Einer der am schnellsten wachsenden Sektoren auf dem heutigen Vintage-Markt ist Vintage-Modeschmuck, den man immer wieder an Hälsen, Ohren und Händen sowie auf der Kleidung von weiblichen und männlichen Persönlichkeiten aus Showbusiness und Politik bewundern kann. Heutzutage ist es einfacher denn je, edlen Vintage-Modeschmuck auf dem Sekundärmarkt zu finden. Bei der enormen Anzahl an Antiquitäten- und Vintage-Märkten, Auktionshäusern und Messen und natürlich dem Internet herrscht an Bezugsquellen für Sammler wahrlich kein Mangel.
Das Sammeln von Vintage-Modeschmuck soll in erster Linie Spaß machen, stellt aber auch eine Herausforderung dar. Vor allem Einsteiger müssen sich erst einmal mit letzterer auseinandersetzen, denn vor dem ersten Kauf gibt es einiges zu beachten. Egal, ob es sich um ein Flohmarktschnäppchen oder ein Haute-Couture-Designerstück handelt, die zu berücksichtigenden Aspekte bleiben dieselben.
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Bevor Sie Ihren ersten Vintage-Modeschmuck erwerben, sollten Sie bedenken, dass diese Stücke vermutlich sichtbare Gebrauchsspuren aufweisen werden. Typischer Verschleiß ist akzeptabel, Beschädigungen jedoch nicht.
Es ist leicht, sich in ein Schmuckstück zu verlieben, das wunderschön in einer Vitrine präsentiert wird, ohne dass man merkt, dass es nicht so perfekt ist, wie es scheint. Das Wertvollste, worüber Sie in diesem Moment verfügen können, ist das Wissen, worauf man vor einem Kaufabschluss achten muss.
Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen
Der erste Schritt auf dem Weg zum selbstbewussten Sammler von Vintage-Modeschmuck besteht darin, eine gute Beziehung zu einem Händler aufzubauen, dem Sie vertrauen und respektieren. Führen Sie Gespräche und stellen Sie Fragen – vergewissern Sie sich, dass sich die Person, bei der Sie kaufen wollen, auch wirklich mit der Materie auskennt.
Ein professioneller Händler sollte Ihnen das Alter eines Objekts, die Materialien, die Art der Konstruktion und in den meisten Fällen auch den Hersteller oder Designer nennen können.

Wenn Sie sich nach den verarbeiteten Materialien erkundigen und der Händler sagt „das ist blaues Glas in einer Metallfassung“, ist das nicht der Händler, bei dem Sie Ihr Geld ausgeben möchten. Die Antwort sollte zum Beispiel lauten: „Die Steine sind österreichisches Kristallglas, die Fassung ist rhodiniert und stammt aus den 1940er Jahren“. Als neuer Sammler kennen Sie vielleicht noch nicht alle Variablen, die bestimmen, was ein fairer Preis ist. Sollte der Händler, bei dem Sie kaufen müssen, diese jedoch auch nicht kennen, ist ein überteuerter Kaufpreis praktisch schon vorprogrammiert.
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Ein seriöser, professioneller Händler sollte über sein Inventar informiert und bereit sein, sein Wissen mit seinen Kunden zu teilen. Sobald Sie eine Verbindung zum Händler Ihres Vertrauens aufgebaut haben, kommen die physischen Aspekte des Sammelns von Schmuck ins Spiel.

Qualitätsprüfung
Wie alle anderen Gebrauchsgüter wird Modeschmuck seit langer Zeit von enorm vielen verschiedenen Herstellern produziert. Das bedeutet, dass die Qualität nicht nur zwischen den herstellenden Unternehmen, sondern auch zwischen deren jeweiligen Lieferanten stark variiert.
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Signierter Schmuck ist immer ein guter Anfang. Unternehmen, die ihren Namen auf ihren Stücken platzieren, sind stolz darauf und die Qualität ist oftmals besser. Es kann sich aber auch auf den Preis auswirken, sodass einige Stücke dadurch teurer sind als andere. Coro, Lisner und Monet sind beispielsweise günstiger als Designerstücke von Miriam Haskell, Hattie Carnegie, Hobe, Chanel und Dior. Über die Bedeutung von Marken ließe sich unendlich philosophieren. Wir wollen uns hier jedoch darauf konzentrieren, wie Sie Ihre Sammlung beginnen und welche leicht übersehbaren Fallstricke Sie dabei vermeiden sollten.

