Das große Interesse, auf das die japanische Kunst in Europa stieß, ist einfach erklärt. Japan hatte sich vom 17. Jahrhundert an bis in die 1850er Jahre von allen anderen Ländern weitesgehend abgekapselt. Es gab kaum Handel oder Austausch mit dem Ausland, geschweige denn Europa. Das änderte sich jedoch Mitte des 19. Jahrhunderts. Ausländern war es gestattet, sich in Japan aufzuhalten und japanische Kunst, vor allem Farbholzschnitte (Nishiki-e) gelangte nun nach Europa.
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Hier stieß sie auf reges Interesse bei Kunstsammlern, die die außerordentliche Qualität erkannten sowie bei Künstlern, die in jener Zeit eine neue Art der Malerei entdeckten, die von der klassischen Ateliermalerei abwich. Die japanische Kunst war eine völlig neue und bislang unentdeckte Quelle der Inspiration und hatte großen Einfluss auf die Kunstströmungen bis zum Art déco.
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Vincent van Gogh schuf nicht nur Gemälde in einem von japansicher Kunst inspirierten Stil, sondern kopierte sogar zwei Arbeiten des japanischen Holzschnittmeisters Utagawa Hiroshige. Expressionist Franz Marc drapierte auf einigen seiner Werke die dargestellten Tiere so, dass sie an japanische Netsuke erinnerten.
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Gerade in Frankreich, wo die neuen Kunstströmungen entstanden, wurde der japanische Stil populär. Auf der Pariser Weltausstellung von 1867 wurde viel Kunst und Kunsthandwerk aus Japan gezeigt. Es entstand ein richtiger Hype in der französischen Hauptstadt, sodass es dort in den 1880er Jahren bereits vierzig Geschäfte gab, die sich auf den Handel mit japanischen Gütern spezialisiert hatten. Auch Cafés und andere Lokalitäten wählten ihre Namen nach dem fernöstlichen Kaiserreich, wie das berühmte Werbeplakat Divan Japonaise von Henri de Toulouse-Lautrec dokumentiert.
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Im Zentrum des "japanischen Zirkels" von Paris, befand sich der Kunsthändler Siegfried Bing (1835-1905), der Ostasien bereiste und die dortige Kunst studierte. Zudem war er der Herausgeber des Journals Le Japon Artistique, das von 1888 bis 1891 erschien.
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Großen Einfluss hatte die japanische Kunst auch auf die europäische Mode. Japanische Muster und Motive waren ab den 1870er Jahren in der Damengarderobe sehr populär. Japanische Hersteller wie Iida Takashimaya entwarfen nun auch Kleider und Kimonos für den europäischen und amerikanischen Markt und exportierten sie in diese Länder, wo große Designer wie Jacques Doucet den Stil ebenfalls aufgriffen und umsetzten.
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Aktualisierte Version eines Artikels vom 28. Februar 2017


