Während der Rekord für Jean Cocteau in einer ihm gewidmeten Sonderauktion bei Bonhams in Paris aufgestellt wurde, erwies sich der deutsch-britische Keramiker Hans Coper in einer gemeinsam von Phillips und Maak in London durchgeführten Auktion als Star des Events. Die Erfolge haben die Bewertungen beider Künstler deutlich gesteigert und bestätigen einmal mehr, dass die Popularität von Keramik noch lange nicht vorbei ist.
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Am 21. Oktober war Paris Schauplatz der Auktion „Jean Cocteau: l’Orphée moderne“, eine Versteigerung, die ganz dem Werk und Erbe eines Mannes mit vielen Talenten gewidmet war, der sich selbst aber immer vor allem als Dichter betrachtete, da „alle Arbeit poetisch ist“. Die Auktion bot einen Überblick über Cocteau umfangreiches Werk mit Fotografien, Studien, Plakaten, Portfolios, Gemälden, Briefen und Keramik. Von den 137 präsentierten Losen fanden 74% einen neuen Besitzer, sodass die Auktion eine Gesamtsumme von 645.694 Euro erzielte.
Eine der schönsten Überraschungen der Auktion war zweifellos der Verkauf von Bélier deux faces, einer außergewöhnlichen Terrakotta-Vase aus dem Jahr 1958, die für 47.812 Euro inklusive Aufgeld verkauft wurde und damit einen neuen Rekord für eine Keramik Cocteaus aufstellte. Die Auflage dieser Originalausgabe aus dem Atelier Madeline-Jolly war ursprünglich mit 30 Exemplaren geplant gewesen, wurde auf Wunsch des Künstlers jedoch auf 20 Stück reduziert.

Die 40 x 29 cm messende und teilweise emaillierte Vase ist auf zwei Seiten mit Widderköpfen bemalt, deren unterschiedliches Erscheinungsbild durch die Ausrichtung der Griffe, die die Hörner der Tieres bilden, hervorgerufen wird. Als repräsentatives Beispiel für den avantgardistischen und verspielten Stil Cocteaus, kam die Vase neben vielen weiteren Werken des Künstlers zum Aufruf, darunter auch die Glasvase Tre Occhi, die in Zusammenarbeit mit Glasbläsermeister Egidio Costantini entstanden war.
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Gute Ergebnisse erzielte Bonhams auch mit den beiden Pastellen Deux Visages de profil, face à face (22.821 Euro) und L’Adolescent (19.062 Euro) sowie mit Portrait de Picasso-cubiste, einer handsignierten Zeichnung von 1917, die für 62.812 Euro versteigert wurde.
„Wir freuen uns sehr über die Ergebnisse dieser Auktion, die den Umfang von Cocteaus Arbeit und sein bleibendes Vermächtnis veranschaulichte. Cocteau hat nie aufgehört zu experimentieren und neue Kunstformen zu schaffen, und es ist wunderbar, dass diese Auktion im neu renovierten Bonhams-Auktionssaal in Paris so erfolgreich war. Ich freue mich, sagen zu können, dass sich Bonhams als Marktführer für Jean Cocteau, insbesondere für seine Keramik, etabliert hat“, sagt Auktionsleiterin Lucia Tro Santafe.
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Auf der anderen Seite des Ärmelkanals sorgte der Keramiker Hans Coper für Aufsehen, als Phillips und Maak gemeinsam in London die Sammlung des New Yorker Kunsthändlers Dr. John P. Driscoll versteigerten. Die sechs Top-Lose der Auktion trugen allesamt die Signatur Copers und laut Phillips wurde der Auktionsrekord für den Künstler im Verlauf des Events gleich zweimal übertroffen. Die Goldmedaille durfte sich am Ende coco de mer umhängen, ein monumentaler Topf aus dem Jahr 1968, den Coper nach der legendären Seychellennuss geformt hatte und der nun für 520.000 GBP (617.622 Euro) den Besitzer wechselte. Der bisherige Rekord war 2018 bei Bearnes Hampton & Littlewood aufgestellt worden, als das Werk Arrow Head für 305.000 GBP versteigert wurde.
„Während der Auktion erlebten wir, dass Hans Copers Rekord mehrfach übertroffen wurde. Zunächst nach einem 15-minütigen Bietergefecht um seinen monumentalen Topf Writhlington School, der [mit einem Zuschlagspreis in Höhe von 440.000 GBP; Anm. d. Red.] das Siebenfache des unteren Schätzpreises erreichte, und ein weiteres Mal für seinen monumentalen eiförmigen Topf, der sich für das Achtfache seiner unteren Schätzung verkaufte“, kommentierte Ben Williams, Berater bei Phillips, das Geschehen.
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Ende der 1930er Jahre in England angekommen, debütierte der junge Deutsche Hans Coper im Atelier von Dame Lucie Rie, wodurch er selbst zu einem hervorragenden Keramiker wurde, der in den 1950er Jahren eine eigene Werkstatt gründete. Coper gilt neben seiner berühmten Lehrerin als eine der führenden Persönlichkeiten der britischen Keramik des 20. Jahrhunderts.
Die Versteigerung der Sammlung Dr. John P. Driscoll stellte insgesamt 28 Auktionsrekorde für Keramikkünstler auf, darunter Bernard Leach, James Tower, Michael Cardew, Richard Batterham, Alison Britton, Akiko Hirai sowie David und Janet Leach.
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