Wenn strahlende Lichter auf eine Vitrine voll funkelndem Schmuck treffen, ist es ein leichtes, die häufigsten Schäden, die Vintage-Modeschmuck aufweist, zu übersehen. Zum Beispiel können bei Stücken, die mit winzigen Markasitsteinen besetzt sind, fehlende Steinchen nicht erkennbar sein. Prüfen Sie alles ganz genau, bevor Sie eine Entscheidung treffen. Die folgenden Details sollten Sie dabei beachten.
Strass und Kristall
Auf fehlende Steine zu achten, sollte bei Stücken, die mit Strass oder Kristallen besetzt sind, natürlich oberste Priorität haben. Auch gesprungene Steine sollte man nicht übersehen. Derartige Beschädigungen entstehen in der Regel, wenn der Schmuck nicht sorgfältig behandelt oder falsch gelagert wurde.

Krappenfassung vs. Klebstoff
Es gibt zwei grundlegende Methoden, um Steine in einem Schmuckstück zu befestigen: Die eine ist die Krappenfassung, die andere die Verwendung von Schmuckkleber. Schmuck mit gefassten Steinen ist im Allgemeinen hochwertiger als Schmuck mit geklebten Steinen. Achten Sie bei Krappenfassungen darauf, dass alle Krappen intakt und sicher sind und das Metall keinerlei Brüche aufweist. Sind sie nicht richtig geschlossen, können sich die Krappen hochbiegen und sich leicht verfangen, beispielsweise an Kleidungsstücken, Sicherheitsgurten und Riemen von Schultertaschen. Da es sich in diesem Fall um Vintage-Stücke handelt, hat man es vermutlich mit sprödem Material zu tun. Gewalt ist da keine Lösung und ein allzu rabiates Zurückbiegen könnte dazu führen, dass die Krappe abbricht.
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Bereits eine fehlende Krappe kann zum Verlust eines Steins führen. Sollte ein Stein mit Klebstoff befestigt sein, stellen Sie sicher, dass sich keine Rückstände an der sichtbaren Seite oder auf der Fassung befinden. Sollte das der Fall sein, könnte das auf einen ersetzten oder wieder eingeklebten Stein hindeuten. Ist der Kleber verfärbt oder vergilbt, handelt es sich höchstwahrscheinlich nicht um einen speziellen Schmuckkleber, sondern um einen Sekundenkleber, der nicht für Schmuck geeignet ist (egal, was auf dem Etikett auch immer angegeben sein mag).
Schmuckstücke mit geklebten Steinen, bei denen sich der ursprüngliche Kleber bereits zu verschlechtern beginnt, sodass die Steine anfangen sich zu lösen oder gar herauszufallen, sollten Sie lieber links liegen lassen und stattdessen nach welchen in besserem Zustand Ausschau halten.

Verfärbungen und „tote Steine“
Das nächste Problem bei Strasssteinen und Kristallen ist die Verfärbung oder Mattierung des Steins. Strasssteine sind auf ihrer Rückseite mit einer Folie beschichtet. Wird diese Feuchtigkeit ausgesetzt, führt das im Laufe der Zeit dazu, dass die Steine dunkel, matt und trüb werden. In der Branche werden solche Steine als „tote Steine“ bezeichnet.
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Ist der Strassstein erstmal „tot“, kann leider nichts mehr getan werden, um seinen ursprünglichen Glanz wiederherzustellen, denn eine Reinigung ist nicht möglich. Schmuck mit folienbeschichteten Steinen ist in der Regel auf der Rückseite geschlossen, weshalb sich Feuchtigkeit dort so gut hält und man zudem keinen Zugriff auf die Folie hat. Vermeiden lässt sich das Feuchtwerden kaum, denn bereits durch das Tragen am Körper ist Schmuck beständig Feuchtigkeit ausgesetzt. Hinzu kommen Parfüms und Haarsprays, die sich auf das Aussehen eines Vintage-Strasssteins auswirken. Ist der Stein erstmal stumpf und trüb, gilt er als beschädigt.

