Auch wenn die Wiedereröffnung von Notre-Dame nicht vor Dezember stattfinden wird, können zahlreiche restaurierte Kunstwerke bereits früher betrachtet werden!
So verheerend das Feuer im April 2019 in der Kathedrale auch wütete, haben viele Kunstschätze nur geringere Wasser- und Rauchschäden davongetragen, sodass ihre Farben nach einer eingehenden Restaurierung wieder erstrahlen. Zu diesen Werken zählen auch die mays, jene religiösen Gemälde, die zwischen 1630 und 1707 jeden Mai von der Pariser Zunft der Goldschmiede gestiftet wurden. Gemalt wurden sie von den größten französischen Malern jener Epoche, darunter Laurent de La Hyre, Aubin Vouet, Charles Le Brun und Eustache Le Sueur. Die Gemälde wurden während der Französischen Revolution in alle Winde verstreut, konnten später jedoch teilweise wieder zurückgebracht und neu installiert werden.
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Zu den 21 restaurierten mays gehört auch Vouets herrliches Werk Centurio Cornelius zu Füßen des Heiligen Petrus.

Nachdem er die Werke Caravaggios in Rom bewundert hatte, spezialisierte sich der Maler Aubin Vouet auf großformatige mythologische und religiöse Gemälde. Nach seiner Rückkehr nach Paris im Jahre 1621 wurde er von König Ludwig XIII. zum Peintre ordinaire ernannt. Der Einfluss Caravaggios hielt weiter an und kam in Vouets Arbeiten mit dem intensiven Spiel von Licht und Schatten und den dynamischen Kompositionen mit drapierten Faltenwürfen zum Ausdruck.
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Centurio Cornelius zu Füßen des Heiligen Petrus malte er 1639 als Stiftungsbild der Goldschmiede für Notre-Dame, eine Ehre, die ihm bereits 1632 zuteil geworden war und die sich 1640 wiederholten sollte.
Vouets Gemälde von 1639 zeigt den Apostel Simon Petrus bei dessen Besuch der Stadt Caesarea in Judäa, wo sich ihm der römische Hauptmann Cornelius zu Füßen wirft. Mit den Worten "Erhebe dich. Ich bin auch nur ein Mann" streckte Petrus ihm die Hand entgegen. Die im Hintergrund abgebildeten Säulen erinnern an eine Kathedrale und schaffen damit eine symbolische Verbindung zu Notre-Dame.
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Zu den weiteren restaurierten Kunstwerken gehören 14 im 17. Jahrhundert gewebte Wandteppiche mit der Darstellung des Marienlebens, die den Chor von Notre-Dame schmückten. Sie wurden vorübergehend in der Kathedrale von Straßburg installiert. Auch ein großer Savonnerie-Teppich, den König Karl X. Notre-Dame im 19. Jahrhundert stiftete wurde restauriert und ist nun Teil der Ausstellung im Mobilier national.
Das genaue Datum der Wiedereröffnung von Notre-Dame konnte noch nicht bekanntgegeben werden. Bis dahin bietet die Ausstellung jedoch eine gute Gelegenheit, viele der Kunstwerke vereint zu betrachten.



