Was passiert, wenn ein Kunstwerk im Wert von über 20 Millionen USD schwer beschädigt wird? Mit dieser Fragestellung müssen sich aktuell der französische Kunstsammler Marc Baradel und Asher Edelman, CEO der Kunstfinanzierungsfirma Artemus, auseinandersetzen.

Das 2014 von Edelman gegründete Unternehmen Artemus übernimmt Kunstwerke aus Sammlungen, um sie an Hotels, Büros und private Sammler für einen Zeitraum von in der Regel sieben Jahren zu vermieten.
Le Poisson, eine vom rumänisch-französischen Bildhauer Constantin Brâncuși zwischen 1920 und 1922 geschaffene Skulptur, war 2018 in den Büroräumen von Artemus in New York von ihrem Sockel gefallen und entzwei gebrochen. Baradel erhebt nun Klage auf Schadenersatz in Höhe von 22,5 Millionen USD.

Laut Artsy gab Baradel an, dass sich der Vorfall bereits kurz nach der Installation der Skulptur ereignet hätte und das Unternehmen damit seine "vertraglich zugesicherte Sorgfaltspflicht verletzt" habe.
Angesichts dieser Anschuldigungen erklärte Asher Edelman gegenüber ARTNews: "Er montierte sie auf dem Podest - er, nicht ich - und wir überreichten ihm die Verträge und Versicherungszertifikate. In dem Moment fiel sie herunter und zerbrach." Der mit dem Vorfall zusammenhängende Wertverlust der Skulptur liegt bei 16,9 Millionen USD.
Darüber hinaus hatte Marc Baradel die Skulptur bei HUB International und Lloyd's of London für 5 Millionen USD versichert - eine Summe, die er nun ebenfalls ausbezahlt bekommen möchte.

Mit Le Poisson ("Der Fisch") "erforschte Brâncuși die Mittel zur Übertragung von Bewegung; er wollte, dass der Betrachter die fließende Bewegung der Fische, die sich im Wasser drehen, nachempfindet". Die erste Version aus geädertem Marmor vollendete Brâncuși 1922. 1924 folgte zwei, 1926 drei Bronzeversionen. Zum letztem Mal beschäftigte sich der Künstler 1930 mit dem Sujet, als er eine größere Marmorversion schuf.
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