Verschlüsse
Genau wie die Vorderseite eines Schmuckstücks sollte man auch dessen Rückseite genau unter die Lupe nehmen. Die Devise lautet also: Bitte wenden!
Bei einer Brosche sind der Verschluss und die Nadel geradezu essentiell. Stellen Sie sicher, dass die Nadel gerade ist und in die Schließe passt. Überprüfen Sie, ob der Verschluss, nachdem er verschlossen wurde, auch wirklich verschlossen bleibt. Dafür schließen Sie die Brosche und ziehen die Nadel vorsichtig nach unten. Öffnet sich der Verschluss, werden Sie die Brosche höchstwahrscheinlich verlieren.
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Viele ältere Broschen verfügen bloß über einen C-förmigen Verschluss ohne Sicherheitsfunktion, weshalb man auf ihren Zustand besonders Acht geben sollte. Testen Sie auch die Federringe bei Halsketten auf ihre Zuverlässigkeit. Öffnen und schließen Sie sie wiederholt, um sicherzugehen, dass sie die Kette, sobald Sie sie tragen auch wirklich an Ihrem Hals halten. Eine eingehende Überprüfung sollten Sie auch einem Armband angedeihen lassen. Legen Sie es an und bewegen Sie es an Ihrem Handgelenk. Es sollte bequem sein und sich mit keinem Detail am Ärmel verfangen. Armbänder gehen gerne verloren, wenn ihr Verschluss hängenbleibt und sich daraufhin öffnet.
Modeohrschmuck wird häufig mit Clip-Verschlüssen getragen. Die Clips sollten fest sitzen und eng an der Rückseite des Ohrläppchens anliegen. Jede noch so kleine Lücke erhöht das Risiko, dass das Schmuckstück abfällt. Zudem können Clip-Ons sehr unbequem sein, wenn man es nicht gewohnt ist sie zu tragen. Probieren Sie sie also ein paar Minuten an, bevor Sie über ihren Kauf verhandeln. Ohrringe, aber auch Halsketten und Armbänder, verfärben sich oft durch Hautkontakt. Leichte Verfärbungen auf der Rückseite sind in Ordnung, sind sie jedoch auf der Vorderseite sichtbar, wählen Sie lieber etwas anderes.

Unedle Metalle
Modeschmuck besteht aus unedlen Metallen, deren Oberflächen mit Chrom, Rhodium oder einem anderen Material plattiert wurden. Chrom kann sich mit der Zeit ablösen und wird durch Hitze, Körperöle, Parfüm und Feuchtigkeit im Allgemeinen beeinträchtigt werden, wird beispielsweise dunkler. Eine bessere Wahl stellt Rhodium dar, das ein Platinderivat ist. Es ist haltbarer und wird von höherwertigen Marken verwendet.
Kleinere Gebrauchsspuren sind in Ordnung, ein abblätterndes Finish, fehlendes Emaille, Rost oder gar Lochfraß jedoch nicht. Manches wird erst mit der Zeit wirklich deutlich.
Zeichen der Reparatur
Überprüfen Sie jeden potenziellen Kauf auf Anzeichen von Reparaturen: Suchen Sie nach neuem glänzendem Metall auf der Rückseite, nach Lötzinn, Kleber oder irgendetwas anderem, das darauf hindeutet, dass eine Ausbesserung vorgenommen wurde.

Nach dem Kauf
Zu wissen, wie man seinen Schmuck reinigt, ist genauso wichtig wie zu wissen, wie man ihn kauft. Vintage-Schmuck hält bei richtiger Pflege ewig. Folgende Tipps sollten Sie beachten.
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Verwenden Sie keine Ultraschall-Schmuckreiniger für Stücke mit geklebten Steinen. Schmuck mit Strasssteinen oder folienbeschichteten Kristallen sollte niemals nass gewaschen oder in Wasser getaucht werden, da dies die Folienrückseite angreifen und tote Steine erzeugen würde. Vermeiden Sie auch scharfe Scheuermittel oder harte Zahnbürsten, denn es hätte denselben Effekt auf dem Stein wie ein Schlittschuh auf dem Eis: Kratzer.
Plattierter Schmuck verträgt keine Metallpolituren. Gleiches gilt für Schmuckstücke, die mit gold- oder silberfarbenem Lack versehen wurden. Auch dieser kann durch die abrasive Wirkung solcher Polituren sowie durch aggressive Chemikalien stark beschädigt werden.

Nachdem man viel Zeit darauf verwendet hat, ein schönes Stück zu finden, möchte man es natürlich nicht ruinieren, indem man es falsch lagert. Stapeln Sie Ihren Vintage-Modeschmuck nicht wahllos in der der Schmuckschatulle. Vermeiden Sie auch Plastiktüten, da sich in ihnen Feuchtigkeit lange hält (Stichwort „tote Steine“). Zudem fördert Plastik ein Anlaufen des Schmucks, wie man es auch von silbernen oder versilberten Stücken kennt.
Ketten und Armbänder sollten flach ausgebreitet werden, um Knicke, aus denen Brüche werden können, zu vermeiden. Auch werden vor allem Broschen beim Ausziehen gerne vergessen. Überprüfen Sie stets Ihre Kleidung, bevor Sie sie in die Waschmaschine geben!
Vintage-Modeschmuck sollte getragen und genossen werden. Trotz der vielen Dinge, die es zu beachten gilt, steht der Spaß an erster Stelle. Schließlich sorgt Modeschmuck dafür, dass wir nach Millionen aussehen, ohne diese ausgeben zu müssen! Und das ist doch all die Mühe wert.
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