Die Inspiration, die ihr Leben und ihre Kunst zu bieten hat, wird heute mehr denn je benötigt.
Mit ihrem Talent, den von ihr gewählten Bildthemen und ihrer Charakterstärke hat Artemisia Gentileschi so manche Konvention ihrer Epoche über Bord geworfen und wurde so zu einer der bedeutendsten Künstlerinnen des 17. Jahrhunderts.
Das Leben von Artemisia Gentileschi war aufregend, dramatisch und von Hindernissen gekennzeichnet, die auch heute noch nicht völlig aus der Gesellschaft verschwunden sind. Nun kündigten die amerikanischen ViacomCBS-Studios eine Fernsehserie über das Schicksal der Barockmalerin an, unter der Leitung von Jill Offman. Unterstützung erhält Offman bei dem Projekt von der spanisch-amerikansichen Film- und Fernsehproduzentin Frida Torresblanco, die vor allem für ihre Arbeit an dem Film Pans Labyrinth von 2006 bekannt ist.

„Ich könnte nicht motivierter sein, Artemisia eine Stimme zu geben und ihre Geschichte auf den Bildschirm zu bringen. Die Inspiration, die ihr Leben und ihre Kunst zu bieten hat, wird heute mehr denn je benötigt", sagt Torresblanco. "Es wird ein zeitgenössisches feministisches Werk sein, das sowohl provokativ als auch transgressiv ist und den Geist unserer Zeit auf beredte und elegante Weise hervorruft."
Die Serie, deren Dreharbeiten im kommenden Jahr beginnen werden, basiert auf der 1989 veröffentlichten Biografie Artemisia Gentileschi: The Image of the Female Hero in Italian Baroque Art von Mary Garrard. Das Buch enthält auch das Protokoll des Vergewaltigungsprozesses sowie Details zu der Folter, die die junge Künstlerin dabei über sich ergehen lassen musste, um der Wahrheit zum Sieg zu verhelfen.
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Artemisia Gentileschi, die von ihrem Vater Orazio, der dem Kreis der Caravaggisten angehörte, ausgebildet. Im Alter von 17 Jahren wurde Artemisia von Agostino Tassi, einem Freund und Kollegen ihres Vaters, vergewaltigt. Anstatt es totzuschweigen, verklagte Orazio Tassi. Im Laufe des Prozesses musste Artemisia physische und psychische Folter über sich ergehen lassen. Doch am Ende gewann sie.
Nach dieser schmerzhaften Erfahrung ging Artemisia nach Florenz, wo sie als erste Frau überhaupt in die Accademia delle Arti del Disegno aufgenommen wurde. Doch nicht nur damit schrieb die Künstlerin Geschichte, sondern auch mit der Wahl ihrer Themen. Sie malte stets starke Frauen, oft aus biblischem Kontext, die alles andere als unterwürfig sind.

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Trotz ihrer großen Erfolge zu Lebzeiten, gerieten Artemisia Gentileschi und ihre Gemälde im 18. und 19. Jahrhunderts in Vergessenheit. Erst im 20. Jahrhundert geriet sie wieder ins Rampenlicht, vor allem auf der Auktionsbühne. Der aktuelle Rekordpreis für ein Gemälde der Künstlerin wurde im November 2019 bei Artcurial aufgestellt, als Lucretia für 4,8 Millionen Euro den Besitzer wechselte. Auch Ausstellungen, wie jene, die momentan in der National Gallery in London besucht werden kann, tragen zum anhaltenden und verdienten Ruhm Artemisia Gentileschis bei.

Verfilmt wurde Artemisias Leben bereits 1997 unter der Regie von Agnès Merlet mit Valentina Cervi in der Titelrolle. In dem Film wurde die Beziehung zwischen Tassi und der jungen Malerin als einvernehmlich dargestellt. Die Serie der ViacomCBS-Studios verspricht ein eloquentes Porträt einer entschlossen und modernen Künstlerin des 17. Jahrhunderts zu werden.




