"Auch du, Brutus?", soll Caesar noch fassungslos gefragt haben, bevor er das Zeitliche segnete. Die Erkenntnis, dass Marcus Iunius Brutus, sein Vertrauter und potenzieller Sohn, einer der Verschwörer war, die seine Ermordung gefordert und nun durchgeführt hatten, schockierte den römischen Staatsmann und Feldherrn während seines letzten Atemzugs.
Was war geschehen? Gaius Julius Caesar, ein beliebter und erfolgreicher Feldherr der Römischen Republik hatte sich im Februar 44 v. Chr. von den Idealen des Staates endgültig abgewandt und sich zum Diktator auf Lebenszeit ernennen lassen. Der so entmachtete Senat wollte diese Schmach natürlich nicht auf sich ruhen lassen. Und so bildete sich schnell eine Gruppe von 80 Verschwörern, die die Ermordung Caesars planten und an den "Iden des März" (15. März) im Senatsgebäude schließlich durchführte.

Brutus, der aus einer Familie leidenschaftlicher Republikaner stammte, war einer von ihnen. Auf dem Weg zu dessen Diktatur hatte er sich immer wieder erfolglos gegen Caesar gestellt, war jedoch stets mit Milde behandelt und sogar zum Vertrauten geworden. Zudem wurde immer wieder spekuliert, er wäre sogar der Sohn Caesar, denn Brutus Mutter Servilia war die Geliebte des nun verblichenen Diktators gewesen.
Zwei Jahre nach dem geglückten "Tyrannen-Mord" ließ Brutus eine Münze in Gold und in Silber zum Gedenken an seine Beteiligung daran prägen. Während von der silbernen Variante heute mehr als 80 bekannt sind, existieren nur drei Exemplare in Gold. Eines davon ist Teil der Sammlung der Deutschen Bank, ein anderes kann als Dauerleihgabe im British Museum bewundert werden.

Die Münze zeigt auf der Vorderseite Brutus im Profil, während auf der Rückseite die zwei der Tatwachen vom 15. März sowie eine die Freiheit symbolisierende Pileus-Kappe. Darunter noch der Hinweis auf den Tag des Befreiungsschlags: EID MAR als Abkürzung von "Eidibus Martiis", also die berühmt berüchtigten Iden des März.
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Die Seltenheit dieser Münze und ihre Bedeutung haben dazu beitragen, dass sie wie keine andere "Bewunderung, Faszination, Unglauben und Begierde in den Herzen von Historikern, Numismatikern und Sammlern" hervorruft", wie in einem Katalog des Londoner Auktionshauses Roma Numismatics zu lesen ist.
Der Katalog, dessen Lose am 29. Oktober versteigert wurden, umfasste auch die dritte bekannte Goldmünze vom "EID MAR"-Typus. Und auch hier schlugen die erstrebenswerten Attribute der Münze zu, denn sie wurde für 2,7 Millionen GBP (3,25 Millionen GBP inkl. Aufgeld) von einem anonymen Bieter ersteigert. Der erzielte Preis macht den außergewöhnlichen Aureus zum aktuellen Weltrekordhalter unter den klassischen Münzen auf dem Auktionsmarkt.
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