unternehmen halb in Handarbeit hergestellte Fahrzeuge.

Die Giulietta und die goldenen Jahre
In den 1950er Jahren entwickelte sich Alfa Romeo schließlich durch die Einführung des Fließbandsystems in einen echten Automobilgiganten. Damals wurden auch einige legendäre Modelle geben, wie der Alfa Romeo 1900 und die noch berühmtere Giulietta.

Die Mitte des 20. Jahrhunderts waren für Alfa Romeo eine Phase großen Wachstums. Die 1960er Jahren waren eine Zeit des Aufschwungs mit dem Olympischen Spielen in Rom und dem "guten Papst" Johannes XXIII. im Vatikan. Auf für Alfa Romeo ging es bergauf. Vor allem durch das Modell Giulia, das sich zu einer Vielzahl von Limousinen und Sportwagen entwickelte, die für Fahrkomfort und ihr leichtes Design belobt wurden.

Unter neuer Leitung
In den 1970er Jahren konnte zwar der legendäre Alfetta überzeugen, es war aber auch das Jahrzehnt der Energiekrise, das zudem von zahlreichen politischen und sozialen Spannungen und von einer hohen Inflation geprägt wurde. Diese Krise ging natürlich auch an Alfa Romeo nicht spurlos vorbei. 1986 verkaufte der italienische Staat Alfa Romeo schließlich an die Fiat-Gruppe, was zu einer Erneuerung der Marke in den 1990er Jahren führte.
Pantera und Gazzelle
Ein Teil des Erfolgs von Alfa Romeo beruht darauf, dass seine Autos seit den 1950er Jahren von der italienischen Polizei als Fortbewegungsmittel verwendet werden. Als erster "Dienstwagen" wurde der Alfa Romeo 1900 ausgewählt, der aufgrund seiner schwarzen Farbe "Pantera" ("Panther") genannt wurde. Allgemein etablierte sich der Name "Pantera" für Polizeiautos im täglichen Sprachgebrauch, auch wenn deren Lackierung Ende der 1950er hellgrün und in den 1970er Jahren blau-weiß wurde.
Die Carabinieri setzten zunächst auf den 1900 M, wechselten dann aber zur Giulietta, die dann ebenfalls von der Polizei verwendet wurden wurden. Auch die Giulietta erhielt einen Spitznamen aus der Tierwelt, der die Schnelligkeit und Eleganz hervorhebe sollte. "Gazzelle" ("Gazelle").

Autos von Alfa Romeo kommen auch bei anderen Sicherheitsbehörden zum Einsatz, darunter die Feuerwehr, die Strafvollzugseinheiten, die Forstpolizei, die städtischen Polizeieinheiten und die Guardia di Finanza.
Alfa Romeo spielt seit vielen Jahren im kollektiven Bewusstsein der Italiener eine wichtige Rolle und hat zahlreiche Fans – "Alfisti" genannt – auf der ganzen Welt. Der Slogan Der Slogan "La meccanica delle emozioni” ("Technologie aus Emotionen") fasst in wenigen Worten die Bedeutung eines Autoherstellers zusammen, der Leidenschaft und Technologie zu seinen Flaggschiffen gemacht hat.




